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Netto-Neubau in der Warteschleife

Dafür müssten 26 Garagen weichen. Doch noch können sie sogar gemietet werden.

Von Thomas Riemer
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Der Netto-Markt auf der Dresdner Straße in Großenhain ist gut frequentiert. Ein geplanter Neubau an dieser Stelle zieht sich allerdings hin.
Der Netto-Markt auf der Dresdner Straße in Großenhain ist gut frequentiert. Ein geplanter Neubau an dieser Stelle zieht sich allerdings hin. ©  Kristin Richter

Großenhain. „Garagen zu vermieten.“ Kaum zu übersehen, prangt das Schild wie seit jeher an der Einfahrt zum Netto-Markt auf der Dresdner Straße in Großenhain. Und es wird vorerst auch so bleiben, heißt es aus dem Umfeld des Besitzers der Garagen. Man teile den Interessenten derzeit allerdings mit, dass sich im Falle einer Vermietung die Dauer der Nutzung durchaus plötzlich ändern könnte.

Der Grund: Netto will bekanntlich seine Filiale komplett um- bzw. neu bauen. Um künftig ausreichend Parkflächen zur Verfügung stellen zu können, wird das Areal des benachbarten Grundstücks benötigt. 26 Garagen wären davon betroffen. „Die für die Erweiterung des Netto-Marktes vorgesehenen Teile der nördlich angrenzenden Grundstücke (Flurstück 639 der Gemarkung Großenhain) sind im vorliegenden Vorentwurf des Bebauungsplanes für die Sicherung des Stellplatzbedarfes vorgesehen. Hier ist ein Gebäudeabbruch der Bestandsbebauung (Schuppen) nötig“, heißt es dazu aus dem Großenhainer Rathaus.

Doch wann es soweit sein wird, steht derzeit in den Sternen. Denn die Planungen für den Markt-Neubau befinden sich quasi noch in einem sehr frühen Stadium. Netto bittet daher um Verständnis, „dass wir aufgrund des frühen Planungsstandes keine weiteren Informationen zu der Filiale mitteilen können“, so Christina Stylianou, Leiterin Unternehmenskommunikation von Netto Marken-Discount. 

Und nach Auskunft der Stadtverwaltung befindet sich das Verfahren zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes gerade in der Prüfung von Stellungsnahmen aus der sogenannten frühzeitigen Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung. 

Nach Abschluss dieser Abwägung inklusive der Erstellung notwendiger Gutachten werde das Verfahren entsprechend Baugesetzbuch fortgeführt. „Als nächster Schritt ist der Beschluss des Entwurfes des Bebauungsplanes geplant“, heißt es aus dem Bauamt.

Vor rund zwei Jahren waren die Erweiterungspläne öffentlich geworden. Netto will den Angaben zufolge seine Einkaufsfläche an der Dresdner Straße von 733 auf 1.270 Quadratmeter ausweiten. Erforderlich sei der Neubau laut Netto außerdem, um den Markt an aktuelle Verkaufs- und Arbeitsstandards anzupassen. Was u. a. eine großzügigere Warenpräsentation, eine Verbreiterung der Gänge, verbesserte Kundenführung sowie eine Optimierung interner Logistikabläufe vorsieht. 

Zudem will Netto für seinen zeitgemäßen neuen Verbrauchermarkt vor allem einen separaten Backshop errichten. Der soll allein 42 Quadratmeter groß sein. Auf den Bestand der zweiten Filiale in Großenhain soll das alles keinen Einfluss haben. „Der Netto-Markt in der Wildenhainer Straße bleibt unseren Kunden weiterhin als Nahversorger vor Ort erhalten“, bestätigte die Leiterin Unternehmenskommunikation, Christina Stylianou.

Etwas weiter als das Netto-Vorhaben ist die Umgestaltung des Aldi-Marktes, gleich gegenüber auf der Dresdner Straße, gediehen. Hier könne noch im ersten Halbjahr 2020 mit einem Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan gerechnet werden, teilte die Stadtverwaltung auf SZ-Anfrage mit.

Aldi will seine Verkaufsfläche von 800 auf 1.270 Quadratmeter vergrößern.

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