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Grüne Oase mitten in Weißwasser

Der Stadtgarten ist für Besucher und interessierte Helfer wieder offen. Trotzdem sind die Gärtner meist unter sich.

Der Stadtgarten ist offen für jedermann, egal ob man ihn, so wie hier Diana Hanso (li) und Franziska Reichelt (mi.) nur besichtigen, mithelfen oder im Garten-Café ausruhen und einen Plausch bei einem Getränk machen möchte. Andrea Erwerth (re.) ist ehrenam
Der Stadtgarten ist offen für jedermann, egal ob man ihn, so wie hier Diana Hanso (li) und Franziska Reichelt (mi.) nur besichtigen, mithelfen oder im Garten-Café ausruhen und einen Plausch bei einem Getränk machen möchte. Andrea Erwerth (re.) ist ehrenam © Sabine Larbig

Überall grünen, blühen und wachsen Blumen, Obst und Gemüse in hohen und niedrigen Beeten. Sie sind in einem kleinen Wäldchen zwischen der Kita „Waldwichtel“ und dem Korczak-Haus angelegt, in dem auch ein weißes, liebevoll dekoriertes Gartenhäuschen steht. Seine Tür steht weit offen, erlaubt neugierigen Passanten einen Einblick ins Innere. Vor dem Holzhaus steht ein einladend gedeckter Kaffeetisch mit einer Vase voll Löwenmäulchen und Ahornblättern. Es scheint, als würde man Besucher erwarten.

Es gibt Stammbesucher

Auf die freuen sich Andrea Erwerth und Christian Hoffmann wirklich. Die beiden empfangen im Stadtgarten jeden, der sich umschauen, plaudern, informieren, ausruhen oder in Gesellschaft eine Tasse Tee oder Kaffee trinken möchte. Gibt es Menschen, die durch so einen spontanen Besuch Lust bekommen, öfter in den Garten zu gehen, dort sogar mitzuhelfen und mitzuernten – umso besser. Denn der Stadtgarten mit seinem Café ist eine für jedermann offene Einrichtung. So manche junge Familie kommt inzwischen mit den Kindern regelmäßig her. Hier gibt es nicht nur die Möglichkeit, in der grünen Oase mitten in Weißwasser zu entspannen oder auf einen Plausch Freunde zu treffen. Hier können auch Nicht-Gartenbesitzer viel über Gärtnern, Pflanzen und Tiere, die Verwendung von Kräutern, Obst und Gemüse in der Küche lernen und Kinder ausgelassen spielen und die Natur entdecken.

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Weil Besuche im Stadtgarten also gewollt sind, steht jeden Dienstagvormittag und Freitagnachmittag ein großes „Herzlich willkommen“-Schild vorm Gartentor. Auf das wurden auch die Cousinen Diana Hanso aus Boxberg und Franziska Reichelt aus Schwäbisch-Gmünd aufmerksam, als sie durch Weißwasser bummelten. „Der Garten mit Häuschen und Kaffeetisch davor sah so einladend und gemütlich aus, dass wir uns einfach mal umsehen wollten“, begründet Diana Hanso. „Außerdem fiel mir gleich das Hochbeet mit dem Dill ins Auge, der so prima steht.“ 

Auch Franziska Reichelt ist erstaunt. „Als ich vor ein paar Jahren zu Besuch war, war hier zwar was im Aufbau. Ich wusste aber nicht, was“, sagt sie, während Andrea Erwerth die beiden Frauen durch die grüne Oase führt. „Die Kürbisse wachsen dieses Jahr gut. Vielleicht, weil wir sie immer mit Kaffeesatz düngen. „Da drüben, das Kräuterbeet mit Koriander, Petersilie und Spinat, haben Flüchtlinge angelegt, die im Korczak-Haus betreut werden. Sie pflegen ihr und andere Beete regelmäßig. Was sie ernten, nutzen sie zum gemeinsamen Kochen.“ 

Gemeinsam gärtnern, ernten und verwerten, meint Christian Hoffmann, sei – neben dem Schaffen von Natur und Ruhe mitten in der Stadt – ein Ziel des Stadtgartens. „Über Gartenarbeit und Essen kommen Menschen zusammen, ins Gespräch, bilden sich Kontakte. Ganz ohne Zwang und Muss und bei Bewegung und frischer Luft.“

Klar – es gibt auch Arbeit

Zugegeben: Wer einen Garten hat oder hatte, weiß schon, dass er neben Erholung auch Arbeit und einen gewissen Zwang mit sich bringt. Im Fall des Stadtgartens müssen jedoch nur die ehrenamtlichen Betreuer von Impuls e. V. und Gesellschaft für Arbeits- und und Berufsförderung (GAB) in Weißwasser, die 2018 den Garten ins Leben riefen, regelmäßig ran. Zuvor hatte man bereits einen Streuobstgarten errichtet, dem nach dem Stadtgarten eine Schmetterlingswiese folgte. Alles entstand an unterschiedlichen Orten in Weißwasser, aber öffentlich zugänglich und gefördert. Der Stadtgarten, der mit Hilfe von in Beschäftigungsprogrammen der GAB tätigen Jugendlichen angelegt und gebaut wurde, profitiert noch bis 2021 vom Europäischen Sozialfonds und dem Projekts „Aktiv und sozial im Wohnquartier“.

Bis dahin hoffen Andrea Erwerth, Christian Hoffmann und Projektleiter Thomas Krahl noch viele große und kleine Weißwasseraner für den Garten begeistern zu können. „Wir hatten bis vorigen Herbst einen festen Stamm an Helfern und Mitstreitern jeden Alters und oft Besucher. Nach der Winterpause kam Corona. Keiner durfte mehr her, Treffen waren verboten und wir standen plötzlich alleine da“, erinnert sich Thomas Krahl. Doch die im Winter in der GAB vorgezogenen und pikierten Pflanzen mussten in die Erde gebracht, gepflegt, gewässert werden. Laub war zu harken, der Kompost zu sieben, Erde aufzufüllen, der Wintermief aus dem Gartenhaus zu vertreiben.

 „Selbst das Eichhörnchen, unser Haustier, war wohl froh, dass wieder jemand da war. Es beobachtete uns ständig neugierig. Wir waren ja die einzigen weit und breit“, sagt Andrea. Es sei komisch gewesen, dass sie wegen Corona monatelang nur allein oder zu zweit im Garten waren. „Aber wir kamen fast täglich freiwillig. Wir hatten nicht nur genug Arbeit, sondern auch genug Platz, frische Luft und Spaß. Ganz ehrlich: In der Corona-Zeit war die Stadtgarten-Betreuung für mich der beste Job der Welt“, so die sonst bei der GAB im Bereich Jugendarbeit tätige 

Stadtgärtnerin.„... eine prima Idee“

Allein sein im Garten wollen die Ehreamtlicher nun aber nicht mehr. „Wir wünschen uns, dass wieder viele Menschen den Stadtgarten besuchen, nutzen und hier mithelfen. Schließlich soll er nach Auslauf der Förderung erhalten bleiben“, bekennt Christian. Und so öffnen die beiden Stadtgärtner wieder regelmäßig Gartentor und Café, sprechen vorbeilaufende Passanten an, laden sie zum Verweilen ein. Auch einstige und neue Helfer kommen wieder mehr oder weniger regelmäßig vorbei. Außerdem haben Andreas, Thomas und Christian viele neue Ideen. „Wir könnten uns im Objekt auch Kindergeburtstage, Besuche von Seniorengruppen oder Kitas, Familientreffen, Buchlesungen und vieles mehr vorstellen. Es muss ja nicht alles durchorganisiert sein und angeboten werden. Wer was machen will und kann, soll sich einfach melden“, meint Thomas.Die Besucherinnen Diana und Franziska würden öfter kommen, wenn sie in Weißwasser wohnen würden. Der Stadtgarten, sagen sie, sei eine prima Idee.

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