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Großpostwitz bekommt einen Spielplatz

Bis Anfang Juli sollen alle Geräte aufgebaut sein. Etwas gedulden müssen sich die Kinder dann aber noch.

© Uwe Soeder

Von Madeleine Siegl-Mickisch

Die Schaukel steht schon, allerdings ohne Sitze, und auch die Sandspielfläche für die Jüngsten ist schon zu erkennen. Ansonsten sieht die Fläche neben dem Kirchgemeindehaus an der Hauptstraße in Großpostwitz noch sehr nach Baustelle aus: Steine und Erdhaufen liegen da, die Stämme der Bäume sind mit Holzlatten eingepackt. Kein Wunder, die Bauarbeiten haben erst vor zwei Wochen begonnen. Hier entsteht ein öffentlicher Spielplatz für Großpostwitz. Am 4. Juli soll er fertig sein. Bis zur Einweihung müssen sich die Kinder aber noch ein wenig gedulden. „Wir verwenden zwar Rollrasen, aber auch der muss erst anwachsen“, sagt Martin Knobloch von der Garten- und Landschaftsbaufirma Bohr aus Särka bei Weißenberg. Er schaut zusammen mit Annette Schütze auf die Zeichnung. Die Großpostwitzer Landschaftsarchitektin hat den Vorschlag für die Gestaltung erarbeitet.

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Da, wo sie gerade den Plan ausgebreitet hat, werden einmal die Kleinsten spielen. Mitten in der Sandfläche steht ein hölzerner Marienkäfer. Auf dem können die Kinder künftig ihre Sandkuchen backen. Tiere wie Maus und Frosch werden auch in der Umrandung aus Palisaden auftauchen. Daneben laden Marienkäfer und Biene auf Federn zum Wippen ein. An die Erwachsenen ist auch gedacht – sechs Bänke sind vorgesehen. Ohne fertige Spielgeräte kommt der Waldspielbereich unter den großen alten Bäumen aus. Dort soll Naturmaterial dominieren. Drei Mini-Hügel sind schon zu sehen, sie werden noch mit Findlingen gestaltet, drum herum werden Robinienhölzer zum Balancieren befestigt.

Vor allem für die größeren Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren ist das zentrale Element des Spielplatzes gedacht – eine Kombination aus Turm mit Rutsche, Kletternetz und Hangelstrecke. Neben dem Eingang wird ein Drehkreuz aufgestellt, das man erst in Schwung bringt, um dann draufzuspringen. Drei auf Federn gelagerte Hüpfplatten werden das Angebot zum Aktivsein komplettieren. „Von einer zur anderen zu springen, ohne herunterzufallen, ist gar nicht so einfach“, weiß Anette Schütze, die das auf einem anderen Spielplatz schon selbst ausprobiert hat. Gestaltungsideen holt sie sich, indem sie Kinder beim Spielen beobachtet. Und sie freut sich über Resonanz wie an der Großpostwitzer Lessing-Grundschule, wo 2010 der Schulhof neu gestaltet und später von einigen Schülern als Modell nachgebaut wurde. Allerdings sind auch viele Vorschriften zu beachten, zum Beispiel dürfen keine scharfkantigen Steine verwendet werden. Und auf dem Platz an der Hauptstraße musste der Efeu entfernt werden, weil er als giftige Pflanze gilt. Auch der Jägerzaun, der die rund 1 000 Quadratmeter große Fläche vom Weg daneben abgrenzt, muss weg. Über den könnten die Kinder drüberklettern. Er wird durch einen 1,40 Meter hohen Stabgitterzaun ersetzt. Ein solcher wird auch parallel zum Kirchgemeindehaus gezogen, damit ein wenig Abstand bleibt. Denn dort wächst eine große Eibe, die erhalten bleiben soll, aber nichts auf einem Spielplatz zu suchen hat, weil sie ebenfalls giftig ist.

Den Spielgeräten weichen mussten eine Linde und ein Wacholder. Dafür werden Bodendecker und zwei Bäume neu gepflanzt – eine Baumhasel und ein Zierapfel. „Aber das passiert erst im Herbst“, sagt Annette Schütze. Dann werden die Kinder den Platz längst in Beschlag genommen haben.