merken
PLUS

Großenhainer wird zur Großbaustelle

Gleisanlagen und Haltestellen sind nicht mehr zeitgemäß. Allerdings bringt der Umbau auch Nachteile mit sich.

© André Wirsig

Von Kathrin Kupka-Hahn

Auf der Großenhainer Straße kommen Autofahrer im Großen und Ganzen gut voran – wäre da nicht der Knotenpunkt an der Aral-Tankstelle, zwischen Fritz-Reuter-Straße und Eisenbahnbrücke. Die Straßenbahnen zuckeln hier durch, Radfahrer kreuzen, Busse halten am Straßenrand und Fußgänger hasten über die Fahrbahn, um ihre Anschlüsse nicht zu verpassen. Für manchen Verkehrsteilnehmer ist das eine echte Belastungsprobe, hier langzufahren.

Wandern
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt

Gerne an der frischen Luft und immer in Bewegung? Wanderwege, Tipps und Tricks finden Sie hier.

Doch das soll sich ändern. Stadt und Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) planen ab 2016 den Umbau des Straßenabschnittes samt Haltestelle „Liststraße“ und Gleisdreieck zur Harkortstraße. Rund 3,5 Millionen Euro kostet das Vorhaben, bei dem jedoch mehr passieren wird, als es der erste Blick vermuten lässt. Die Sächsische Zeitung stellt die wichtigsten Punkte vor.

Vorteil 1: Die Straßenbahnen kommen zügiger voran

Die Straßenbahngleise entsprechen nicht mehr dem heutigen technischen Stand, sagt Harald Keppler, städtischer Abteilungsleiter im Bereich Verkehrsplanung. Sie sind im Abschnitt zwischen Großenhainer Platz und Eisenbahnviadukt auf einer Länge von 540 Metern stark verschlissen. Die Straßenbahnen der Linien 3 und 13 können in dem Bereich mit nur zehn Stundenkilometern schleichen. Auch die Weiche zur Harkortstraße ist stark sanierungsbedürftig. Zudem entspricht der 2,50 Meter breite Abstand der äußeren Gleise nicht mehr den Erfordernissen. Nach dem Umbau haben die Gleise einen Achsabstand von drei Metern. Auf ihnen kommen breitere und komfortablere Straßenbahnen deutlich schneller voran.

Vorteil 2: Busse und Bahnen sind barrierefrei erreichbar

Momentan gibt es an dem Knotenpunkt Liststraße mehrere Haltestellen. Eine für die Straßenbahnen 3 und 13 sowie zwei weitere am Straßenrand. Hier halten stadtein- und stadtauswärts die Busse der Stadtlinie 81/328, die zwischen Bahnhof Neustadt und Wilschdorf/Moritzburg unterwegs sind, sowie die Regionallinien nach Berbisdorf, Radeburg und Großenhain.

Täglich sind an den Haltestellen 6.200 Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel unterwegs. Rund 300 von ihnen steigen zwischen den Straßenbahnen und Bussen um, etwa 480 zwischen den beiden Bahnlinien 3 und 13. Damit das künftig problemloser funktioniert, wird die Straßenbahnhaltestelle in der Mitte der Straße zur Zentrale umgebaut. Sie erhält höhere Borde, sodass Fahrgäste von Bussen und Bahnen barrierefrei ein- und aussteigen können. Zudem soll die Haltestelle verlängert werden, damit künftig zwei Straßenbahnen hintereinander halten können.

Um den Verkehrsfluss nicht zu unterbrechen, halten die Busse stadteinwärts künftig nicht mehr am Straßenrand, sondern in der Straßenbahnhaltestelle. „Damit ändern wir einen der am häufigsten genannten Kritikpunkte unserer Fahrgäste“, erklärt Jan Bleis, Marketingchef der DVB.

Der Nachteil: Linksabbieger müssen über die Liststraße

Zwar kommen nach dem Umbau sämtliche Verkehrsteilnehmer schneller voran, aber wer stadtauswärts nach links in die Harkortstraße abbiegen möchte, geht leer aus. Denn diese Linksabbiegespur, die bis vor den Brückenbauarbeiten der Deutschen Bahn auf der Großenhainer Straße existierte, wird es nach dem Umbau des Knotenpunktes nicht mehr geben.

Einerseits wegen der Verlängerung der Haltestelle, andererseits wegen der Brückenpfeiler, erklärt Harald Keppler. Letztere versperren die Sicht für Linksabbieger derart, sodass eine zusätzliche Ampel installiert werden müsste. Diese wiederum würde den Verkehrsfluss behindern. Deshalb wird die aktuelle Situation beibehalten: Wer stadtauswärts nach links Richtung Bürgerstraße will, muss eine Kreuzung eher über die Liststraße fahren.

Das kritisierten die Pieschener Ortsbeiräte und forderten, die Liststraße mit einem Asphaltbelag zu versehen. Denn noch besteht der Fahrbahnbelag aus Pflaster. Das würde rund 67.000 Euro kosten, so Keppler. Geld, das die Stadt aber nicht hat.