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Großschönau treibt Schloss-Sicherung voran

Das Hainewalder Schloss ist stärker beschädigt als bisher gedacht. Der Schwamm habe das Holz im gesamten Gebäude befallen, sagte Fred Milke am Montag während des Großschönauer Gemeinderates mit Verweis auf das seit September vorliegende Holzschutzgutachten.

Von Thomas Mielke

Das Hainewalder Schloss ist stärker beschädigt als bisher gedacht. Der Schwamm habe das Holz im gesamten Gebäude befallen, sagte Fred Milke am Montag während des Großschönauer Gemeinderates mit Verweis auf das seit September vorliegende Holzschutzgutachten. Er ist Chef der Zittauer AIZ Bauplanungsgesellschaft mbH, die für Großschönau als Eigentümer des Schlosses die Notsicherung des Mittelteils plant. Deshalb fallen deutlich mehr Arbeiten an als vorhergesehen: Vier Decken des Mittelteils müssen komplett durch Stahlbeton ersetzt werden. Dadurch gehen ihre Schmuckelemente verloren. Zudem muss der Putz von den Wänden gehackt werden. Im Klartext: Nach den mit dem Denkmalschutz abgestimmten Arbeiten werden im Inneren vor allem rohe Steinwände und Stahlbetondecken beziehungsweise Fußböden zu sehen sein. Am äußeren Bild soll sich nichts ändern.

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Die Notsicherung wird dadurch teurer als gehofft. Die von Bund und Land in Aussicht gestellten 400 000 Euro werden voraussichtlich dafür reichen. Für das Aufsetzen der Turmhaube reichen sie laut Milke aller Wahrscheinlichkeit nach nicht. Dazu bedürfte es seinen Worten zufolge weiterer etwa 140 000 Euro.

Weil Gutachten eingeholt werden mussten und laut Bürgermeister Frank Peuker (SPD) ein großer Abstimmungsbedarf zwischen Fördermittelgeber, Denkmalschutz und anderen bestand, kann die Notsicherung erst 2014 starten. Peuker hofft, dass die Aufträge in den Wintermonaten ausgeschrieben werden können. Er machte auch klar, dass das Schloss während der Arbeiten nur eingeschränkt oder gar nicht genutzt werden kann. Dass das bisher nur für 2013 in Aussicht gestellte Geld verfallen könnte, glaubt er nicht. Saskia Heublein von der Entwicklungsgesellschaft Niederschlesische Oberlausitz mbH (Eno) pflichtete ihm bei und kündigte an, sich um die Verschiebung der Mittel ins neue Jahr kümmern zu wollen.

Die Aussagen von Milke und Heublein dienten unter anderem als Beweis dafür, dass Großschönau das ganze Jahr am Projekt „Notsicherung des Schlosses“ gearbeitet hat. Peukers unwidersprochenen Aussagen zufolge sind die Landesdirektion und der Bundestagsabgeordnete Michael Kretschmer (CDU) Anfang 2013 auf die Gemeinde zugekommen und haben Unterstützung signalisiert. Weil der Bürgermeister der Meinung ist, dass er die Notsicherung mit seiner kleinen Verwaltung schwer stemmen kann, hat Landrat Bernd Lange die Hilfe der Eno angeboten. „Am 25. Februar war klar, dass wir uns der Aufgabe stellen wollen“, sagte Peuker. Im März sei der Förderantrag eingereicht worden. Kurze Zeit später hieß es von Bund und Land: Großschönau kann mit den 400 000 Euro rechnen. Bis in den September haben Abstimmungen und Gutachten gebraucht.

Der Gemeinderat signalisierte am Montag Zustimmung zu diesem Vorgehen. Allerdings machte er auch noch mal klar, dass er die Attacken des Schlossvereins auf die Gemeinde unangemessen fand und nicht nachvollziehen kann. Der Schlossverein hatte ihm und der Großschönauer Verwaltung in einem SZ-Interview vorgeworfen, sich nicht für das Schloss einzusetzen sowie Sicherung und eine eventuelle Sanierung hinauszuzögern. Zudem äußerten erneut einige Räte Zweifel, ob es sinnvoll ist, ohne ein Nutzungskonzept überhaupt so viel Geld in das Schloss zu investieren. Aber: Eigentum verpflichtet, hieß es. Bürgermeister Peuker machte einmal mehr keinen Hehl daraus, dass das Ziel der Notsicherung „Verkauf“ heißt. Um den offenen, eskalierten Streit zwischen Verein und Gemeinde zu beenden, signalisierten Räte und Bürgermeister Gesprächsbereitschaft. Vermitteln will der Landtagsabgeordnete Stephan Meyer (CDU), selbst Mitglied im Schlossverein. Jürgen Böhmer vom Vorstand, Gast in der Sitzung, dankte im Namen des Vereins und nahm das Gesprächsangebot an.Kommentar