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Große Mehrheit will den Takt beibehalten

Bannewitz. Der Rat steht zu seinem früherenBeschluss zur Förderung des Musikschulangebotes in der Gemeinde.

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Von Domokos Szabó

Ob sie Klavier, Gitarre, Flöte oder ein anderes Instrument spielen: Die Schüler der Musik-, Tanz- und Kunstschule Bannewitz (MTK) können auch in Zukunft mit Zuschüssen der Gemeinde rechnen. Der Rat hat auf seiner jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit eine entsprechende Richtlinie bestätigt. Danach haben jene Schüler Anspruch auf die kommunale Unterstützung, die eine Einrichtung im Verband deutscher Musikschulen (VdM) besuchen. In Bannewitz erfüllt zurzeit allein die MTK dieses Kriterium.

Die MTK wurde nach der Schließung der kommunalen Musikschule aus der Taufe gehoben und hat sich mittlerweile als „die“ Musikschule in Bannewitz etabliert. 580 Schüler hat die MTK mittlerweile und einige davon schneiden beim jährlichen Wettbewerb „Jugend musiziert“ gut ab, sagt die geschäftsführende Leiterin Irmela Werner stolz. Außerdem schaffen jedes Jahr etwa fünf Schüler den Sprung in die Begabtenförderung.

Dagegen ist das Musikschulkabinett des Musikvereins Bannewitz ehrenamtlich organisiert. Abstriche bei der Qualität kann die Vorsitzende Elisabeth Scholz dennoch nicht erkennen. Sie lehnt es auch ab, die Mitgliedschaft beim VdM als ein Qualitätsmerkmal zu betrachten. Auf diese Mitgliedschaft muss ihr Verein verzichten, denn er hat keine angestellten Lehrkräfte und keinen hauptamtlichen Leiter.

Trotz der Unterschiede zwischen beiden Einrichtungen fühlt sich Scholz ungerecht behandelt. „Wir lassen die Entscheidung des Gemeinderates von einem Rechtsanwalt prüfen. Bei der Mitgliedschaft im Musikschulverband handelt es sich doch nur um einen organisatorischen Fakt“, sagt Scholz, die zugleich CDU-Gemeinderätin ist.

Im Rat indes ist man froh, dass die seit 2001 geltende Richtlinie funktioniert. „Das Fehlen der Fördervoraussetzung ist nicht der Ausdruck einer geringeren Wertschätzung kleinerer Musikschulen, sondern der Tatsache geschuldet, dass die Finanzmittel für freiwillige Leistungen vor allem dort konzentriert einzusetzen sind, wo der erzielte Effekt am größten ist“, heißt es in einem Papier, das der Ratsentscheidung zugrunde lag.

Unabhängig von der Förderung der Schüler können beide Musikschulen und andere Vereine eine projektbezogene Unterstützung beantragen, hieß es. Davon wollen sowohl MTK als auch der Musikverein Gebrauch machen.

Im Gemeinderat stimmten zehn Räte für eine Bestätigung der Richtlinie, zwei aus CDU waren dagegen. Elisabeth Scholz durfte wegen Befangenheit nicht abstimmen.