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Sachsen

20.000 Sozialwohnungen für Sachsens Großstädte

Die Nachfrage nach günstigem Wohnraum ist nicht überall hoch. Wo in den nächsten Jahren besonders viel gebaut werden soll.

Entwurf für Sozialwohnungen in Dresden-Niedersedlitz.   2017 und 2018 wurden in der Landeshauptstadt 385 Sozialwohnungen errichtet.
Entwurf für Sozialwohnungen in Dresden-Niedersedlitz. 2017 und 2018 wurden in der Landeshauptstadt 385 Sozialwohnungen errichtet. © Visualisierung: WID

Dresden. In den sächsischen Zentren Leipzig und Dresden sollen in den kommenden Jahren mehrere Tausend Sozialwohnungen entstehen. Das geht aus der Antwort der Staatsregierung auf die Anfrage der Linkenabgeordneten Juliane Nagel hervor. Demnach meldete die Landeshauptstadt bei der Regierung den Bedarf von 10.000 zusätzlichen Sozialwohnungen bis zum Jahr 2025. Für Leipzig lag die Zahl ähnlich hoch – bei 10.353.

Die Städte meldeten die Daten im Jahr 2018, heißt es in der Antwort des Ministers für Regionalentwicklung, Thomas Schmidt (CDU). Andernorts in Sachsen ist die Nachfrage nach neuem Wohnraum für Einkommensschwache deutlich geringer. So gaben den Ministeriumsangaben zufolge nur drei Kreise Bedarf für die kommenden Jahre an, darunter Bautzen mit 42 und der Erzgebirgskreis mit 53 Wohnungen.

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Die Antwort ist ein weiterer Beleg für den Stadt-Land-Gegensatz in Sachsen. Dresden und Leipzig sind in den vergangenen Jahren stark gewachsen, durch Zuzug von außerhalb Sachsens, aber auch aus ländlichen Regionen des Freistaats. Dort ist ganz offensichtlich genügend preisgünstiger Wohnraum vorhanden, sodass staatlich geförderte Wohnungen mit sogenannter Mietpreisbindung wenig gefragt sind. So gab es beispielsweise im Vogtlandkreis nach Angaben des Ministeriums zwischen 2015 und 2017 keine einzige Sozialwohnung. Auch andernorts ist die Anzahl vergleichsweise gering. Im Kreis Görlitz gab es demnach im vorvergangenen Jahr 18 Sozialwohnungen. Daten für 2019 liegen dem Ministerium bislang nicht vor.

Mehr sozialer Wohnungsbau in Leipzig

Über Jahre war die Zahl der Sozialwohnungen im Freistaat rückläufig, von mehr als 37.000 (2012) auf rund 11.500 (2017). Im Jahr 2014 fielen etliche Bindungen weg, sodass die Wohnungen anders vermietet werden konnten. Nagel bringt die Entfristung dieser Bindungen ins Gespräch.

Seit 2018 ist ein leichter Anstieg beim Sozialwohnungsbestand zu beobachten, der sich nun durch den Bedarf in den Zentren massiv verstärken soll. Seit 2017 der Freistaat jährlich 40 Millionen Euro für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung, in diesem Jahr sollen es sogar 50 Millionen sein, wie aus einer weiteren Anfrage der Linken-Abgeordneten hervorgeht.

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Die Mittel beantragten bislang Dresden und Leipzig. Der Messestadt wurden in den vergangenen drei Jahren jeweils 20 Millionen Euro bewilligt, wie das sächsische Innenministerium in der Antwort mitteilte. In Dresden waren es demnach zwischen rund 18,5 und 21,5 Millionen Euro. 2017 und 2018 wurden in der Landeshauptstadt den Angaben zufolge 385 Sozialwohnungen errichtet. In Leipzig entstanden binnen drei Jahren mehr als 1.000.