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Grüne Oase gerettet

Vor zwei Jahren stand Barbara Bernerts Gartenparadies voller Schlamm. Jetzt bedankt sie sich bei ihren Helfern.

© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

Für andere markieren die Jahreszahlen 2010 oder 2013 schreckliche Erinnerungen an Naturkatastrophen. Barbara Bernert erlebte ihre persönliche Katastrophe Ende August 2012. Urplötzlich zogen sich Gewitterwolken zusammen. „Es sah aus wie die Hölle“, erinnert sich die Prischwitzerin. Binnen einer Viertelstunde wälzte sich eine Schlammlawine durch ihren Garten. „Der Schlamm kam von einem frisch gepflügten Feld jenseits der Autobahn“, erinnert sich Barbara Bernert. Das Ergebnis des Wütens der Naturgewalten waren 30 Zentimeter Schlamm in einem völlig verwüsteten grünen Refugium.

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Doch wenn die Not am größten, ist oft Hilfe am nächsten. „Gleich am nächsten Tag waren Männer von der Agrofarm Göda da, um mithilfe ihrer Technik das Gröbste zu beseitigen“, ist Barbara Bernert dankbar. Und obwohl sie zuerst Skrupel hatte, die Nachbarn um Hilfe zu bitten, rang sie sich dann doch dazu durch, mit einem Flyer zu einem Helfertag aufzurufen. Ein Dutzend Leute packte am 1. September 2012 mit an, um die schlimmsten Spuren der Verwüstung zu beseitigen. Sehr wertvoll sei für sie aber auch die moralische Unterstützung gewesen, die Nachbarn und Freunde auf diese Weise leisteten. Selbst der Gödaer Bürgermeister Peter Beer habe mit angepackt.

Heute, knapp zwei Jahre nach der Schlamm-Lawine, sieht Barbara Bernerts Garten wieder genau so schön aus wie vorher. An die Tränen und die Kraft, die sie dies gekostet hat, mag die Prischwitzerin heute nicht mehr denken. „Am Sonnabend findet mein dritter Tag der offenen Gartenpforte statt“, sagt sie voller Vorfreude. Der erste war vor der Schlammlawine 2011 und der zweite im vorigen Jahr.

Es wird zu essen und zu trinken geben. Vor allem aber möchte Barbara Bernert ihren Stolz auf die wiedererstandene grüne Oase mit ihren Helfern teilen. Einiges hat sie in ihrem parkähnlichen Garten verändert. So ist jetzt eine kleine Pflanz-Insel mit exotischen Kräutern entstanden. Dort, wo das schlammige Wasser am meisten gewütet hatte, richtete die Gartenfreundin eine Art Feuchtbiotop mit Teichpflanzen ein. Und jenseits des Gartenzauns baute sie vorsorglich einen „anti-schlammistischen Schutzwall“ aus Feldsteinen.

Tag der offenen Gartenpforte am Sonnabend von 13 bis 18 Uhr, Prischwitz Nr. 12 a.