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Großschönauer betreut WM-Teilnehmer

Kfz-Technikermeister Franz Havlat trainiert die besten deutschen Nachwuchshoffnungen. Einer reist nun zur Berufe-WM nach Russland.

Kfz-Technikermeister Franz Havlat (Zweiter von rechts) ist Junior-Chef bei Havlat in Großschönau.
Kfz-Technikermeister Franz Havlat (Zweiter von rechts) ist Junior-Chef bei Havlat in Großschönau. © Rafael Sampedro

Franz Havlat hat sich infiziert - mit dem "World Skills"-Virus. Dahinter steckt die Berufs-Weltmeisterschaft, für die der Kfz-Technikermeister vom Autohaus Havlat aus Großschönau die neuesten deutschen Hoffnungsträger für seinen Bereich sucht und betreut. Er ist sozusagen ihr Bundestrainer. Dieses Jahr geht die Reise nach Kasan in Russland, wo vom 22. bis 27. August die "World Skills 2019" veranstaltet werden. 

Mit dabei: Simon Kazimirowicz. Der 22-jährige Sauerländer arbeitet bei der Paul Witteler GmbH in Brilon - und ist Franz Havlat beim Bundesleistungswettbewerb und Eurocup in Bern aufgefallen. "Seine Stärke ist die Fehlersuche in der Elektrik", berichtet Franz Havlat gegenüber dem Handwerksblatt. "Außerdem strahlt er eine ungeheure Ruhe aus."

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Trainiert wird vor allem durch die tägliche Arbeit im Mercedes-Autohaus. Für regelmäßige Treffen zwischen Kazimirowicz und Havlat hingegen ist die Entfernung zwischen dem Sauerland und Großschönau zu groß. So läuft vieles über Mail und Telefon. Zur gemeinsamen Vorbereitung gehört eine Woche in der Kfz-Werkstatt der Handwerkskammer Dresden. 

Der Wettkampf  dauert vier Tage. Zwei Stunden haben die Teilnehmer für jede Station Zeit. Neun sind in Russland zu meistern, eine mehr als noch bei der jüngsten Berufe-WM in Abu Dhabi 2017. Der Bereich Hybrid- und Elektrofahrzeuge ist nun dazu gekommen. Franz Havlat möchte mit seinem Schützling vorab alle Stationen durchgehen, sich aber vor allem auf dessen Schwächen – Motormechanik und Motorvermessung – konzentrieren, heißt es im Bericht des Handwerkblatts. "Wir werden uns genau anschauen, wo es die meisten Punkte gab und uns auf diese Aufgabenteile konzentrieren", sagt er zur Taktik.

Über den Erfolg entscheiden viele Faktoren. "Man muss in allen Bereichen seines Berufes sehr gut sein und sein Wissen auch auf die Modelle verschiedener Hersteller übertragen können", wird der Bundestrainer zitiert. Erschwerend hinzu kommen die ungewohnte Umgebung und der extreme Zeitdruck. "Beim Wettkampf sind nicht nur die fachlichen Leistungen gefragt, sondern auch, ob man sie mental an allen vier Tagen abrufen kann."

Franz Havlat hat 2011 noch selbst an der WM in London teilgenommen und aufgrund seiner Leistungen eine Ehrenmedaille erhalten. Zwei Jahre später in Leipzig gehörte er schon dem Organisationsteam an. Als Supervisor für "Automobile Technology" war er dafür verantwortlich, dass in den Wettkampf-Werkstätten alles reibungslos läuft. 

Nun als Bundestrainer hängt er die Erwartungen aufgrund der engen Leistungsdichte nicht all zu hoch. "Alleine an den World Skills teilnehmen zu dürfen, ist eine Erfahrung fürs Leben", äußert er gegenüber dem Handwerksblatt.

Auf dem Gelände des "Kazan Expo International Exhibition Centre" machen Teilnehmer aus über 60 Staaten mit, die in 56 Bereichen gegeneinander antreten. Bei "Automobile Technology" gehen die Kfz-Mechatroniker an den Start. Das Höchstalter für die Teilnahme liegt bei 22 Jahren. In einzelnen Bereichen sind Ausnahmen möglich.

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