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Grüne gegen Alkoholverbot am Dresdner "Assi-Eck"

Die Grünen fürchten, die Menschenmassen könnten weiterziehen und eine andere Kreuzung belagern. Wie sie das Problem lösen wollen.

Nicht immer hat die Linie 13 nachts noch genug Platz auf der Neustadtkreuzung.
Nicht immer hat die Linie 13 nachts noch genug Platz auf der Neustadtkreuzung. © Archiv: Benno Löffler

Dresden. Für die Kreuzung Louisenstraße/Rothenburger Straße/Görlitzer Straße in der Dresdner Neustadt erwägt die Stadtverwaltung ein Alkoholverbot. Das sagte Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU) am Donnerstag im Gespräch mit der Sächsischen Zeitung. Grund sind die Menschenmassen, die vor allem in warmen Sommernächten die Kreuzung blockieren und damit Autofahrer und Straßenbahnen behindern. Schon oft in diesem Jahr musste die Linie 13 umgleitet werden. Die Grünen halten nicht allzu viel von einem Verbot, wie sie am Freitag wissen ließen.

Ja, es gebe Probleme mit Lärm, Schmutz und Verkehrsbehinderungen, sagte Fraktionschefin Tina Siebeneicher. Doch Sanktionen allein würden die Situation nicht entspannen, sondern nur an eine andere Stellen verdrängen. "Denn öffentliche Plätze als Treffpunkte sind in den letzten Jahren immer knapper geworden. Die Neustadt und die Neustädter und Neustädterinnen brauchen mehr Freiraum." Die geplante Umgestaltung und Verkehrsberuhigung der Louisenstraße sei dabei ein wichtiger Baustein. Keinesfalls handele es sich um ein "Assi-Eck", wie manche behaupteten, so Siebeneicher.

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Grüne-Stadtbezirksbeirat Klemens Schneider sieht ein Alkoholverbot auch deshalb kritisch, weil es der Gastronomie an dieser Stelle schaden könnte. Deshalb sammelten die Grünen aktuell Ideen, wie die derzeitige Überlastung der Ecke in Zukunft vermieden werden kann.

"Uns ist sehr daran gelegen, die Äußere Neustadt als einen liebens- und lebenswerten Ort für Neustädter und Neustädterinnen und Besucher zu erhalten", erklärt die Stadtbezirksbeirätin und langjährige BRN-Koordinatorin Ulla Wacker. "Daher ist es uns wichtig, die Problematik mit den Betroffenen zu besprechen und Lösungswege zu finden, die keine strengen Verbote beinhalten." Ein erster Schritt soll eine Bürgersprechstunde am 16. September um 18 Uhr im Alaunpark sein.

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