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Grünes Licht für die Bratwurstbude

Vor zwei Jahren kam ein Imbisscontainer an die B182 nach Gröba. Wegen Problemen mit der Baugenehmigung blieb der Grill aus. Das soll sich bald ändern.

Der leere Imbisscontainer zwischen Amtsgericht und Total-Tankstelle an der Lauchhammerstraße in Riesa. Bald sollen dort Rostbratwürste verkauft werden.
Der leere Imbisscontainer zwischen Amtsgericht und Total-Tankstelle an der Lauchhammerstraße in Riesa. Bald sollen dort Rostbratwürste verkauft werden. © Eric Weser

Riesa. Für viele gehört er inzwischen zur Szenerie an der Lauchhammerstraße dazu: Der große, bräunliche Imbisscontainer zwischen der Total-Tankstelle und dem Amtsgericht. Dass er leer steht, auch daran dürften sich wohl die meisten gewöhnt haben. Aber dabei soll es nicht bleiben. Noch dieses Jahr könnte der Bratwurstgrill in Betrieb gehen.

Entsprechende Pläne gibt es bei der Firma Helbig & Frühauf GbR. Die hatte den Container im Frühjahr 2018 aufstellen lassen und hatte damals eigentlich zeitnah mit dem Verkauf von Rostbratwürsten starten wollen. Der Standort in Riesa sollte das Filialnetz des Unternehmens erweitern, das bereits mehr als 30 Standorte in in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Brandenburg umfasst. Doch es hakte bei der Baugenehmigung. 

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Warnung aus dem Rathaus

Lange Zeit sah es dafür auch nicht gut aus. Riesas Stadtverwaltung hatte darauf bestanden, dass erst offene Fragen zu Leitungsrechten geklärt werden. Die Firma wiederum hatte die dazu notwendigen Zustimmungen von den Grundstücksnachbarn samt zugehörigen Unterlagen zunächst nicht zusammen bekommen. Ohne bestand aber keine Chance auf grünes Licht der Stadtverwaltung für die Imbissbude. Das Ganze ging so weit, dass das Rathaus die unvollständigen Antragsunterlagen an die Bratwurstbuden-Firma zurückschickte, den Rückbau des Containers forderte und sogar einen kostenpflichtigen Bescheid androhte.

Doch nun scheint das Bratwurst-Happyend greifbar: "Der Unternehmer hat im Herbst 2019 Unterlagen nachgereicht, aus denen eine Einigung bezüglich der Leitungsrechte mit dem Eigentümer des Nachbargrundstückes hervorging", teilt Riesas Rathaussprecher Uwe Päsler auf SZ-Nachfrage mit. Der geänderte Bauantrag sei Anfang dieses Jahres bei Stadt eingegangen. Die Verwaltung habe die gesicherte Erschließung bestätigen können. "Die Baugenehmigung ist seit 17. April 2020 erteilt. Aus Sicht der Stadt steht dem Bau nichts mehr entgegen."

Zum Grundstück der Imbissbude gehören auch benachbarte Parkplätze. Die dürfen Autofahrer kostenlos nutzen – noch.
Zum Grundstück der Imbissbude gehören auch benachbarte Parkplätze. Die dürfen Autofahrer kostenlos nutzen – noch. © Eric Weser

Womit die Frage bleibt, wann denn nun der Grill im Container angeworfen wird. Einen festen Termin gibt es dafür noch nicht, sagt Henryk Frühauf, einer der Geschäftsführer der Helbig & Frühauf GbR. Zuletzt sei Corona dazwischen gekommen. 

Wie viele andere Unternehmen in der Gastrobranche trafen auch die staatlich verhängten Maßnahmen gegen die Pandemie das Dessauer Unternehmen, das nach eigenen Angeben 111 Mitarbeiter zählt. Zwar seien die Imbissstandorte für den Straßenverkauf offen geblieben und zeitweise sei man Essenversorger für viele Handwerker und Gewerbetreibende gewesen, erzählt Henryk Frühauf. "Das hat uns ein bisschen geholfen." Dennoch habe es erhebliche Einbußen gegeben. In so einer Phase eine neue Filiale aufzumachen, hätte keinen Sinn ergeben, so Henryk Frühauf. "Wir sind mit dem kompletten Unternehmen in Kurzarbeit." Im Moment fahre der Betrieb aber langsam wieder hoch. "Wir versuchen im Juli auf 80 Prozent zu kommen." Wie sich die Umsätze entwickeln, bleibe aber abzuwarten.

Betreiber sucht Personal

Was Riesa angeht, wünsche er sich aber eine Eröffnung noch in diesem Jahr, so Henryk Frühauf. "Aber wenn, dann wird es nicht vor Oktober." Zuvor müsse auf dem Grundstück an der Lauchhammerstraße auch noch das ein oder andere getan werden. "Der Innenausbau ist noch nicht komplett fertig und außen muss auch noch einiges verschönert werden." Unter anderem solle die Fassade noch einmal neu gestrichen werden. Auch ein Zugang vom Fußweg soll her, dafür müsse ein Teil der Mauer weichen.

Das Wichtigste sei aber das Personal. "Das ist nicht so einfach zu finden", sagt Henryk Frühauf.  Mindestens zwei, perspektivisch aber bis zu drei Vollzeitkräfte könnten einmal in dem Imbisscontainer arbeiten. "Wenn sich bei mir sehr gute Verkäuferinnen melden würden,  dann würde ich auch die Neueröffnung beschleunigen", so der Unternehmer. Bevorzugt seien Frauen ab 40 Jahre, Vorerfahrung in der Branche brauche es nicht. "Es kann sich jeder bewerben."

Autos müssen wohl bald umparken

Dass die Firma aus Dessau-Roßlau die Bratwurstbuden-Grundstücke wie in Riesa selbst im Eigentum hat, dahinter steckt laut Henryk Frühauf eine auf Langfristigkeit angelegte Überlegung. Pachte man Flächen, könne es sein, dass nach Auslauf des Vertrags eine Verlängerung teuer werde. Oder der Verpächter überlege sich, sein Grundstück nicht mehr für einen Grillimbiss hergeben zu wollen "Da haben wir auch aus unseren Erfahrungen gelernt, daher versuchen wir immer, dass es unser Eigentum ist." Schließlich dauere es seine Zeit, bis sich ein Standort rechne, so der Unternehmer, der nach eigenem Bekunden seit 1994 im Imbissbuden-Geschäft unterwegs ist.

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Dauern wird es bis zur Eröffnung des Riesaer Bratwurstgrills also noch etwas. Bis dahin dürfen laut Henryk Frühauf auch noch die Autofahrer die Stellflächen auf dem Grundstück kostenlos nutzen. "Solange wir noch nicht offen haben, stellen wir das der Öffentlichkeit zur Verfügung –  in der Hoffnung, dass die Leute später unsere Kunden werden." Künftig seien die Parkplätze dann  für die Kundschaft des Imbiss' reserviert. 

Kontakt zur Firma per E-Mail oder über die Webseite.

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