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Großenhain will Kulturfans locken

Die städtischen Zuschüsse ans Kulturschloss gehen zurück, bleiben aber hoch. Im Alberttreff werden Nutzungsentgelte jetzt angehoben.

Das Kulturschloss ist ein Anziehungspunkt für Gäste aus nah und fern. Deshalb leistet sich die Stadt einen deftigen Zuschuss.
Das Kulturschloss ist ein Anziehungspunkt für Gäste aus nah und fern. Deshalb leistet sich die Stadt einen deftigen Zuschuss. © Kristin Richter

Großenhain. Wenn Fremde oder auch Einheimische gefragt werden, was ihnen als Erstes einfällt, wenn sie an Großenhain denken, wird das Kulturschloss neben dem Dianabrunnen und dem Naturerlebnisbad am Häufigsten genannt. Kaum ein Großenhainer, der noch nie hier war. Gut besucht und "oft ausverkauft" waren viele Veranstaltungen im Vorjahr, so der Geschäftsbericht für 2019, der jetzt im Stadtrat vorgestellt wurde. 

Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich das auch in den Zahlen darstellt. Mit 45.500 Euro konnte die Mannschaft um Geschäftsführer Jörg Rietdorf das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr steigern. Auch die Umsatzerlöse im Zabeltitzer Palais, das zur GmbH gehört, wurden verbessert. 

Elbgalerie Riesa
Gesicherte Nahversorgung in der Elbgalerie
Gesicherte Nahversorgung in der Elbgalerie

Die Apotheke, Drogerie und der Lebensmittelhandel haben in der Elbgalerie weiterhin für Sie geöffnet und freuen sich auf Ihren Besuch.

Ob Tanzstunden mit Abschlussbällen, die Talenteshow des Siemens-Gymnasiums oder viele Schul- und Kinderveranstaltungen, zum Beispiel durch die Landesbühnen Sachsen - auch Kinder und Jugendliche aus dem ganzen Landkreis werden hier an Kunst und Kultur herangeführt. 

So haben die Stadträte aller Fraktionen ohne große Diskussion zugestimmt, den Jahresfehlbetrag von rund 238.000 Euro für 2019 auszugleichen. Dafür wird Geld aus der Kapitalrücklage entnommen. 2018 und 2017 waren die Jahresfehlbeträge noch um einiges höher ausgefallen. 

Im Vorjahr lag auch die Filmgalerie im Plus, ein positives Betriebsergebnis verzeichnete auch die Schloss-Gastronomie. Die Gastronomie im Palais Zabeltitz, die sogar mehr Personalkosten als die im Kulturschloss ausweist, ist allerdings im Minus gelandet. Die Einnahmen sind dort jedoch gestiegen, ebenso die der Kultur. 

Weniger Personal, trotzdem Großevent

Für Großenhain bleibt es wichtig, sich mit der Kulturzentrum GmbH am Markt zu behaupten. Fast ein Dutzend Mitarbeiter legten sich dafür im Vorjahr ins Zeug. Zusätzlich zehn geringfügig Beschäftigte wurden jahresdurchschnittlich beschäftigt. Mehr Aushilfen mussten eine geringer gewordene Zahl an Festangestellten ausgleichen. 

"Besonders im Gastronomiebereich brachte die prekäre Personalsituation auch durch zwei Langzeiterkrankungen enorme Schwierigkeiten", heißt es im Lagebericht. Das machte sich besonders im Palais bemerkbar. Dennoch konnten Großveranstaltungen wie das internationale Xaver-Jubiläum abgedeckt werden.  Auch hohe Abschreibungen drücken in Zabeltitz die Bilanz herunter. 

Interessant ist in diesem Zusammenhang für die Filmgalerie, dass dort eine Förderung der Filmförderungsanstalt (FFA) über 7.900 Euro gewährt wurde: für die Modernisierung der EDV, einen Popcornwärmer und die Erstellung des Feuerwehrplanes. Mit dauerhaften Zuschüssen von 135.000 Euro kann die Kulturzentrum GmbH vom Kulturraum rechnen.    

Klar wird als Ziel von Geschäftsführer Jörg Rietdorf formuliert: Die Filmgalerie und der Gastronomiebereich sollen als selbstständig finanzierende Bestandteile der Gesamtangebote weiter gefestigt werden. Die Stadtverwaltung und der Aufsichtsrat mit Oberbürgermeister Sven Mißbach an der Spitze diskutieren intern jedoch auch Modelle, die Schloss-Gastronomie zu privatisieren. Durch die Einbußen wegen Corona könnte sich die Situation noch verschärfen.  

Der Alberttreff ist als soziokulturelles Zentrum auch Schauplatz von Bürgerversammlungen wie hier vor der Wahl im Vorjahr.
Der Alberttreff ist als soziokulturelles Zentrum auch Schauplatz von Bürgerversammlungen wie hier vor der Wahl im Vorjahr. © Kristin Richter

SkZ-Miete steigt ab September

Corona hat auch den Betrieb im SkZ Alberttreff zeitweise lahmgelegt. Dieser "Regiebetrieb" am Marstall wird als ein unterstützendes Bindeglied in der kulturellen Szene der Stadt angesehen. Auch hier gibt es Großenhainer und zahlreiche Auswärtige als Gäste und Nutzer der vielfältigen kulturellen Angebote. 

Nach sieben Jahren wurde hier die Eltgeltordnung überarbeitet, um auf Ausgabensteigerungen reagieren zu können. Auch dem gab der Stadtrat mit einer Enthaltung von Falk Terrey (SPD) seine Zustimmung. Klar wird dabei zwischen städtischer Vereinsunterstützung und privater bzw. kommerzieller Nutzung getrennt. 

Vereine wie die Singgemeinschaft, der Männerchor oder der Ele-Chor, die mit ihren Auftritten das Großenhainer Kulturleben bereichern, können den Alberttreff für ihre Proben weiter kostenfrei nutzen. Für andere Vereine, die zum Beispiel ihre jährliche Mitgliederversammlung hier abhalten, steigen ab 1. September die Raummieten. Das gilt auch für private oder gewerbliche Nutzung.

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Laut Stadt wurden damit 2017 15.000 Euro, im Folgejahr 14.000 Euro und im Vorjahr 16.000 Euro eingenommen. Die Mieten richten sich nach Art des Raumes (Saal, Cafeteria, Clubraum 2) und zeitlicher Nutzung. Generell wird eine Kaution von 100 Euro bei Vermietungen erhoben. Für bereits bestellte Termine, die wegen Corona verschoben werden mussten, gelten noch die alten Konditionen. 

www.skz-alberttreff.de/dienstleistungen.html

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