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Große Pläne, kleine Schritte

ABGEHOBEN. Die Reisebranche findet langsam einen Weg aus dem Umsatztief. Trotz der Aero-Lloyd-Pleite blicken die Reiseveranstalter optimistisch ins nächste Jahr. In einer Umfrage erklärten 75 Prozent, sie rechneten 2004 mit besseren Geschäften.

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ABGEHOBEN. Die Reisebranche findet langsam einen Weg aus dem Umsatztief. Trotz der Aero-Lloyd-Pleite blicken die Reiseveranstalter optimistisch ins nächste Jahr. In einer Umfrage erklärten 75 Prozent, sie rechneten 2004 mit besseren Geschäften. Auch die Flughäfen in Leipzig und Dresden spüren den Aufwind.

ANGEDACHT. Große Pläne offenbarte vergangene Woche auch die Deutsche Bahn. Zu Investitionen: Leipzig soll zwei neue Stellwerke bekommen. Zur Erneuerung: Die Diesel-Intercity-Expresse (ICE) passen nicht mehr ins Konzept und werden ausrangiert. Noch eine Woche zuvor hatte die Bahn angekündigt, die Sachsen-Franken-Magistrale (Dresden-Nürnberg) bis Görlitz zu verlängern. Statt im ICE müssen Reisende von der Lausitz nach Bayern nun in Nahverkehrszügen Platz nehmen. Zum Stellenabbau: Vor allem bei den Zugbegleitern und im Vertrieb sollen 3 000 Arbeitsplätze gestrichen werden.

AUFGESCHOBEN. Keine guten Nachrichten gab es auch im Maut-Krimi. Die Regierung streitet mit dem Betreiber-Konsortium Toll Collect um Schadensersatz für die Pannen-Serie. Die Opposition glaubt nicht mehr an einen Start der Lkw-Maut vor Juli 2004. Nächste Woche soll der Vertrag nachverhandelt werden. Ende offen.

AUFGEBAUT. Klare Worte sprach dagegen Wirtschaftsminister Martin Gillo am Montag in Lengefeld. Dort stellte er den Bergbaubericht 2002 vor: Seit 1998 haben sich die Fördermengen fast verdoppelt, und im Lausitzer Kohlerevier sieht er noch Kapazitäten – für ihn Beweis, dass Sachsen „Bergbau-Zukunft“ habe.

ANGEZOGEN. Auch die wirtschaftliche Zukunft wird wieder optimistischer beurteilt. Am Mittwoch stellten die deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute ihr Herbstgutachten vor. Dieses Jahr stagniert das Wachstum zwar, aber für 2004 erwarten die Institute 1,7 Prozent Zuwachs im Westen und 1,5 Prozent im Osten. Das Ifo-Institut in Dresden sieht Sachsens Wirtschaft im kommenden Jahr mit 2,2 Prozent Wachstum sogar über dem Trend. Eher düster sind die Prognosen für die Arbeitslosigkeit, die nach Meinung der Experten noch weiter sinkt.

ANGEKLAGT. Reumütig zeigte sich am Dienstag der frühere Südmilch-Chef Wolfgang Weber vor Gericht. Zum Prozessauftakt legte der wegen Untreue Angeklagte ein umfassendes Geständnis ab. Beim Verkauf von wertlosem Know-how an die damalige Südmilchtochter Sachsenmilch habe es „gravierende handwerkliche Fehler“ im Vertrag gegeben. Beim Plädoyer am Freitag hielt ihm der Staatsanwalt Weber die späte Einsicht zugute. Aufgrund des für Sachsenmilch entstandenen Millionenschadens forderte er zwei Jahre Freiheitsstrafe auf Bewährung und eine Geldauflage von 100 000 Euro.

ABGEMACHT. Unter Dach und Fach ist nun endlich die Zukunft des Nivea-Herstellers Beiersdorf. Am Donnerstag erhielt eine Investorengruppe um den Hamburger Kaffeeröster Tchibo den Zuschlag für das Aktien-Paket der Allianz. Zuvor hatte es Spekulationen um einen Einstieg des US-Konzerns Procter & Gamble bei Beiersdorf gegeben. Künftig werden Tchibo 49,9 Prozent der Beiersdorf-Aktien gehören. Damit hat auch für die Mitarbeiter von Tochter Florena Cosmetic GmbH im sächsischen Waldheim die lange Unsicherheit ein Ende. (SZ/as)