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Spektakuläre Aktion beim Brückenbau

Für den Neubau in Großharthau wurden riesige Teile eingesetzt. Dafür musste der Bahnverkehr gestoppt werden. Weitere Sperrungen stehen noch bevor.

Vier dieser tonnenschweren Betonelemente wurden jetzt in Großharthau für eine neue Brücke montiert. Jedes Teil ist rund 25 Meter lang.
Vier dieser tonnenschweren Betonelemente wurden jetzt in Großharthau für eine neue Brücke montiert. Jedes Teil ist rund 25 Meter lang. © Rocci Klein

Großharthau. In einer spektakulären nächtlichen Aktion wurden jetzt vier riesige Teile für die neue Brücke über die Bahnlinie in Großharthau angeliefert und mit einem tonnenschweren Kran gleich montiert. Während auf der alten Brücke der Verkehr auf der B 6 gen Dresden und in der Gegenrichtung rollt, entsteht unmittelbar daneben das neue Bauwerk. Seit dieser Woche sind schon die Konturen der Brücke zu erkennen. Wer genau hinschaut, sieht sogar den Beginn der Kurve, die die künftige Überführung über die Gleise bis zum Anschluss an die bestehende Straße einmal nehmen wird. 

Beton-Fertigteile überspannen jetzt die Gleise

Die zwischen 30 und 37 Tonnen schweren Betonelemente, von denen jedes rund 25 Meter lang ist,  kamen mit vier Schwerlasttransportern aus Erfurt. Bis nach Pulsnitz ging es über die Autobahn 4 - und von dort weiter über Radeberg und Rossendorf bis zur Baustelle. Für die Montage wurde in den Nächten zum Dienstag und zum Mittwoch der Bahnverkehr auf der Strecke Dresden - Bischofswerda eingestellt.

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Seit Beginn dieses Jahres wird an der Großharthauer Bahnüberführung gebaut.  Vorbereitende Arbeiten begannen schon Ende letzten Jahres. Bis zum Mai 2021 sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. Die neue Brücke wird bereits bis zum Ende dieses Jahres errichtet und an die B 6 angeschlossen. Danach wird die bestehende, rund 60 Jahre alte Brücke abgebrochen. 

Das Einsetzen der vier Brückenträger war eine  von mehreren besonderen Herausforderungen beim Bau.

Schon das Errichten der Fundamente war anspruchsvoll, weil in diesem Bereich Lehm und Sand vorherrschen.  Aus diesem Grund wird der Neubau auf Pfählen gegründet. Die Bauarbeiter mussten dafür 25 Pfähle von jeweils 1,20 Meter Durchmesser 14 bis 16 Meter tief in die Erde setzen. Erst dort gibt es einen tragfähigen Baugrund.

Hinzu kommen die Folgen der Corona-Pandemie. So sei es zum Lieferverzug bei den Schalungselementen für die Widerlager gekommen, sagte Lasuv-Sprecherin Rosalie Stephan. Aus diesem Grund sei der Straßenbau vorgezogen worden.

Spätere Elektrifizierung der Bahn berücksichtigt

Die neue Brücke wird etwa einen Meter höher als die jetzige sein. Denn gebaut wird mit Blick auf die künftige Elektrifizierung der Bahnstrecke Dresden – Görlitz. Auf der Brücke werden in beiden Fahrtrichtungen auf den Fahrbahnen Radfahrstreifen markiert, wie es sie schon in Großharthau auf der B 6 am Ortsausgang Richtung Dresden gibt. Auf beiden Seiten der Brücke wird es einen Fußweg geben. Direkt über den Bahngleisen wird dessen Geländer noch zusätzlich durch Plexiglas erhöht und verstärkt – als Schutz vor den Oberleitungen, die für die Elektrifizierung der Bahnstrecke notwendig sind.

Gebaut wird bei laufendem Verkehr auf der B 6. Ziel sei es, die Bundesstraße - neben der A 4 eine der wichtigsten Straßen in Ostsachsen - zumindest halbseitig durchgehend befahrbar zu halten, heißt es im Lasuv.   

Bahnverkehr wird an zwei Wochenenden unterbrochen

Der Bahnverkehr auf den Strecken Dresden - Görlitz und Dresden - Zittau - Liberec funktioniert weitgehend unabhängig vom Brückenbau. Eine für Mai angekündigte dreitägige Streckensperrung konnte aufgrund einer veränderten Technologie vermieden werden.

Zwei weitere Sperrungen der Bahnstrecke werden sich jedoch nicht umgehen lassen: vom 30. Oktober bis zum 2. November, wenn die bisherige Brücke abgebrochen wird, und dann noch einmal vom 12. bis 15. März 2021, wenn deren Fundamente zurückgebaut werden. Die Sperrzeiten hatte das Lasuv schon lange vor dem Baubeginn bei der Bahn beantragt.

Mit einer Bausumme von rund fünf Millionen Euro ist der Brückenbau aktuell eine der größten Baustellen im Bereich der Bautzener Lasuv-Niederlassung. 

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