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Großes Haus mit Charme

Der Laußnitzer Hof ist einer der letzten Gasthöfe seiner Art und wurde vielleicht auch deshalb gerade ausgezeichnet.

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© René Plaul

Nicole Preuß

Laußnitz. Der Laußnitzer Hof ist ein Haus zum Verlaufen. Im ersten Obergeschoss ist der große Festsaal, das lässt sich noch leicht merken, doch unten gibt es die Gaststube, den Clubraum, die Bornstube, den Hofladen, den Biergarten und einige Zimmer werden auch noch vermietet. Dirk und Caroline Tröger haben kein Problem damit – nicht mehr. Am Anfang vor 17 Jahren die Orientierung zu behalten, war auch für sie manchmal schwer. Und doch wollte Familie Tröger den Laußnitzer Hof damals unbedingt kaufen.

Die Gaststätte zwischen Bundesstraße und Bahnschienen ist eine der letzten ihrer Art in der Region. Früher hatte jedes größere Dorf ein Haus mit dazugehörigem Festsaal. Doch dann ließen sich viele große Gasthäuser nicht mehr bewirtschaften. Sie machten zu, wurden abgerissen, zu Wohnungen umgebaut oder verfallen bis heute. Einige wenige sind Gasthäuser geblieben. Meist stecken hinter solchen Betrieben besonders engagierte Gastleute, die ihren Gästen immer wieder etwas Neues bieten und so auch über die Zeit gekommen sind. Die Trögers sind zwei von ihnen. Dirk Tröger ist selbst im Sächsischen Reiter in Wölkau aufgewachsen, den sein Vater bewirtschaftete, „Ich wollte auch so eine große Gaststätte wie den Reiter betreiben und der Laußnitzer Hof war in einem sehr guten Zustand, also haben wir damals zugeschlagen“, sagt der 47-Jährige.

Frauentag mit Chris Roberts

Er kannte vorher schon die Gastronomiebranche aus der Sicht eines Selbstständigen. Der gelernte Koch und seine Frau hatten schon 1994 ein Restaurant in Bischofswerda übernommen. Das gaben sie bald nach den ersten Schritten mit dem Laußnitzer Hof auf. Sie schrieben Reiseunternehmen an und holten Stars und Sternchen für Konzerte nach Laußnitz. Und die Busse kamen. Die Schwarzmeerkosaken singen seitdem jedes Jahr im ausverkauften Saal. De Hutzenbossen waren da, die vier Tenöre for you sollen bald auftreten und für die Frauentagsveranstaltung im nächsten Jahr mit Chris Roberts musste noch ein zweiter Termin gefunden werden, weil die Karten sonst nicht gereicht hätten. Der Karneval mit dem Laußnitzer Karnevalsclub ist über die Grenzen der Gemeinde bekannt. „Wir haben Kultur und Gastronomie an einem Ort, wie früher in den Kulturhäusern“, sagt Dirk Tröger.

Im Sommer kommen natürlich die Hochzeitsfeiern dazu. In den Saal passen eigentlich 250 Leute und auch dann ist noch Platz zum Tanzen. Doch der Raum lässt sich optisch mit Trennwänden verkleinern, sodass auch Gesellschaften mit 50 Personen im Saal gefeiert haben. Catering wird ebenfalls angeboten. „Der Service und die Küche müssen stimmen“, sagt Dirk Tröger. „Und wir können mit Stolz sagen, dass wir als sehr gutes Team zusammenarbeiten, um mehrere Veranstaltungen gleichzeitig Hand in Hand bewirtschaften zu können“, ergänzt Caroline Trauzettel-Tröger.

Saal und Biergarten sind fertig

Investitionen werden Schritt für Schritt angegangen. Den Saal haben sie vor einiger Zeit renoviert, vor zwei Jahren wurde der Biergarten umgebaut. Der Steinofen dort bäckt an Pizza-Sonntagen die Pizzen der Gäste, die sie sich mit Belägen selbst zusammenstellen. Im Hofladen werden regionale Produkte verkauft. Und im nächsten Jahr soll eine Ferienwohnung dazukommen. Zehn Mitarbeiter gehören zum Team.

„Stillstand darf es nicht geben“, sagt Dirk Tröger. Das gilt selbst für eine Auszeichnung, die die Gastleute jetzt bekommen haben. Oberlausitzer haben das Haus in einer nicht repräsentativen Umfrage der Dehoga Sachsen zu einem der zehn Lieblingslokale der Oberlausitz gewählt. Der Waldblick Pulsnitz und das Weisse Ross in Königsbrück sind auch darunter. Das Haus der Familie Tröger kam auf Platz fünf. „Das ist Ansporn für uns, so weiterzuarbeiten“, sagt Dirk Tröger.