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Großerkmannsdorf will ein neues Wohngebiet

Bauplätze im Ortsteil sind gefragt – und mehr Einwohner sollen zudem bei der Lösung des Einkaufsproblems helfen.

Von Jens Fritzsche

Ein bisschen neidisch hat Großerkmannsdorfs Ortsvorsteher Harry Hauck dieser Tage schon nach Radeberg geschaut. Denn hier – an der Ecke Oberstraße/Pulsnitzer Straße – eröffnete vor gut anderthalb Wochen bekanntlich der neue Edeka-Markt der Generationen. Und eine solche Eröffnung wünscht sich Harry Hauck (Freie Wähler) seit Längerem auch für seinen Ortsteil. Nicht ganz so groß wie der neue Edeka soll der Markt in Großerkmannsdorf werden, „aber wir brauchen hier wirklich ein sogenanntes ländliches Einkaufszentrum“, ist Harry Hauck überzeugt. Denn vor einiger Zeit schloss der langjährige Dorfladen an der Hauptstraße, nun gibt es hier „nur“ noch einen Getränkehändler und den Bäcker.

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Aber der Ortsvorsteher weiß auch, dass Großerkmannsdorf im Moment noch ein bisschen zu klein ist, um einen Investor vom Bau eines solchen Einkaufszentrums zu überzeugen. „Ich habe ja schon einige angesprochen, die haben mir alle gesagt, es braucht noch ein paar Einwohner mehr“, machte Harry Hauck auch während der jüngsten Ortschaftsratssitzung deutlich. Und verriet schon mal, was er deshalb in seiner diesjährigen Neujahrsbotschaft verkünden wird: „Ich werde klar machen, dass wir in Großerkmannsdorf ein neues Wohngebiet brauchen!“ Und das im Übrigen nicht nur, weil damit die Chancen auf einen kleinen Supermarkt steigen. Sondern auch, „weil wir als Ortsteil bei Häuslebauern wirklich gefragt sind, unser Wohngebiet so gut wie voll ist und wir im Moment keine weiteren Plätze anbieten können“, so Harry Hauck. Ob Großerkmannsdorf tatsächlich ein neues Wohngebiet bekommen kann, ist derzeit allerdings noch offen. Dazu müsste zunächst der sogenannte Flächennutzungsplan für die Stadt und die Ortsteile geändert werden – dieser Plan legt unter anderem fest, an welchen Stellen künftig neue Wohnstandorte entstehen könnten. „Wir haben unseren Wunsch der Stadt mitgeteilt, dort wird nun geprüft“, erklärte der Großerkmannsdorfer Ortsvorsteher jüngst – und wunderte sich ein wenig, wie er zugab. „Was will man da eigentlich prüfen, wir sind so gut wie voll und brauchen dringend neue Baumöglichkeiten!“

Ähnliche Rufe erschallen seit Langem auch aus dem benachbarten Ortsteil Ullersdorf. Auch dort wünschen sich nicht wenige ein neues Wohngebiet. „Aber einen entsprechenden Antrag haben wir noch nicht gestellt – und es gibt auch aktuell keine ernsthaften Pläne“, stellt Ullersdorfs Ortsvorsteher Frank-Peter Wieth (CDU) klar.

Dennoch: Radeberg und seine Ortsteile sind bei Zuzüglern gefragt. Erst vor einiger Zeit konnte Radebergs OB Gerhard Lemm (SPD) während des Neubürgerempfangs rund 500 neue Einwohner begrüßen, die in den vergangenen Monaten nach Radeberg gezogen waren. „Neue Wohngebiete im Stadtgebiet sind aber erst mal dennoch nicht geplant“, erklärt Stadtsprecher Jürgen Wähnert. „Wir haben noch Platz im Wohngebiet am Sandberg und auch nahe der Pillnitzer Straße – diese Flächen wollen wir zunächst einmal auslasten“, sagt er.

Aber Großerkmannsdorfs Ortsvorsteher Harry Hauck wird dennoch nicht locker lassen, verspricht er. „Wir brauchen ein neues Wohngebiet“, ist er überzeugt. Schließlich will er demnächst zur Eröffnung eines neuen Supermarktes nicht mehr „so weit“ fahren müssen, sondern zu Fuß kommen…