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Gruftforscher graben nach Geld

Die Kirchgemeinde ist interessiert, dass weiter gearbeitet wird. Doch das ist nicht so einfach.

Von Heike Sabel

Die Burkhardswalder Gruft hat ihre ersten Geheimnisse preisgegeben. Sie ist ein Stück Geschichte, das die Menschen interessiert und begeistert. Viele der Grabbeigaben sind außerordentlich gut erhalten. Darunter ein Pfeifenköpfchen aus Porzellan, ein Kosmetikdöschen, ein Kamm und eine Totenkrone. Mindestens 22 Holzsärge befinden sich in der Gruft, mehr als angenommen. Dazu kommt einer aus Zinn aus dem 17. Jahrhundert, der wohl der älteste Sarg ist, und fünf Kammergräber.

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Nun sind alle auf die Ergebnisse der drei Lübecker Fachleute von der Forschungsstelle Gruft gespannt. Von ihrem Bericht erhofft man sich weitere Aussagen über das Leben und die Beerdigungstraditionen der Weesensteiner Bünau-Vorfahren. Doch auf diesen Bericht muss nun länger gewartet werden als gedacht. Wegen der ungeklärten Finanzierung ist die Auswertung der Grabungen auf nächstes Jahr verschoben. „Wir haben bereits zahlreiche unbezahlte Überstunden für Burkhardswalde geleistet“, sagt Andreas Ströbl, einer der Forscher, die im Sommer in Burkhardswalde waren. „Wir können unseren Bericht doch nicht in unserer nicht vorhandenen Freizeit kostenlos schreiben“, hat Ströbl jetzt Rudolf von Bünau mitgeteilt. Auch das Landesamt für Denkmalpflege wisse das.

Mitte Oktober wurden die Mitglieder der Kirchgemeinde über die bisherigen Arbeiten informiert. Denn sie wollen und müssen Spenden für die weitere Realisierung des Projektes Gruft sammeln. Dazu gehört auch die Wiederbestattung der sterblichen Überreste. Das ist den Forschern, der Kirchgemeinde und auch den Bünau-Nachfolgern wichtig. Einer von ihnen ist der seit einem reichlichen Jahr in und um Weesenstein aktive Rudolf von Bünau. Für ihn ist das aus mehreren Gründen wichtig. Einer ist die Werbung um Unterstützung. „Denn jetzt geht es um die Beteiligung aller“, sagt er. „Sonst ist dieses Projekt in Gefahr.“ Das jedoch will keiner der Beteiligten. Von Bünau versprach bereits im vergangenen Jahr, Spenden für das Projekt zu organisieren. Dass das Geld ein Problem wird, war von Anfang an klar. Daran war auch ein erster Versuch zur Sanierung vor etlichen Jahren gescheitert. Diesmal ging man geschickter an die Sache, es wurden eine Minimal- und eine Maximalvariante erarbeitet. Dass es zunächst nur die minimale wurde, ist für den Moment das maximal Mögliche gewesen. So war den Beteiligten klar, dass die zwei Grabungswochen im August zu kurz sind, um alle Rätsel zu lösen. Die Forscher bedauerten es, weil sie wissen, was alles machbar ist. Aber sie sind eben auch Realisten. Trotz aller Schwierigkeiten sind sie froh, den ersten Schritt gegangen zu sein, um die Würde der Toten wieder herzustellen. Deshalb bleiben die Grabmauern, die noch erhalten sind, auch geschlossen. Die Gruft ist kulturhistorisch sehr wertvoll. Darin waren sich die Wissenschaftler schon nach einem ersten Besuch im vorigen Jahr einig. Für die Forscher ist das wichtiger, als Geheimnisse zu lüften. Trotzdem kamen im Sommer viele Neugierige auf den Friedhof. Es waren an der Geschichte Interessierte, die Verständnis für die Arbeiten hatten.

Andreas Ströbl und seine beiden Kolleginnen hoffen, dass im nächsten Jahr genug Geld für die Restaurierung der Gruft, die Auswertung der Grabungen und die Rückbettungen da sein wird. Den Toten die Würde wiederzugeben, ist das Hauptziel. Und dafür sollen Geld und Zeit in jedem Fall reichen.