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Großvermieter konkurrieren bei Parkplätzen in Königshufen

Der neue WBG-Parkplatz an der Antonstraße ist fertig und fast leer. Nebenan baut nun auch die WGG. Deren Stellplätze sind schon komplett ausgebucht.

© Pawel Sosnowski/80studio.net

Von Ingo Kramer

Schön sieht er aus, der neue Parkplatz der Wohnungsbaugesellschaft (WBG) an der Antonstraße in Königshufen. Dort, wo bis vor ein paar Jahren noch ein grauer Wohnblock gestanden hat, ist nun alles ordentlich gepflastert und umzäunt, es gibt Zugänge aus mehreren Richtungen, frisch gepflanzte Sträucher an den Rändern und mittendrin hat die WBG sogar ein paar neue Bäume ins Erdreich setzen lassen.

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Einziger Haken: Obwohl die 55 Stellplätze seit 1. April fertiggestellt und nutzbar sind, sind erst sechs Plätze vermietet. WBG-Chef Arne Myckert wundert das nicht: „Mieter, die 20 Jahre lang am Straßenrand geparkt haben, kommen nicht sofort angestürmt, sondern beobachten die Sache erst einmal.“ Er glaubt, dass Parkplätze vor allem bei denen begehrt sein werden, die nach und nach als Neumieter in die aufwendig sanierten Wohnungen in der Gersdorfstraße einziehen werden. Und dann könnte es vielleicht auch sein, dass manch ein anderer Mieter seinen Nachbarn auf dem neuen Parkplatz sieht und den gleichen Komfort haben möchte. Allmählich, so Myckert, werde sich der neue Parkplatz bestimmt füllen. Die Miete beträgt für WBG-Mieter 25 Euro im Monat, für alle anderen sind es 30 Euro.

Diese Zahlen könnten aber das eigentliche Problem sein: Direkt neben dem WBG-Parkplatz errichtet nämlich momentan die Wohnungsgenossenschaft WGG ebenfalls auf einer Abrissfläche weitere 60 Stellplätze. Die meisten sind etwa 2,90 Meter breit, einige sogar bis zu 3,30 Meter. Baubeginn war Mitte März, je nach Wetter soll dieser Parkplatz spätestens bis zum 1. September fertig werden. Es geht also schneller als gedacht: Ursprünglich war von Ende 2014 die Rede. „Wir vermieten an unsere Genossenschaftsmitglieder für 15 Euro im Monat, für Nichtmitglieder kommt noch die Mehrwertsteuer dazu, sodass der Platz dann 17,85 Euro kostet“, erklärt WGG-Vorstand Bernd Hornig.

Mit anderen Worten: WBG-Mieter zahlen bei der Genossenschaft weniger als bei ihrem eigenen Vermieter. Das haben offenbar schon viele bemerkt, denn Hornig kann sich über mangelnde Nachfrage nicht beschweren: „Vor dem Bau haben wir den Bedarf ermittelt, es liegen gegenwärtig 67 Anträge vor.“ Das seien alles verbindliche Anträge, keine bloßen Interessensbekundungen. Die Vermietung ist ab 1. September vorgesehen, die Antragsteller wurden vorgemerkt. Und die WGG-Stellplätze sind nicht nur preiswerter, sondern sehen auch anders aus als die der WBG: Jeder erhält einen umlegbaren Bügel. Dafür wird der Platz nicht umzäunt und auch nicht wie bei der WBG mit einer Schranke versehen.