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Große Pläne und wenig Zeit

Die politisch heiß gehandelte sächsische Sozialministerin Helma Orosz verfolgt mit Interesse die Kurortentwicklung in Bad Muskau. Bei einem Treffen vor Ort hat sie, erfreut über die jüngst so positiven Entwicklungen in Sachen Moor und Sole angekündigt, 2009 in der Stadt ein heißes Bad zu nehmen.

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Von Wulf Stibenz

Die politisch heiß gehandelte sächsische Sozialministerin Helma Orosz verfolgt mit Interesse die Kurortentwicklung in Bad Muskau. Bei einem Treffen vor Ort hat sie, erfreut über die jüngst so positiven Entwicklungen in Sachen Moor und Sole angekündigt, 2009 in der Stadt ein heißes Bad zu nehmen. Nicht irgendeins, sondern ein fürstliches Kurbad mit heißem Heilwasser oder heißer Moorpackung. Die Ankündigung hat erneut die Zeitfrage in Sachen Kurortentwicklung aufgeworfen. Zwar sieht es mit der Sole und dem umgelagerten Moor derzeit ganz gut aus. Und die Stadtväter versprachen, dass sie dafür keine Badewanne auf dem Markt aufstellen müssen, denn in zwei Jahren sollen ja die neuen Kurhäuser fertig sein. Jetzt sind also die Investoren gefragt, ihre Versprechen einzulösen – zumindest der Moorbadchef hat signalisiert, die Finanzverhandlungen positiv abgeschlossen zu haben. Obwohl es sicherlich äußerst medienwirksam wäre, die Ministerin aus der Region in einer Marktwanne zu erleben.

Mit einem engen Zeitrahmen hat auch Nieskys Bürgermeister Wolfgang Rückert umzugehen. Denn just in der Zeit des Wahlkampfes um den höchsten Posten der Stadt, ist auch das große Stadtfest mit seinen diversen Attraktionen angesetzt. Für die Wahl gibt es natürlich Plakate für die Kandidaten. An sich besteht kein Zeitproblem, wenn Rückert im ersten Anlauf klar gewinnt. Kommt es aber zur zweiten Runde, würden in Niesky Wahlwerbeplakate und Festwerbeplakate hängen. Das geht natürlich nicht – Abhängaktionen wären rechtlich nötig. Und man könne ja nicht automatisch von einem Erdrutschsieg ausgehen, bemerkte Rückert politisch fair gestimmt zur Terminfrage Wahl und Stadtfest.

Ein ganz anderes Zeitproblem hat Steffen Lange. Der Unternehmer und Motorsportvereinschef in Niesky sucht Fotos von den guten alten Zeiten. Da stand nämlich in Niesky die lukullische Institution des „Schiefen Emils“ noch. Der Kiosk und Treffpunkt ist längst weg. Aber der Motorsportverein will ihn im Gelände Wiesengrund wieder aufbauen – dort, wo die neue Modellautorennstrecke ist. Nur hat keiner der Initiatoren ein Foto vom „Schiefen Emil“. Deshalb bittet Lange alle Ur-Nieskyer ihre Familienalben nach Fotos vom Kiosk zu durchsuchen, um den Nachbau nun endlich anzugehen.