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Hoyerswerda

Großes Fahrvergnügen im kleinen Flitzer

Schnuppertouren im XXS-Sportwagen waren gestern im Zuge des Hoyerswerdaer Boulevards Altstadt möglich.

Henry Weiher, bei HaarSchneider verantwortlich fürs Marketing, nahm gestern in einem der Mini-Hot-Rods Platz, die der Dresdener Tourenanbieter Simon Michauk im Zuge des Boulevards Altstadt nach Hoyerswerda gebracht hatte.
Henry Weiher, bei HaarSchneider verantwortlich fürs Marketing, nahm gestern in einem der Mini-Hot-Rods Platz, die der Dresdener Tourenanbieter Simon Michauk im Zuge des Boulevards Altstadt nach Hoyerswerda gebracht hatte. © Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. So müssen sich Promis fühlen. Nicht, dass sofort das Handy gezückt und Fotos gemacht werden, sobald man vorbeifährt – aber die Hälse der Passanten verrenken sich schon, jeder schaut. Automobile Subkultur gibt es schließlich nicht jeden Tag in Hoyerswerda zu sehen. 

Gestern waren sie der Hingucker in der Altstadt, die Hot Rods*, knuffige Sportwagen im XXS-Format. Heiko Schneider, Inhaber des Salons HaarSchneider, hat sie im Zuge des derzeit stattfindenden Boulevards Altstadt aus Dresden für einen Tag nach Hoyerswerda geholt. Für zehn Euro konnte jeder, der wollte, mal schnuppern, mal eine Runde durch die Stadt in den Mini-Flitzern drehen. Heiko Schneider kennt Simon Michauk, den Inhaber des Unternehmens Hot Rod Fun in Dresden. In der Landeshauptstadt sind die Go-Kart-ähnlichen Gefährte beliebt bei Einheimischen und Touristen – für geführte Stadt- oder Überlandtouren in die Sächsische Schweiz, Firmenevents oder Junggesellenabschiede. Wobei ganz klar der Fahrspaß im Vordergrund steht, weniger die altehrwürdigen Gebäude, die passiert werden. Seit einem Jahr gibt es die Hot Rod Station in Dresden. Simon Michauk, der übrigens aus Wittichenau stammt, sein Mechaniker und weitere Beschäftigte, die als jede Tour begleitende Guides fungieren, haben gut zu tun. Besonders am Wochenende ist die aus 15 Hot Rods – jedes davon kostet rund 14 000 Euro – bestehende Flotte gut gebucht.

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Die kleinen, spritzigen „Cabrios“ zu fahren, ist gar nicht schwer. Es gibt wie im Go-Kart ein Gas- und ein Bremspedal, allerdings auch einen Rückwärtsgang. Unter der Haube stecken ein Ein-Zylinder-Viertakter mit 170 Kubikzentimetern und rund 14 PS. Sturzhelm und Sturmhaube (wegen der Hygiene!) über den Kopf und los geht‘s nach einer kurzen Einweisung durch Simon Michauk.

Ein Hot Rod, das vom Karosserie-Design her an alte, schicke Ford-Modelle erinnert, hat weder Dach, Federung, Stoßdämpfer, Servolenkung noch Türen, es ist einfach Auto pur. Merkt man spätestens beim Hopsen über kopfsteingepflasterte Altstadt-Straßen. Der 150-Kilo-Mini-Bolide bringt es auf 88 km/h Höchstgeschwindigkeit. „Völlig ausreichend für Stadt und für Landstraßen“, sagt Simon Michauk. Man dürfte mit dem Hot Rod also sogar über die Autobahn sausen – aber wer will das schon?

Ein Junge war gestern der Erste, der die vor der HaarSchneider-Beachbar aufgereihten Fahrzeuge näher beäugte, interessiert technische Fragen stellte – aber sichtlich enttäuscht war, als er erfuhr, dass es sich hierbei um Fahrspaß nur für Erwachsene handelt. Ein Autoführerschein ist Voraussetzung, um ein Hot Rod zu lenken, das ganz normal mit Super betankt wird.

Hot Rods kann man bisher an 14 Standorten in Deutschland, Österreich und Rumänien ausleihen. Die Tourenanbieter sind Franchise-Nehmer des Hot-Rod-Herstellers und -Ertüftlers Wenckstern aus Norderstedt bei Hamburg. Die Hanseaten wollten eigenen Angaben nach Fahrspaß und Freiheit. Aus der Garagen-Tüftelei hat sich ein Unternehmen entwickelt. Man kennt das.

Und ja, der Fahrspaß kommt nicht zu kurz. Das merkt man hinter dem Steuer am unweigerlichen Grinsen im Gesicht.

* = Die Herkunft des englischen Begriffs ist nicht sicher. Hot Rod heißt wörtlich übersetzt heißes Pleuel. Möglich ist, dass Hot Rod von Pushrod, englisch für Stoßstange oder Schubstange abgeleitet ist. Eine andere Erklärung ist, dass der Begriff aus der Zusammenziehung von Hot Roadster für „leistungsgesteigerter Roadster“ entstanden ist.

www.hotrod-fun.com

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