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Grün statt Industriealtlasten

Stadtentwicklung. An der Weißeritz wird gebaut, um Brachen zu sanieren und Investoren anzulocken. 18 Millionen Euro fließen in diese Projekte.

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Von Petra-Alexandra Buhl

Zitronen, Feigen und Lorbeer wuchsen einmal entlang der Weißeritz im Plauenschen Grund. Über 300 Jahre ist das her. Im 19. Jahrhundert wurde das Gebiet schwer industrialisiert mit flächenintensiven Betrieben. Die Stadt will versuchen, das Gebiet nahe der Innenstadt aufzuwerten, um Investoren in den Dresdner Südwesten zu locken. 18,5 Millionen Euro Fördermittel aus dem europäischen Strukturfonds EFRE fließen in das Gebiet vom Weißeritzknick bis zum 26er Ring. Zehn Millionen Euro hat die Stadt schon ausgegeben. Davon entfallen 1,2 Millionen Euro allein auf den Grünzug, der im Juli 2007 fertig sein und eine schnelle Fußgänger- und Radfahrverbindung zwischen Plauen und der Innenstadt werden soll.

Böden waren dekontaminiert

Laut Baubürgermeister Herbert Feßenmayr (CDU) mussten dafür viele Tausend Hektar Boden abgetragen werden, weil er mit Altlasten dekontaminiert war, vor allem am Glaswerk.

Brachen sind in Dresdens Innenstadt ein gravierendes Problem. Inzwischen ist klar, dass es nicht mehr gelingt, alle Flächen wieder zu bebauen und gewerblich zu nutzen. Feßenmayr hat deshalb ein Grünkonzept für die Stadt entwickeln lassen, das in den nächsten Jahrzehnten umgesetzt wird. Überall dort, wo sich keine Investoren mehr finden, soll Gras drüber wachsen. „Rechts und links von diesen Grünzonen werden sich die Leute eher ansiedeln als jetzt. In Umfragen wollen sie Ruhe, Natur- und Landschaftsnähe für Wohnbauten“, so Feßenmayr. Auch Gewerbe kann er sich nahe der Grünzüge vorstellen, sofern es nicht lärmintensiv ist. Im Moment läuft ein Wettbewerb zur weiteren Nutzung der Grünzüge, im Dezember werden die Ergebnisse vorgestellt.

Laut Thomas Pieper vom Stadtplanungsamt soll die Weißeritz an mehreren Stellen zugänglich gemacht werden. „Bislang stieß man überall auf Betreten verboten-Schilder aufgrund der gewerblichen Nutzung.“ Nun sollen die Löbtauer und Plauener ein Gefühl für den Fluss bekommen, der sein altes Flussbett in der Hochwasserkatastrophe 2002 so nachdrücklich in Erinnerung brachte.