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Großprojekt Postplatz

Ab Oktober wird weitergebaut. Fast alle Investoren planen jetzt Wohnungen. Nur im Erdgeschoss entstehen neue Läden.

© Norbert Millauer

Von Bettina Klemm und Peter Hilbert

Langsam wird der Postplatz vollendet. Ab nächsten Monat soll an der Wallstraße wieder gebaut werden. Die Pläne für den Postplatz wurden schon vor 23 Jahren von dem Kölner Architekten Joachim Schürmann geschaffen. In den Grundzügen hält sich die Stadt auch heute noch daran. Allerdings entstehen nun hauptsächlich Wohnhäuser statt weitere Einkaufstempel. Die Sächsische Zeitung nennt die nächsten Vorhaben.

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Bauprojekt 1: An der Stelle des Postcontainers entsteht ein Neubau.

In Dresdens Baubranche gibt es ein neues Team: Die Unternehmen Baywobau Dresden und die tschechische CTR-Gruppe bereiten zwei Projekte entlang der Wallstraße vor. Zur Erinnerung an die Stadtbefestigung werden sie als Merkur I und II. bezeichnet. „Im Oktober wollen wir mit dem Bau beginnen“, kündigt Baywobau-Chef Berndt Dietze an. Die Genehmigung für Merkur I sei erteilt, bestätigt Baubürgermeister Jörn Marx (CDU). Beide Investoren rechnen mit Kosten in Höhe von 18 Millionen Euro. Im Mai 2016 soll der Gebäudekomplex mit 63 Wohnungen fertig sein. Die Flächen im Erdgeschoss sind für die Post vorgesehen. Bevor der Bau beginnen kann, muss in den nächsten Wochen der jetzige Postcontainer umgesetzt werden.

Bauprojekt 2: An der Wallstraße sind 235 Wohnungen geplant.

Für Merkur II bereitet das Dresdner Architekturbüro Knerer und Lang gerade den Bauantrag vor. Im November beginnen auf der heutigen Parkplatzfläche die ersten archäologischen Grabungen. Geplant sind zwischen Wall- und Marienstraße insgesamt 235 Wohnungen. Die 80 Millionen Euro teure Investition soll ebenfalls von der Gemeinschaft Baywobau/CTR errichtet werden. Die konkreten Pläne will Berndt Dietze im Oktober zur Immobilienmesse Expo Real in München präsentieren. Er rechnet mit einem Baubeginn 2015 und einer Bauzeit von zwei Jahren.

Bauprojekt 3: Pläne für ein Geschäftshaus sind vorerst gescheitert.

Für das Gelände am Antonsplatz, etwa gegenüber dem neuen Eingang zur Altmarkt-Galerie, wurden im Bauausschuss schon mehrere Varianten vorgestellt. Doch nun muss Bürgermeister Marx einschätzen: „Die bisherigen Pläne für die Errichtung eines Kaufhauses wurden von dem Projektentwickler verworfen. Neue Pläne sind in der Prüfung. Sie wurden aber der Stadt noch nicht abschließend vorgestellt.“

Bauprojekt 4: Altes Fernmeldezentrum soll einem Neubau weichen.

Am Postplatz soll eine weitere Baulücke verschwinden. Dabei handelt es sich um den Zipfel zwischen Freiberger und Annenstraße. Doch bevor die Brachfläche bebaut wird, soll das alte Fernmeldegebäude aus DDR-Zeiten abgerissen werden. Das graue Betongebäude hatte die Telekom im vergangenen Jahr an einen privaten Projektentwickler verkauft. Dabei soll es sich um eine Berliner Investorengruppe handeln. Der beauftragte Dresdner Architekt Stefan Wolff hatte dem Bauausschuss schon einen Entwurf vorgestellt. Der sieht ein bis zum Postplatz reichendes Wohngebäude parallel zum benachbarten Zwinger-Forum vor.

Die Stadt schafft derzeit die Voraussetzung für den Neubau, teilt Baubürgermeister Marx mit. Der bereits bestehende Bebauungsplan Postplatz/Wallstraße soll entsprechend geändert werden. „Damit werden die rechtlichen Voraussetzungen für die Entwicklung von Wohnungsbau geschaffen“, erklärt der Baubürgermeister.

Bauprojekt 5: Grundstückskauf für die Probebühne verzögert sich.

Semperoper und das Staatsschauspiel planen am Postplatz gemeinsame Probebühnen und Lagerräume für die Kulissen. Die Theaterwerkstätten an der Ostra-Allee reichen längst nicht mehr aus. Nach Aussage des Sächsischen Immobilien- und Baumanagement (SIB) ist das Projekt schon grundsätzlich genehmigt. Allerdings müssen noch Grundstücksfragen geklärt werden: Ein sogenanntes Umlegungsverfahren ist im April gescheitert, weil Privateigentümer Einsprüche erhoben haben, so Marx.

Bauprojekt 6: Neue Pläne werden für die alte Oberpostdirektion erarbeitet.

Das Immobilienunternehmen CG-Gruppe aus Berlin hat von der Telekom die alten Gebäudereste an der Ecke Annenstraße und Am See erworben. Nun sollen der Altbau rekonstruiert und durch einen Neubau ergänzt werden. Die Investorengruppe geht davon aus, bereits im nächsten Jahr mit dem Bau beginnen zu können.

Projekt Grün: Stadt plant im neuen Haushalt Geld für Bäume.

Zum besonderen Charme des Schürmann-Planes gehörten Wasserbecken und großzügige Baumreihen. „Wir hoffen, dass wir im neuen Doppelhaushalt für 2015/16 das erforderliche Geld wenigstens für die Begrünung einplanen können“, sagt Jörn Marx.