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Großweitzschen braucht neue Mängelliste

Die Gemeinderäte haben eine Reihe von Aufträgen vergeben. Ein Projekt ist aber noch zurückgestellt worden.

An der Buswendestelle in Eichardt sind die Schlaglöcher nicht zu übersehen. Sie sollen demnächst beseitigt werden.
An der Buswendestelle in Eichardt sind die Schlaglöcher nicht zu übersehen. Sie sollen demnächst beseitigt werden. © Dietmar Thomas

Großweitzschen. Die Kommune Großweitzschen hat vom Landratsamt eine Pauschale in Höhe von rund 68.000 Euro für die Instandsetzung von Straßen und Wegen bekommen. Dieser Betrag richtet sich nach der Länge der Gemeindestraßen.

Die Gemeinde veredelt das Geld mit einem Eigenanteil von zehn Prozent, sodass unterm Strich insgesamt 75.500 Euro für die Reparatur von Straßen zur Verfügung stehen. Bei ihrer jüngsten Sitzung vergaben die Gemeinderäte weitere Aufträge.

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Im vergangenen Jahr sei begonnen worden, marode Buswendeschleifen zu sanieren. Auch an der Wendestelle im Ortsteil Eichardt sind Risse und Schlaglöcher nicht zu übersehen. Das wirtschaftlichste Angebot für diesen Auftrag unterbreitete die Firma Andrä Straßenbau aus Leisnig mit knapp 21.600 Euro. 

Gemeinderat Sven Krawczyk (CDU) fragte, ob das Land der Gemeinde gehört. „Die Gemeinde hat mit dem Grundstückseigentümer einen langfristigen Pachtvertrag abgeschlossen“, sagte Bürgermeister Jörg Burkert (parteilos). Deshalb sei die Realisierung ohne Probleme möglich.

Streit um Grünstreifen

Bei starken Regenfällen wird ein Teil der Straße in Eichardt ständig ausgespült. Besonders betroffen sind die Einfahrten zwischen den Grundstücken Nummer 4 und 5 a. „Die Anwohner sind auch schon mehrfach selbst tätig geworden, um die Ein- und Ausfahrt gewährleisten zu können“, sagte Burkert. Das habe jedoch nicht geholfen. „Beim nächsten Regenguss standen sie wieder vor dem gleichen Problem“, so das Gemeindeoberhaupt. Das entsprechende Flurstück sei Gemeindeeigentum. Auch für diesen Auftrag gab die Firma Andrä mit reichlich 5.000 Euro das wirtschaftlichste Angebot ab.

​Ein weiteres Anliegen ist die Sanierung des Gehweges in Zschepplitz zwischen den Häusern 4 a und 5 a. Diese Entscheidung ist jedoch vorerst vertagt. Die Firma Andrä würde den Auftrag für etwa 35.600 Euro realisieren. „Das ist der erste Teilabschnitt, den wir in Angriff nehmen wollen. 

Gerade an der Hauptstraße ist es wichtig, dass Fußgänger sicher unterwegs sein können“, sagte Burkert. Mario Pohl (CDU) fragte, ob zwischen Zschepplitz und Döbeln ein Fußweg gebaut werden soll. „Planungen dafür bestehen“, sagte Jörg Burkert. Wann dies aber umgesetzt werde, könne er nicht sagen.

Thomas Frust (Freie Wähler) wollte wissen, ob beim Fußwegbau der jetzt noch vorhandene Grünstreifen beseitigt wird. „Den braucht kein Mensch“, sagte er. Diese Frage konnte der Bürgermeister zunächst nicht beantworten. Sven Krawczyk geht bei der Größenordnung der Bausumme davon aus, dass der Grünstreifen beseitigt wird. Mario Pohl stellte den Antrag, den Beschluss vorerst zurückzustellen, um alle Fragen klären zu können.

Ausweichstellen für Schulverkehr

„Wir werden den Auftrag im Umlaufbeschluss vergeben“, sagte Jörg Burkert auf Anfrage. Er wolle zunächst beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) nachfragen, ob der Grünstreifen mit zu dessen Bereich gehört.

Für den Schulbusverkehr sollen entlang Ortsverbindungsstraße Wollsdorf - Naunhof drei Ausweichstellen eingerichtet werden. Nach einem tödlichen Verkehrsunfall im vergangenen Jahr in Penig habe das Landratsamt die Einrichtung der Ausweichstellen angeregt, so Burkert. Damals war ein elfjähriges Mädchen nach dem ausstieg aus dem Schulbus von einem Kleinwagen erfasst worden und erlag später ihren Verletzungen.
Die Straße sei auf eine Breite von drei Metern ausgebaut worden. „Ein Begegnungsverkehr ist praktisch nicht möglich“, so Burkert.

Die Maßnahme werde gemeinsam mit der Stadt Leisnig realisiert. Es wird angestrebt, die Ausweichstellen dort anzulegen, wo Feldauffahrten sind. Sven Krawczyk begrüßt es, dass dieses Projekt in Angriff genommen wird. „Es ist gut, dass die Kinder dann nicht mehr bis zur S 34 laufen müssen. Das erhöht die Sicherheit für die Kinder“, so Krawczyk. Den Zuschlag bekam die Firma Andrä, die mit 16.500 Euro das wirtschaftlichste Angebot abgegeben hatte.

Mit der Umsetzung dieser Vorhaben wäre die Prioritätenliste, die vor vier Jahren durch Verwaltung und Gemeinderäte aufgestellt wurde, weitestgehend abgearbeitet. „Es sind sogar noch einige Sachen mehr erledigt worden“, sagte der Bürgermeister. Gemeinderat Sebastian Wloch regte deshalb an, möglichst bald eine neue Liste zu erstellen. „Es gibt genügend Dinge, die in Angriff genommen werden können“, so Wloch. Eine Anregung, die von den anderen Gemeinderäten mit großer Zustimmung aufgenommen wurde.

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