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Grüne fordern mehr Schutz vor Flut

Der Kreisverband begrüßt den Bau der 4,5 Millionen teuren Anlage, aber sieht auch noch Nachholebedarf.

Von Thomas Christmann

Der Hochwasserschutz in Leuba wird wahrscheinlich nicht ausreichen. Der Ansicht zumindest ist Horst Schiermeyer vom bündnisgrünen Kreisverband.

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Grundsätzlich begrüßt der klimapolitische Sprecher der Kreisgrünen den Bau der Anlage, weil er der Neiße genügend Raum zur Ausdehnung lässt. Aber er fürchtet, dass die nächste Jahrhundertflut viel früher kommt. „So wie es in Mittelsachsen auch nur elf Jahre seit dem ‚Jahrhunderthochwasser von 2002 gedauert hat bis zu noch stärkeren Überschwemmungen“, berichtet Schiermeyer.

Dass sich solche Extremhochwasser aufgrund der Klimaerwärmung häufen werden, bestätigen laut seiner Aussage auch Untersuchungen des Deutschen Wetterdienstes. Der Freistaat habe es aber versäumt, diese Erkenntnisse in seine „HQ-100-Werte“ einzuberechnen, kritisiert Schiermeyer. Diese bilden die Grundlage für alle Hochwasserschutzmaßnahmen. Für den Grünen-Sprecher steht fest: Statt den Klimawandel und die Hochwassergefahr durch den Weiterbetrieb der Braunkohle zu fördern, sollte der Freistaat lieber den Hochwasserschutz auf die tatsächlich bestehende Gefahr einstellen. Flüsse bräuchten mehr Platz, wo es möglich sei, und die Orte einen besseren Schutz, sagt er.

Der Freistaat investiert in Leuba 4,5 Millionen Euro in den Bau der 1,2 Kilometer langen Anlage, auch aus EU-Mitteln. Zwar besitzt der Ort schon einen Deich direkt an der Neiße, aber im Schnitt hat der Fluss angrenzende landwirtschaftliche Flächen jedes zweite Jahr überflutet, die Bundesstraße 99 jedes zehnte.

Der neue Hochwasserschutz hingegen schützt vor Fluten, wie sie alle 100 Jahre vorkommen. Er ist ortsnah und beginnt etwa 300 Meter außerhalb von Leuba, in der Nähe des Steinbachs. Er führt parallel zur Bundesstraße 99 entlang des vorhandenen Entwässerungsgrabens bis zum Ortseingang, verläuft weiter hinter den Wohnhäusern und endet am Wehr bei der Apelt-Mühle. An der höchsten Stelle ist der Deich 2,65 Meter hoch.

Im unmittelbaren Ortsbereich werden aus Platzgründen auf 50 Metern Spundwände errichtet. Die Arbeiten dauern bis März 2015.