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Weißwasser

Grüner wirbt mit Charme in Weißwasser

Zum Wahlforum mit Anton Hofreiter in der Telux kamen an die 70 Leute. Die Bündnisgrünen wehren sich gegen den Vorwurf, eine „Verbotspartei“ zu sein.

Anton Hofreiter, Stephan Kühn, Franziska Schubert sowie der Torsten Pötzsch diskutierten in der Telux über „mehr finanzielle Beinfreiheit“ für Kommunen, um Lebensqualität sichern zu können.
Anton Hofreiter, Stephan Kühn, Franziska Schubert sowie der Torsten Pötzsch diskutierten in der Telux über „mehr finanzielle Beinfreiheit“ für Kommunen, um Lebensqualität sichern zu können. © Foto: Joachim Rehle

Weißwasser. Auch die Bündnisgrünen hatten mit Dr. Anton Hofreiter, dem Co-Vorsitzenden der Bundestagsfraktion, prominente Unterstützung im Wahlkampf. Einerseits als streitbarer Geselle, andererseits für bayerische Gemütlichkeit bekannt, stand „Toni“ am Dienstag beim Bürgerfest auf dem Marktplatz Rede und Antwort. 

Jungen Kraftwerkern, die mit dem Kohleausstieg um ihre Arbeitsplätze fürchten, wie auch Senioren, die nicht verstehen können, warum es nach so vielen Jahren noch immer keine Rentenangleichung von Ost und West gibt. Anton Hofreiter war es wichtig, denen, die in Tagebau und Kraftwerk Lohn und Brot verdienen, zu erklären, dass sie mit Kohleausstieg und Energiewende nicht überflüssig sind. Ihr Know-how werde gebraucht, um in der Lausitz neue Technologien aufzubauen. Es waren sachliche Gespräche, niemand sei ausfällig geworden, so die Landtagsabgeordnete und Direktkandidatin Franziska Schubert. Sie hätte sich vor Jahren in Weißwasser ein parteiübergreifendes Miteinander im Sinne von „Unteilbar“ nicht vorstellen können. „In der Großstadt ist es keine Kunst, Zehntausende auf die Straße zu bringen. Dass das Miteinander den Menschen hier wichtig ist, darauf bin ich stolz“, sagte sie. Der Slogan der Grünen „Mut hat viele Gesichter“ habe sich in Weißwasser wiedergefunden.

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Zur anschließenden Wahlveranstaltung in der Hafenstube der Telux kamen an die 70 Menschen. Der Kompromiss 2038 zum Kohleausstieg steht. Jedoch seien Auswirkungen des Klimawandels schon spürbar. Das gebe vielen Menschen zu denken. Deshalb drängen die Grünen auf eine vorzeitige Abkehr von der Kohleverstromung. Wirtschaftsförderung, Verkehrspolitik und mehr Attraktivität des ländlichen Raums waren weitere Themen. Ebenso die Frage, wie die Kommunen in die Lage versetzt werden können, die sogenannten weichen Standortfaktoren zu gestalten. „Kommunen brauchen finanzielle Beinfreiheit“, hieß es. Da sei der Freistaat Sachsen in der Pflicht, in gewisser Weise auch der Bund. Die Gelder für den Strukturwandel müssten in Regionalbudgets verwaltet werden.

Der Abend mit Anton Hofreiter und andere Veranstaltungen in der Kohleregion hätten einen wachsenden Zuspruch für die Grünen gezeigt, die für Weltoffenheit, Ökologie und Gerechtigkeit eintreten. „Immer mehr Menschen wollen in einer Welt leben, die zuversichtlich ist, und sie wollen sich auch selbst einbringen. Das macht mir Mut“, erklärte die Direktkandidatin.

Vorgeworfen wird den Grünen, eine „Verbotspartei“ zu sein, „die alles abschaffen möchte, was Spaß macht“. Das weist Franziska Schubert von sich. Es sei ein Klischee und einfach unzutreffend. „Wir wollen nichts verbieten, sondern Anreize schaffen in den Bereichen, wo sich dringend etwas ändern muss, damit wir auch unseren Kindern und Enkeln eine lebenswerte Welt hinterlassen können“, sagte sie. Ohnehin sei das Bild von den Grünen über die Jahre viel differenzierter geworden. In Ostsachsen hätten sie bewiesen, dass die Grünen bodenständige Leute sind – aus der Mitte der Gesellschaft und von hier.

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