merken

Große Pläne für den „Goldenen Löwen“

Über Jahre verfiel der alte Gasthof. Nun will eine Dresdner Immobilienfirma mit der Sanierung beginnen.

© Christian Juppe

Von Patrice E. Fischer

Anzeige
Schönes Wohnen wird zum Schnäppchen

Die Wohnung soll neu eingerichtet werden? Echte Schnäppchenjäger sollten sich auf den Weg nach Weinböhla machen!

Marode Mauern, brüchige Böden und abgeplatzter Putz. Das ehemalige Restaurant an der Lohmener Straße erinnert an ein altes Geisterhaus. Diesem Spuk möchte Sven Pönitz nun ein Ende setzen. Der 39-Jährige ist Geschäftsführer der Dresdner Elbtalimmobilien.

Pönitz weiß genau – nach dem langen Löwenschlaf hat das alte Gebäude höchsten Sanierungsbedarf. Dennoch glaubt er fest an den Charme des Hauses im neobarocken Stil. „Mit sanierungsbedürftigen Gebäuden dieser Art beschäftigen wir uns seit über 15 Jahren“, sagt Pönitz. Mehrere Anläufe, das Haus zu sanieren, scheiterten. Nun will die Tochtergesellschaft „Goldener Löwe Immobilien“ von Elbtalimmobilien handeln. Der „Goldene Löwe“ soll zu neuem Leben erwachen. „Der Bauantrag wurde gestellt und steht nun kurz vor der Genehmigung“, sagt Pönitz. „In dem Gebäudekomplex werden 21 modern geschnittene, freundlich und funktionell ausgestaltete Eigentumswohnungen entstehen.“ Der Immobilienexperte prognostiziert eine Bauzeit von 18 bis 24 Monaten. In Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz sollen Ende Juni die Arbeiten beginnen.

Unter anderem müsse der Dachstuhl erneuert werden, so Pönitz. Die Deckenbalken, auf denen sich Hausschwamm breitgemacht hat, sollen entfernt und ersetzt werden, die historischen Kreuzstockfenster in alter Form zeitgemäß entstehen. Eine vollständige Entkernung sei zu vermeiden. Ein sehr aufwendiges Prozedere mit immer neuen Aufgaben. „Ein Sanierungsobjekt wie dieses, ist immer ein bisschen wie eine Überraschungstüte – man weiß nie, was da noch kommt und anfällt“, sagt Pönitz. Den Arbeiten gehe ein aufwendiges Baugutachten voran, so der Immobilienprofi. Dass bei den Neuerungen energetische Standards eingehalten werden, sei selbstverständlich, und auch ausreichender Lärmschutz sei berücksichtigt worden. Zudem vertraue er auf die Sachkenntnis und Routine seines Teams. Ende 2017 sollen die Arbeiten beendet sein.

„Wir können auf eine Reihe erfolgreicher Projekte zurückblicken“, sagt Pönitz. Ein Beispiel dafür sind die Wohnhäuser mit Rotklinkerfassade an der Niederstraße 3/4 im Radeberger Stadtzentrum.

Der Experte ist sich sicher, dass nun auch der „Goldene Löwe“ eine vergleichbare Perspektive hat. „Fassade und Struktur des Gebäudes im neoklassizistischen Stil sollen in jedem Fall bewahrt werden“, sagt Pönitz. „Selbstverständlich wird für die Mieter ein großzügiger Garten entstehen. Über ausreichend Stellplätze auf dem Grundstück diskutieren wir aus ästhetischen Gründen noch.“ Zu den Kosten für die Sanierungen, sowie den Preisen für die Drei- bis Fünfzimmerwohnungen möchte sich Pönitz noch nicht äußern. Doch er verspricht sich offenbar viel davon, denn die Preise in Dresden, besonders im beliebten Pillnitz, sollen steigen. Obendrein reicht die Geschichte des „Goldenen Löwen“ viele Jahrhunderte zurück. Auch deshalb könnte es viele Interessenten geben.

Bereits im 16. Jahrhundert war das Gebäude als Erbrichtergut mit Ausschank bekannt und somit älteste Schankstätte in Pillnitz. Mitte der 1850er-Jahre befand sich der Gasthof in Privatbesitz und wurde nach der Schließung ab 1945 als Arbeiterwohnheim genutzt.

Seit den 1990er-Jahren war das Haus unbewohnt. Nur eine Fleischerei hielt noch durch, doch auch diese verließ das Haus nach dem Hochwasser 2002. Seitdem steht der einstige Gasthof leer.

Spricht Pönitz über die Zukunft des „Goldenen Löwen“, gerät er regelrecht ins Schwärmen. „Ein großartiges Projekt und eine willkommene Herausforderung für uns“, sagt der Investor.