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Grünkohl entfaltet erst durch den Frost sein Aroma

Kreisgartenfachberater Klaus Täschner gibt Tipps für die Gartenarbeitvor dem Winter.

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Die Freude am Garten kann auch der November nicht vermiesen. Obwohl sich das Wetter nun oftmals unfreundlich zeigt und die Tage kurz sind, hat der Hobbygärtner noch immer viel zu tun und in manchen Fällen sogar noch zu ernten.Im Gemüsegarten

Denn auch im Spätherbst muss niemand auf erntefrisches Gemüse verzichten. Rosenkohl, Wirsing, Chinakohl und Grünkohl sind die Grundlage für deftige Eintöpfe, die erst bei kaltem Wetter richtig schmecken. Tipp: Grünkohl nach dem ersten Frost ernten, denn dadurch entfaltet er sein Aroma.

Im Obstgarten

Die Obsternte ist dagegen in den meisten Gärten beinahe beendet. Bitte daran denken, dass Obst nicht zusammen mit Kartoffeln in einem Raum gelagert wird. Gleiches trifft für Möhren und Äpfel zu. Diese vertragen sich nicht, weil sie Bitterstoffe ausstrahlen.

Auch auf Lagerobst muss in den kommenden Wochen gut geachtet werden. Denn die Früchte brauchen regelmäßig frische Luft, und das kranke Obst muss ausgelesen werden. Die beste Lagertemperatur liegt bei drei bis fünf Grad Celsius. Damit die Früchte nicht so schnell austrocknen, empfiehlt es sich, sie mit Folie abzudecken.

Die Stämme der Obstbäume sollten nun mit einem weißen Schutzanstrich versehen werden. Lose Rinde aber vorher entfernen. Der Anstrich hilft, die Obstbäume vor Frost zu schützen. Nach dem Anstrich sollte der Leimring wieder am Baum angebracht werden.

Im Ziergarten

Im Ziergarten wird zuerst Verblühtes abgesammelt. Einjährige Blumen gehören auf den Kompost. Stauden können, müssen aber nicht gestützt werden. Man bringt sich sonst um schöne Winterbilder, wenn die Pflanzen mit Reif und Frost überzogen sind.

Alte Rosentriebe werden nur zu einem Drittel zurückgeschnitten. Der komplette Schnitt folgt im Frühjahr. Für wurzelnackte Rosen ist der November die idealste Pflanzzeit. Nach dem Pflanzen gründlich wässern und zehn Zentimeter hoch anhäufeln. Beet- und Edelrosen sind ebenfalls dankbar, wenn sie angehäufelt werden. Verwendet werden kann dafür reife Komposterde.

Pampasgras wird nicht geschnitten! Die Stängel sind hohl. Damit Regenwasser abfließen kann, sollten die Halme schopfartig zusammengebunden werden.

Auf Balkon und Terrasse

Mit einer entsprechenden Vorbereitung verliert der stärkste Winterfrost seinen Schrecken. Deshalb hier ein paar Tipps zum Überwintern von Kübelpflanzen. Weil man nicht weiß, ob eine schützende Schneedecke zu erwarten ist, sollten alpine Stauden mit Fichtenzweigen abgedeckt werden.

Viele Blumenfreude fragen sich auch, ob die Pflanzen vor dem Winter zurückzuschneiden sind. Das hängt ganz von dem Platz im Winterquartier ab. Ist der Raum nicht sehr groß, muss wohl zurückgeschnitten werden. Sonst ist das Frühjahr der bessere Schnittzeitpunkt. Denn jeder Schnitt veranlasst die Pflanze zum Treiben, was im Winter nicht erwünscht ist.