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Grüne Sicht-Fassaden in Großenhain nicht erlaubt

Im Sommergespräch kündigte OB Sven Mißbach an, man müsse sich übers Stadtklima mehr Gedanken machen. Doch das ist gar nicht so einfach.

Der Blauregen sieht zwar wunderschön aus, ist aber als Fassadenbegrünung in Großenhain nicht erwünscht.
Der Blauregen sieht zwar wunderschön aus, ist aber als Fassadenbegrünung in Großenhain nicht erwünscht. ©  dpa / Symbolbild

Großenhain. Begrünte Innenstädte, plätschernde Brunnen in der aufgeheizten Innenstadt – eine angenehme Vorstellung, gerade in den heißen Sommermonaten. Doch die scheint nicht so leicht umsetzbar, wie es klingt. Grundsätzlich muss man zwischen der historischen Innenstadt innerhalb des Musikerrings und den Gebäuden außerhalb des Geltungsbereiches der Gestaltungssatzung unterscheiden.

Für die Innenstadt gilt, dass die Gestaltung der Fassaden fast aller Gebäude in der Altstadt durch Einfachheit und Schlichtheit geprägt ist. Meist handelt es sich um schmucklose, verputzte Mauerwerks- oder Natursteinbauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

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 Fassadenbegrünungen gehören daher grundsätzlich nicht in das historische Altstadtbild Großenhains und sind auch nicht beziehungsweise nur sehr selten vorzufinden. Die Wahrung der Balance aus Historie und Neuzeit ist insbesondere bei denkmalschutzrechtlichen Ensembles sehr schwierig. Um den typischen, historischen Altstadtkern auch weiterhin zu erhalten, wird eine Fassadenbegrünung im öffentlichen Verkehrsraum nicht erlaubt.

 Für Eigentümer der Innenstadt soll das jedoch aus Sicht der Stadt nicht zur Folge haben, dass diese auf Grün verzichten müssen. Ganz im Gegenteil: Immer noch sind viele Innenhöfe versiegelt und zugebaut. Eigentümer können daher vor allem den Hofraum in einen qualitätsvollen Grünbereich umgestalten. Fassadenbegrünungen können hierbei ebenfalls zulässig sein.

 Eigentümern, die eine Umgestaltung ihrer Häuser beziehungsweise Begrünungen beabsichtigen, empfiehlt die Stadt daher, sich frühzeitig mit der Bauverwaltung der Stadt Großenhain sowie der Denkmalschutzbehörde beim Landratsamt Meißen abzustimmen. Die Stadt Großenhain unterstützt Eigentümer, die zu einer Verbesserung des Stadtklimas beitragen möchten, steht aber zugleich in der Pflicht, den einzigartigen historischen Altstadtkern zu schützen und zu erhalten. 

Eine Vereinbarkeit beider Gesichtspunkte hat höchste Priorität und wird daher immer im Einzelfall abgewogen. Außerhalb des Geltungsbereiches der Gestaltungssatzung haben Hauseigentümer größere Möglichkeiten, sollten aber in jedem Fall im Vorfeld das Gespräch mit der Stadtverwaltung suchen, denn auch hier könnten Gestaltungsvorgaben wie B-Pläne zur Anwendung kommen.

Die Stadt ist nach eigenen Worten aber immer an einer „grünen Lösung“ interessiert. Gute Beispiele sind der Musikerring sowie der Hauptmarkt.

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