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Sachsen

Große Lücken am Herrentag

Herr Kretschmer, mit Bier lässt sich der Sicherheitsabstand viel besser regeln als mit Worten! "Sächsisch betrachtet", eine Kolumne von SZ-Redakteur Gunnar Saft.

© Robert Michael/dpa/SZ

ALLE Mann gegen das Virus! Das war das offizielle Motto des diesjährigen Vatertags, bei dem die Herren der Schöpfung eindrucksvoll nachwiesen, dass sie in Corona-Zeiten handlungsfähig sind. Wie immer begann das Event auch diesmal mit der bekannten Taktik der Herdenimmunität: Also dicht gedrängt, um diejenigen Männer zu schützen, die tatsächlich daran gedacht hatten, in Pandemiezeiten auf die notwendige Schluckimpfung mit gebrauten Impfstoffen zu verzichten. Und siehe da: Es half. Als alle voll durchgeimpft waren, trat Phase zwei in Kraft: Der zufallsbasierte Wechsel zum notwendigen Sicherheitsabstand.

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DIE ersten Lücken in die Herde rissen jene, denen bereits das vierte Frühstücksbier zu Kopf stieg und der Magen deshalb in den Entleerungsmodus wechselte. Echte Corona-Helden schafften es sogar, zuvor noch die Mund-Nase-Bedeckung abzunehmen. Später lichteten sich die Reihen, weil die Müdigkeit Tribut forderte und Bänke und Wiesen nunmehr unnatürlich starke Anziehungskräfte ausübten. Und in anderen Fällen betrug der Sicherheitsabstand zum Vordermann plötzlich 150 Meter. Die Reproduktionsquote der früh gemeinsam losgezogenen Gruppe fiel damit deutlich unter den Wert Eins. Fazit des Tages: Aufs starke Geschlecht ist in Krisenzeiten Verlass.

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DARAN sollte sich auch der erste Mann in der Regierung mal ein Beispiel nehmen, wenn er wieder ohne Maske und ohne Bier „Hygiene-Demos“ besucht, um mit guten Worten Leute zu retten, die nicht gerettet werden wollen. Michael Kretschmer muss vielmehr aufpassen: Viel Gedränge, viel Geifer und viel heiße Luft. Das von uns Vätern mithilfe des Alkohols in die Quarantäne vertriebene Virus findet dort ideale Asylbedingungen. Und der CDU-Politiker mit Landtagsmandat irrt, wenn er an seine Immunität glaubt: Die gilt nur im Parlament.

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