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Großenhainer Skater ist Deutscher Meister

Theo Fischer holt bei den ungewöhnlichen Titelkämpfen in Groß-Gerau Gold über 200 Meter und gewinnt insgesamt vier Medaillen.

Der Zielschritt zum Sieg: Theo Fischer aus Meißen gewinnt im Laufanzug des Großenhainer Rollsportvereins Gold über 200 Meter bei der Chrono-DM.
Der Zielschritt zum Sieg: Theo Fischer aus Meißen gewinnt im Laufanzug des Großenhainer Rollsportvereins Gold über 200 Meter bei der Chrono-DM. © Foto: privat

Großenhain. Schneller als Usain Bolt! Der Vorzeige-Athlet aus Jamaika lief vor zwölf Jahren den aktuellen Weltrekord über 200 Meter. 19,19 Sekunden brauchte er. Ein Meißner im Laufanzug des Großenhainer Rollsportvereins war am Sonnabend allerdings schneller: Theo Fischer skatete die Distanz in 18,486 Sekunden. Damit geht der 18-Jährige zwar nicht in die Geschichte als Weltrekordler ein. Aber mit dieser Leistung ist er bei den Titelkämpfen in Groß-Gerau Deutscher Meister geworden. Drei weitere Medaillen kamen sozusagen als "Zugabe": Silber über 500 sowie jeweils Bronze über 1.000 und 3.000 Meter. Der Lohn: Vier Plaketten im Design einer Uhr. 

Sie waren extra für die Meisterschaft kreiert worden. Denn: Sämtliche Wettkämpfe werden in diesem Jahr im Kampf gegen die Uhr entschieden. "Chrono-DM" heißen die Titelkämpfe, die coronabedingt unter ganz besonderen Bedingungen stattfinden. Nur jeweils eine Altersklasse pro Tag trägt die Wettbewerbe aus. Lediglich angemeldete Sportler, ihre Betreuer und eine begrenzte Zahl an Zuschauern sind zugelassen. Rund um die Bahn herrscht Mundschutzpflicht. Medaillen werden gereicht, müssen sich die Aktiven aber selbst umlegen. Zur Gratulation gibt es einen Ellbogencheck. Betreuerbesprechung und Eröffnungsfeier müssen ausfallen.

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Für die Sportler in der Juniorenklasse, zu der Theo Fischer zählt, ist solch ein Tag eine absolute Herausforderung. Innerhalb weniger Stunden wurden am Sonnabend sämtliche vier Strecken, inklusive Vorlauf, zum Teil Halbfinals und Finals abgefordert. Alles im Kampf gegen die Uhr, wobei jeweils zwei Läufer im Gegenüber-Start ins Rennen gingen. Ausnahme 3.000 Meter: Hier durften die Skater einzeln und ohne Vorlauf wetteifern.

So ganz überraschend kommt es nicht, dass Theo Fischer mit einer Goldmedaille nach Hause zurückkehrt. Dass es ausgerechnet über die kurze Sprintdistanz gelang, war indes so nicht vorauszusehen. Denn die hat "normalerweise" Timo Lehnartz für sich gebucht, mit dem Theo vor einem Jahr im Teamsprint bei der EM gewonnen hatte. Lehnartz dominierte diesmal auf den längeren Strecken, vor allem über 3.000 Meter, als Theo Fischer "platt" war.

Sein Großenhainer Mannschaftskollege Richard Krause kehrte zwar ohne Medaille und daher auch etwas traurig in die Heimat zurück. Dennoch zeigte er gute Läufe und musste sich aber dem älteren Jahrgang in der Altersklasse geschlagen geben. Letztlich wurde er jeweils zweimal Vierter und Fünfter.

Für Theo Fischer ist der Erfolg auch insofern eine Genugtuung, nachdem er vor knapp zweieinhalb Jahren bei einem Trainingssturz schwere Verletzungen davongetragen hatte und dadurch unter anderem die Deutsche Meisterschaft auf seiner Heimbahn in Großenhain verpasste.

Die Chrono-DM ist im Prinzip das erste große Skater-Event dieses Jahres, nachdem so ziemlich alle Wettkämpfe wegen Corona abgesagt wurden. Darunter fielen auch die Veranstaltungen in den sächsischen Hochburgen Meißen und Großenhain. Sowohl der Weinberg-Cup in der Domstadt als auch der Halbmarathon am 1. Mai sowie die Internationalen Rollsporttage in Großenhain fielen dem Virus zum Opfer.

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