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Görlitz

Großer Schwarzer krault großen Grauen

Der Görlitzer Tierpark ist deutschlandweit Spitze. Da gratuliert auch der Ministerpräsident und macht ein besonderes Angebot.

Ministerpräsident Michael Kretschmer mit seinem neuen Patenkind aus dem Tierpark, dem Grauen Riesenkänguru Frodo
Ministerpräsident Michael Kretschmer mit seinem neuen Patenkind aus dem Tierpark, dem Grauen Riesenkänguru Frodo ©  Nikolai Schmidt

Da haben sich zwei von Anfang an gut verstanden. Der Frodo und der Micha. Gut, ersterer wird mit ein paar Leckerlies angelockt, um sich dann fotogen in Pose zu setzen, ganz entspannt. Der Zweite kommt freiwillig. Denn was weiß ein graues Riesenkänguru auch schon von den politischen Verhältnissen in Görlitz, in Sachsen? 

Für den CDU-Ministerpräsidenten des Freistaates wiederum ist der Termin im Görlitzer Zoo, inklusive Kängurustreicheln, am Donnerstag ein entspannter. Ein Heimspiel sozusagen. „Ich kenne den Tierpark schon aus meinen Kindergartentagen“, sagt Michael Kretschmer. Inzwischen hat sich hier allerdings Einiges getan. „Jeder Direktor hat den Görlitzer Tierpark geprägt“, sagt der Ministerpräsident.

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Offensichtlich mit Erfolg. Denn nach einer Analyse des Warentest-Portals testberichte.de liegt der Tierpark Görlitz auf Platz vier der beliebtesten Zoos deutschlandweit. 420.000 Kundenbewertungen bei Google wurden dazu herangezogen, 160 Zoos unter die Lupe genommen. Vor Görlitz haben es der Zoo Leipzig, der Heimattierpark Olderissen in Bielefeld und der Vogelpark Marlow in Mecklenburg-Vorpommern aufs Siegertreppchen geschafft. Der Zoo in Dresden beispielsweise landet auf Platz 102.

Tierparkdirektor Sven Hammer nennt mehrere Gründe für das überaus gute Abschneiden des Görlitzer Zoos. Zum einen sei da der Charakter als Naturschutz-Tierpark. „Mein Vorgänger Axel Gebauer hat dafür sehr viel getan“, sagt Sven Hammer. Besucherservice, die Nähe zu den Tieren, die der Zoo zu vermittelt – weitere Gründe. „Wir machen eben Sachen, die keine andere Einrichtung in dieser Art macht“, so Sven Hammer. Die Zahl der Besucher sei im Steigen begriffen. Allein im vergangenen Jahr kamen 148.000 Gäste, darunter viele aus dem Nachbarland. 

Ein weiterer Punkt, mit dem der Görlitzer Zoo in der Hitliste nach vorn rutscht. Gerade hat Bogatynia (Reichenau) eine Partnerschaft mit dem Tierpark aufgenommen. Mit der Aktion Hallo-Baby-Card können frisch gebackene Eltern den Zoo ein Jahr lang gratis besuchen. Der neue Bürgermeister von Bogatynia freut sich über die Aktion. „Das ist das gelebte Europa“, sagt Wojciech Blasiak. Dass der Erfolg nicht einfach so über Nacht kommt, weiß Tierparkchef Sven Hammer. Am Wochenende erwartet der Zoo in der Regel die meisten Besucher. Wochenenden gibt es für die Mitarbeiter dann quasi nicht. „Egal ob Tierpfleger oder Handwerker, Sonnabend, Sonntag müssen alle mit ran“, sagt Sven Hammer. Insgesamt hat der Zoo derzeit 40 Beschäftigte, die Zahl stieg von 25. „Es ist bei uns wie in der Gastronomie schwierig, motivierte Leute zu finden“, schildert Sven Hammer. Und: „Wir gehen einen Weg, der hart ist, aber konsequent. Wir fokussieren uns auf unsere Arbeit.“ Er sei sehr froh, dass die Mitarbeiter mitziehen, die Ziele verstanden haben. Einfach ist es für die zuweilen derweil nicht. „In unserem Job brauchen wir heute fast mehr Menschenliebe als Tierliebe“, sagt Sven Hammer.

Denn nicht jeder Besucher kann mit dem Angebot des Tierparks, der großen Tiernähe, entsprechend umgehen. „Da ist eine Veränderung in der Gesellschaft zu bemerken“, sagt der Direktor. Kinder, die über Zäune klettern, ohne dass die Eltern eingreifen – nur eine harmlose Auswirkung. Am Charakter des Zoos will Sven Hammer dennoch nichts ändern. „Die Leute sollen nach dem Besuch einfach sagen: Es war schön“, ist sein Ziel. 

Bei Ministerpräsident Michael Kretschmer hat er das zweifellos erreicht. Sachsens Landeschef übernimmt für das kommende Jahr gleich zwei Patenschaften im Görlitzer Tierpark. Zum einen natürlich für seinen neuen Freund Frodo. 320 Euro lässt sich das der Ministerpräsident kosten. Und zum anderen für Wildbienen, für 30 Euro. Denn Michael Kretschmer entpuppt sich im Görlitzer Zoo als Bienenfan, lässt sich ausführlich über Aufzucht, Pflege informieren.

„Ich weiß, der Tierpark ist kein Selbstläufer“, sagt Michael Kretschmer. Was der Görlitzer Zoo geschafft habe, ist das Ergebnis vieler fleißiger Hände Arbeit. Und er hat noch ein besonderes Angebot: Bei ihm Zuhause leben acht rhönfarbige Widderkaninchen. Vier würde er gern dem Görlitzer Zoo abgeben. Sven Hammer überlegt noch.

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