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Großenhain im Ausnahmezustand

Zum Tag der Sachsen wird die Stadt mit dem Auto nicht erreichbar sein. Die Einwohner bekamen jetzt erstmals das Ausmaß der Sperrungen präsentiert.

Von Catharina Karlshaus

Matthias Schmieder hat in seiner Karriere bestimmt schon angenehmere Abende erleben dürfen. Immerhin war dem Geschäftsbereichsleiter Stadtkultur und Ordnung am Montagabend jener undankbarer Part zugedacht, in gewissem Sinne ausschließlich schlechte Nachrichten zu verkünden. Den zahlreich erschienenen Großenhainern nämlich, denen in einer Einwohnerversammlung erstmals die notwendigen Straßensperrungen und Einschränkungen zum Tag der Sachsen offeriert wurden. Allerdings: Ob es nun am anschaulich vorbereiteten Material, der besonnenen Art von Matthias Schmieder und Projektleiter Jörg Withulz gleichermaßen oder ganz einfach den vielfältigen Erfahrungen der Großenhainer selbst lag: Sie nahmen alle zu erwartenden Hemmnisse am ersten Septemberwochenende bewundernswert gelassen auf.

Charlotte Meentzen
Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint
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Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

Welche Bedeutung hat an den drei Festtagen der äußere Sperrkreis?

Eine große. Gürtelartig wird er sich um Großenhain herum ziehen. Zu ihm gehören das Wohngebiet Am Bobersberg, der Bereich um den Friedhof, die Berliner Straße ab dem Bahnübergang, die Dresdner Straße ab Ortlebbrücke, die Großraschützer Straße, die Elsterwerdaer Straße ab dem Bahnübergang, die Kupferbergstraße, die Preuskerstraße und die Radeburger Straße bis hin zum Ortsteil Folbern. Insgesamt 60 Straßen zählen dazu und sind ab 1. Mai auf der städtischen Homepage und der vom Tag der Sachsen aufgelistet. Zufahrt zum äußeren Sperrkreis haben nur die Anwohner, Lieferanten, Gewerbetreibende, Mitarbeiter eines Unternehmens sowie aktive Festteilnehmer. Befahren werden darf er nur mit einer Vignette, die bei der Großenhainer Stadtverwaltung beantragt werden kann. Der äußere Sperrkreis soll vor allem die ungehinderte Durchfahrt für Rettungsfahrzeuge und Krankentransporte garantieren. Nach derzeitigen Planungen wird das Parken für die Anwohner des äußeren Sperrkreises hier wie bisher möglich sein können.

Wohnen und Arbeiten im inneren Sperrkreis, was ist zu beachten?

Bei diesem Areal handelt es sich um das komplette innerstädtische Festgebiet. Angefangen von der Albertstraße über die Beethovenallee, Carl-Maria-von-Weber-Allee, Frauenmarkt, Mozartallee und Katharinengasse bis hin zur Poststraße, Schlossstraße und dem Walkdamm wird in diesen Tagen alles voller feiernder Menschen sein. Erwartet werden laut Schmieder 200 000 Gäste, die sich auf insgesamt 18 Themenbereiche und an 18 Bühnen hoffentlich gut amüsieren werden. Zum inneren Sperrkreis gehören 74 Straßen. Die betreffenden Anwohner müssen sich, so Matthias Schmieder, komplett von ihren Fahrzeugen verabschieden. Bereits ab Donnerstag, den 4. September um 20 Uhr kann nicht mehr geparkt werden. Dass Befahren des Festgebietes wird von Freitag 6 Uhr bis zum Sonntag 24 Uhr nicht mehr möglich sein. Auch nicht mit dem Fahrrad. Das Gebiet ist generell nur zu Fuß erreichbar. Einzige Ausnahme: Feuerwehr, Polizei und Notarzt. Zudem dürfen die Lieferanten der innerstädtischen Geschäfte in der Zeit von 3 bis 8 Uhr anliefern, sofern sie eine Vignette beantragt haben. Ebenfalls gestattet ist die Zufahrt auf ausgewiesene Sonderparkplätze mit einer Vignette für Künstler, Händler und Sicherheitskräfte. Da im inneren Sperrkreis auch keine Fahrzeuge parken dürfen, müssen die Inhaber Ausweichstellplätze bei der Verwaltung beantragen. Es sei denn, sie parken im eigenen Grundstück und benötigen am Festwochenende ihr Auto nicht. Andernfalls kann das Fahrzeug dann auf Flächen im äußeren Sperrkreis geparkt werden.

Wo könnte sich ein möglicher Ausweichparkplatz befinden?

Es wird versucht, wohnortnahe Standorte zu finden. Voraussetzung dafür ist, dass sich die Anwohner ab 1. Mai bei den zuständigen Mitarbeitern in der Verwaltung melden und einen Antrag auf einen Ausweichparkplatz stellen. Für Anwohner der Beethovenallee, Frauengasse, Dresdner Straße, Frohengässchen, Gerberdamm und Klempnergässchen ist beispielsweise der Parkplatz Schützenhaus auf der Dresdner Straße vorgesehen. Gegenwärtig hat die Stadt 1745 Ausweichparkplätze auf circa 25 Flächen für Anwohner, Gewerbetreibende und deren Mitarbeiter akquirieren können. Benötigt werden jedoch insgesamt 2 000. Betroffen von den Einschränkungen sind natürlich auch die Gewerbetreibenden. Für sie werden Ausweichparkplätze unter anderem Am Friedhof, im Husarenpark, am Autohaus Peugeot oder am Flugplatz bereitgestellt.

Wo muss der Besuch parken, der zur Tante in die Innenstadt will?

Er hat auf jeden Fall keine Chance auf eine Durchfahrt. Er muss das Fahrzeug auf einem der zwei Großraumparkplätze abstellen – so, wie die Festbesucher auch. Die Parkplätze befinden sich Am Flugplatz mit 12 000 Stellplätzen und in Richtung Priestewitz, an der B101. Die Standgebühr für das Fahrzeug pro Tag beträgt 10 Euro. Ein Shuttlebus bringt die Besucher dann in die Innenstadt. Der Eintritt zum Fest ist frei.

Sind Termine bei der Bank oder dem Friseur in diesen Tagen sinnvoll?

Wenn es den Betreffenden nicht stört, in die Innenstadt laufen zu müssen, dann nicht. Sollten sich die Ziele nämlich im inneren oder äußeren Sperrkreis befinden, ist der Weg zu Fuß zurück zulegen.

Wie gelangt der Caterer zur privaten Feier in den inneren Sperrkreis?

Ebenfalls ausschließlich zu Fuß. Für eine Durchfahrt gibt es keine Genehmigung.

Oma bekommt ihr Essen auf Rädern geliefert – oder doch nicht?

Wenn sie im äußeren Sperrkreis wohnt, kann der Zulieferer mit Vignette zur gewohnten Zeit das Essen bringen. Im inneren Kreis mit zeitlichen Einschränkungen.

Kommen Mitarbeiter der Post oder von Pflegediensten in die Innenstadt?

Die Zusteller sind informiert. Pflegekräfte müssen zum Patienten in die Stadt laufen.