merken
PLUS

Großenhain

Großenhain verschärft Kontrollen

Oberbürgermeister Sven Mißbach bittet die Einwohner darum, am Wochenende zu Hause zu bleiben.

Großenhains Spielplätze bleiben geschlossen: So auch der Spielplatz am Stadtpark.
Großenhains Spielplätze bleiben geschlossen: So auch der Spielplatz am Stadtpark. © Foto: Kristin Richter

Großenhain. Wenigstens eine Frage hat er am Freitagmorgen beantwortet bekommen. Wenigstens eine Frage von all den vielen, die Großenhains Verwaltungschef seit Tagen beschäftigen. Für jene, weshalb die Deutschen ausgerechnet Toilettenpapier hamstern, habe der Radiopsychologe eine Erklärung gehabt: "Er begründete es damit, dass die Menschen dadurch ein Sicherheitsgefühl beschleichen würde", erinnert sich Sven Mißbach und schüttelt den Kopf.

Nein, der erste Mann im Rathaus macht keinen Hehl daraus, dass er den momentanen Kaufrausch vieler Großenhainer nicht nachvollziehen kann. Mehr noch: Er hält das ständige Spazieren in die Supermärkte, die Begegnung mit anderen Kunden und Verkäuferinnen und das Berühren von Körben für unverantwortlich. Selbstverständlich sei es völlig nachvollziehbar, sich mit einem Grundstock an Lebensmitteln und gern auch Toilettenpapier einzudecken. Aber bitteschön in Maßen und nicht zweimal am Tag. Die Verbote und Einschränkungen, um die Infektionswege zu unterbrechen, wären nicht umsonst angeordnet worden. 

Eines der besten Autohäuser in Deutschland

Dresden braucht starke und innovative Unternehmen, wie das Autohaus Dresden. Der Opelhändler ist seit über 25 Jahren tief mit der Region verwurzelt.

Allerdings: Um deren Einhaltung stehe es auch in der Röderstadt bisher nicht immer zum besten. Abgesehen davon, dass viele Einwohner den sonnigen Donnerstag dafür genutzt hätten, um über den Wochenmarkt zu schlendern und dort an dem einen oder anderen Stand schwatzend zu verweilen - sehr zum Unmut vor allem auch aller Ladeninhaber, die ihre Geschäfte laut sächsischer Allgemeinverfügung schließen mussten. 

Nein, auch im Stadtpark und an der Rollsporthalle sei Begängnis gewesen. Jugendliche, die sich in zehn- bis 20-Mann-Grüppchen zusammengefunden hätten, mussten schließlich vom Ordnungsamt und der Polizei aufgefordert werden, nach Hause zu gehen. "Wie ich gehört habe, waren alle auch wirklich einsichtig. Aber ich möchte alle Bürger nochmals inständig bitten, solche Treffen doch von vornherein zu unterlassen! Erledigen die nur die notwendigsten Gänge! Bleiben Sie zuhause!", appelliert Sven Mißbach.

Um ganz sicherzugehen, würden am Wochenende auch alle infrage kommende Plätze verstärkt von der Polizei, den Bürgerpolizisten und gemeindlichen Vollzugsbediensteten kontrolliert. Immerhin hätten die Bundesregierung und auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretzschmer nicht umsonst darauf hingewiesen, dass die kommenden zwei Tage entscheidend wären. "Entweder die Menschen richten sich nach den klaren Anweisungen oder die Ausgangssperre ist nicht zu vermeiden. Ich hoffe sehr, dass die Großenhainer unter Beweis stellen, dass sie den Ernst der Lage begriffen haben."

Noch hätte man Glück. Laut Gesundheitsamt des Landkreises Meißen sei Großenhain bisher von einer Corona-Infektion verschont geblieben. Wie das in der nächsten Woche ausschaue, müsse man abwarten. Eine, die sicherlich eine neue Probe des Miteinanders werde. Kindergartenkinder und Schüler zuhause, Eltern in Home Office und viele ungeklärte Probleme. 

Weiterführende Artikel

Symbolbild verwandter Artikel

Coronavirus: Jetzt über 1.000 Tote in Deutschland

Weltweit mehr als eine Million Infizierte. Sachsen nimmt weitere Patienten aus dem Ausland auf. Tschechien verlängert Grenzschließung: unser Newsblog.

Die Telefone in der Großenhain-Information klingelten seit Mittwoch ununterbrochen, denn viele Einwohner suchten Rat. Etwa, ob die Elternbeiträge erstattet werden, weil die Sprösslinge ja nicht betreut werden können. "Ein solcher Beschluss wird gerade vorbereitet. Die Vorlage soll Anfang der Woche allen Stadträten zugehen und dann müssen sie ihr Votum dazu schriftlich abgeben", erklärt Sven Mißbach. Zusammen kommen werde man aufgrund der aktuellen Situation nicht extra dafür. Denn da sei es wie mit dem Toilettenpapier. "Weniger ist dieser Tage mehr!" 

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog!