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Großröhrsdorf: Neue Chefin im Altenheim

Mitte März übernahm Sandra Krause die Leitung der Einrichtung Pro Seniore. Die Arbeit begann mit einer großen Herausforderung.

Sandra Krause ist die neue Chefin von Pro Seniore in Großröhrsdorf. Sie schätzt die gute Zusammenarbeit mit ihrem Team.
Sandra Krause ist die neue Chefin von Pro Seniore in Großröhrsdorf. Sie schätzt die gute Zusammenarbeit mit ihrem Team. © Matthias Schumann

Großröhrsdorf. Es war Zufall – und doch sollte der Arbeitsbeginn für die neue Leiterin der Residenz Rödertal von Pro Seniore etwas anders sein als erwartet. Sandra Krause übernahm am 17. März die Seniorenanlage in Großröhrsdorf. Das war genau in der Woche, in der das Coronavirus in Deutschland zu einem Lockdown führte. Schulen geschlossen, Homeoffice eingeführt und das öffentliche Leben weitgehend eingeschränkt. Was kommt in solch einer Situation auf ein Seniorenheim zu? 

Sandra Krause sprang sprichwörtlich ins kalte Wasser. Neben der normalen täglichen Arbeit musste ein Konzept erstellt und schnell umgesetzt werden, um den Alltag trotz Corona so gut wie möglich für Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter zu gestalten. „Ja, der Alltag musste in manchen Dingen umstrukturiert werden, es gab ganz viel zu organisieren, aber wir haben die Situation gemeistert“, blickt die neue Leiterin zurück. Sie ist sogar selbst nach Dresden gefahren, um ausreichend Desinfektionsmittel zu holen. 

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Neun Jahre eine Rehaklinik geleitet

Ihr ging es vor allem darum, dass sich die Bewohner trotz der Einschränkungen wohlfühlen. Ein Baustein dafür: viele Gespräche, klare Regeln und Alternativen zu Aktivitäten, die nicht mehr möglich waren. Sandra Krause hat es mit ihrem Team geschafft, durch die schwierige Corona-Zeit zu kommen. 

Erfahrungen brachte sie aus ihrer vorherigen Tätigkeit mit. Sie leitete neun Jahre eine Rehabilitationsklinik in Sachsen. Aus persönlichen Gründen suchte sie eine neue Herausforderung, und die Stelle der Leiterin von Pro Seniore war frei, weil ihre Vorgängerin das Haus verlassen hatte. Erst holte sie sich im Internet Informationen über die Einrichtung, dann fuhr sie selbst mal hin, und schließlich hat sie sich beworben. 

Sie bekam die Stelle. „Ich hatte gleich von Anfang an einen positiven Eindruck. Und es reizt mich, mit und für Menschen zu arbeiten, auch wenn es das erste Mal ist, dass ich im Bereich der Altenpflege tätig bin“, sagt die Dresdnerin. Sandra Krause setzt auf ein offenes Verhältnis zu den Mitarbeitern und Bewohnern. „Ich habe einen guten Kontakt zu allen“, schätzt sie selbst ein. Viele Gespräche, eine tägliche Zusammenkunft am Morgen mit allen, um über anstehende Aufgaben zu reden – das sind in ihren Augen wichtige Aspekte, um so ein großes Haus zu leiten.

Wegen Fachkräftemangel nicht alle Plätze belegt

Immerhin hat die Seniorenresidenz Platz für 220 Bewohner im Pflegebereich, und es gibt zusätzlich 37 Apartments im betreuten Wohnen. Derzeit sind in der Residenz 190 Plätze belegt. Das liegt aber nicht an mangelnden Bewerbungen für die Plätze, sondern an fehlenden Mitarbeitern. „Der Fachkräftemangel in unserem Bereich ist deutlich zu spüren“, weiß Sandra Krause.

In der Residenz werden Pflegefachkräfte selbst ausgebildet. Derzeit gibt es zehn Azubis, und am 1. September kommen zwei weitere dazu. „Es könnten mehr sein, aber es fehlt an Bewerbungen“, so die Leiterin der Einrichtung. „Wir sind offen für jeden, der Interesse an dem Beruf zeigt, auch gegenüber Menschen mit einer anderen Nationalität. Grundvoraussetzungen sind allerdings ein ausgeprägtes Sozialverhalten, Lernfähigkeit und vor allem ein gutes Sprachverständnis, um auf die Wünsche und Bedürfnisse unserer Senioren eingehen zu können.“

Reichlich vier Monate leitet Sandra Krause jetzt Pro Seniore, und sie fühlt sich angekommen. „Ich habe ein tolles Team. Bei den Mitarbeitern spüre ich, dass sie ihren Beruf gern ausüben. Darauf kommt es an.“ Genau in diese Richtung will sie weiterarbeiten. Sie weiß, dass in der Pflege qualifizierte Mitarbeiter gebraucht werden. „Nur so können wir sicherstellen, dass die älteren Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt so betreut werden, wie sie es wirklich verdienen“, so Sandra Krause.

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