merken
PLUS

Großenhain

Großenhain zählt

Für das Konzept 2030 stehen neue Verkehrszählungen an. Doch die Bürger sehen ganz andere Lärmpunkte als Experten.

© SZ/Grafik Romy Thiel

Großenhain. Nach den Sommerferien wird gezählt. Bekanntlich nicht nur in der Schule, diesmal auch auf Großenhains Straßen. Die Bürger dürften das gern hören, denn schließlich hatten ein paar Enthusiasten von ihnen zuletzt eigens dafür eine Bürgerinitiative gegründet, um das Problem Straßenlärm in die Öffentlichkeit zu holen. Da ging es zwar vordergründig um den Tunnel Berliner Straße, aber schnell war klar – Großenhain muss sich grundlegend darüber im Klaren werden, wie denn ein modernes Verkehrskonzept überhaupt aussehen soll.

 Ein Knackpunkt: Kann die B 101 bei dem Verkehrsaufkommen künftig noch durch die Innenstadt verlaufen? Sollen die Radfahrer mehr Wege bekommen, wie das jetzt in vielen Großstädten diskutiert wird, wo regelrecht von einer Neuverteilung der Straße die Rede ist? Und natürlich die Frage, brauchen wir den Berliner Tunnel wieder als kurze Anbindung nach Kleinraschütz?

Großes Glück kann so klein sein
Großes Glück kann so klein sein

Hellwach oder im lieblichen Schlummer zeigen sich die süßen Babys. In unserer Themenwelt Stars im Strampler gibt es den Nachwuchs zu sehen.

Im Herbst beginnen dafür umfangreiche Straßenverkehrszählungen an den stark befahrenen Kreuzungen in der Kernstadt. Die Daten zu den Verkehrszahlen auf den Bundes- und Staatsstraßen in den Ortsdurchfahrten liegen bereits vor und werden deshalb nicht noch einmal erhoben. Insgesamt sind bis zu 20 Zählstellen in der Kernstadt geplant (siehe Karte). Gezählt werden soll an den Tagen Dienstag, Mittwoch und Donnerstag.

Im Oktober/November ist dann die erste Stufe der Öffentlichkeitsbeteiligung (Bestandsanalyse, Problemstellen aus Bürgersicht, erste Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrssituation) geplant. Von Februar bis Mai 2020 ist die Erstellung von Szenarien der künftigen Verkehrsentwicklung (Industriegebiet „Großenhain Nord“, Tunnel Berliner-/Wildenhainer Straße, Neutrassierung B 101) vorgesehen. 

Im Mai und Juni 2020 finden Fach-Workshops mit Behördenvertretern unter anderem des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr, des Landratsamtes Meißen und weiterer Institutionen statt. Eine Beteiligung der Bürger ist hierbei nicht vorgesehen.

Bis August 2020 soll ein Entwurf des Verkehrskonzeptes 2030 gepackt sein. Daran schließt sich eine erneute Öffentlichkeitsbeteiligung an. Die hier vorgebrachten Hinweise von Bürgern, Interessengruppen und Akteuren werden bis November 2020 in den Entwurf eingearbeitet. Mit einem Beschluss im Stadtrat ist dann Anfang 2021 zu rechnen.

Der Stadtrat der Großen Kreisstadt Großenhain hat in seiner Sitzung im Juni 2019 die Planungsleistungen für das Verkehrsentwicklungskonzept 2030, kurz VEK 2030, der Stadt Großenhain vergeben. Den Auftrag erhielt das Ingenieurbüro für Verkehrsanlagen und -systeme (IVAS) aus Dresden. Das Dresdner Ingenieurbüro wertet nun die vorhandenen verkehrsplanerischen Konzepte der Stadt aus.

Mehr zum Thema Großenhain