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Großenhainer rücken zusammen

Der "Zehner" wird als kleine Regionalwährung neu belebt. Er ist jetzt offen für alle Händler.

Auf Abstand, aber gedanklich sehr nahe: Großenhains Citymanager Alexander Ehrke, Geschäftsmann Falk Majok-Bökelmann, Wirtschatftsförderer Tom Quenstedt und Ladeninhaber Jan Dingfelder (v.l.).
Auf Abstand, aber gedanklich sehr nahe: Großenhains Citymanager Alexander Ehrke, Geschäftsmann Falk Majok-Bökelmann, Wirtschatftsförderer Tom Quenstedt und Ladeninhaber Jan Dingfelder (v.l.). © Thomas Riemer

Großenhain. Der Abstand beim Pressefototermin am Dianabrunnen im Herzen Großenhains ist nötig, aber trügerisch. Denn die Händler der Stadt, der Citymanager sowie der Wirtschaftsförderer der Verwaltung sind in den letzten Tagen buchstäblich zusammengerückt. Mit Beginn der Kontakteinschränkungen mussten fast alle Läden schließen. "Als dann zu war, musste man sich erst einmal strukturieren", sagt Falk Majok-Bökelmann, Inhaber des Uhren- und Schmuckgeschäfts auf dem Frauenmarkt. 

Aber er fügt hinzu: "Wir müssen die ganze Geschichte jetzt als Chance nutzen." Die Voraussetzungen der einzelnen Geschäfte sind unterschiedlich. "Manche mussten komplett auf Null herunterfahren. Andere können zumindest noch Dienstleistungen anbieten", sagt Wirtschaftsförderer Tom Quenstedt. 

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Citymanager Alexander Ehrke wiederum sagt, dass es "für niemanden eine schöne Zeit" ist. Aber durch das Zusammenrücken und die Solidarität der Geschäftsleute untereinander könne man stärker werden.

Der Grundgedanke: Es wird auch eine Zeit nach dem Coronavirus geben. Und genau dann sind die Händler auf die Treue und das Wohlwollen der einheimischen Kunden mehr denn je angewiesen. Den "Großenhainer Zehner" in diesen Zeiten in Erinnerung zu rufen, ist ein Pfund. 

Als kleine Regionalwährung ist er in vielen Großenhainer Geschäften seit 20 Jahren erhältlich. Jetzt erfährt er eine Novellierung: Konnte er bislang nur in Mitgliedsbetrieben der Fördergemeinschaft "Großenhain aktiv" eingelöst werden, ist er jetzt auch für Nicht-Mitglieder offen. "Der ,Großenhainer Zehner´ hat einen Gegenwert von 10 Euro und funktioniert wie ein Gutschein. Er kann in allen teilnehmenden Geschäften eingelöst werden", heißt es auf einem extra gefertigten Plakat. Der "Zehner"  kann auch angespart werden. Fünf "Großenhainer Zehner" stehen so beispielsweise für 50 Euro Gutscheinwert.

Ein Schorni, Glücksbringer und Mutmacher der SZ, geht stellvertretend an alle, die sich jetzt für die Zukunft der Großenhainer Geschäftsleute einsetzen.
Ein Schorni, Glücksbringer und Mutmacher der SZ, geht stellvertretend an alle, die sich jetzt für die Zukunft der Großenhainer Geschäftsleute einsetzen. © Thomas Riemer

Vielleicht, so die Hoffnung, gibt es sogar noch vor Ostern einige Interessenten, die auf diese Weise das diesjährige Geschenk-Problem lösen können. Vorerst ist der "Großenhainer Zehner" in drei Geschäften erhältlich: bei Schuhmacher Peter Söhnel und "Zoo Proschwitz" auf der Dresdner Straße sowie in der Postfiliale auf der Berliner Straße. Drei Läden, die derzeit geöffnet haben dürfen bzw. zum unmittelbaren Dienstleistungsbereich gehören.

Überhaupt haben die Ladenbesitzer vor allem in der Innenstadt nach erster kurzer Starre schnell reagiert und nach Nischen gesucht, um diesen oder jenen Artikel an den Mann zu bringen. Telefondienste wurden eingerichtet, Online-Shops aufgebaut. Hol- oder Bringeservice inklusive. So kann man "Selectorz"-Inhaber Jan Dingfelder mit etwas Glück momentan auch als Fahrradbote auf dem Weg zu Kunden antreffen. 

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"Man merkt, dass untereinander mehr kommuniziert wird" nennt Falk Majok-Bökelmann einen weiteren Aspekt. Zwischen Rathaus, Citymanager und Fördergemeinschaft gehen die Informationen reihum. Dieser regionale Austausch sei für alle wichtig. Eine Situation also, die Mut für die Zeit des Danach macht. Den Geschäftsleuten wie auch den Kunden.

Eine aktuelle Übersicht und Informationen zur Teilnahme für Gewerbetreibende finden Sie auf der Homepage www.einkaufen-in-grossenhain.de

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