SZ +
Merken

Grunauer sind sauer wegen Umleitung

Schon wieder müssen die Anwohner des Roßweiner Ortsteils eine lange Umleitung in Kauf nehmen. Sie fühlen sich im Stich gelassen.

Von Elke Braun
 2 Min.
Teilen
Folgen
Die Brücke über die Schnauder muss für die Sanierung vollgesperrt werden - mit weitreichenden Folgen.
Die Brücke über die Schnauder muss für die Sanierung vollgesperrt werden - mit weitreichenden Folgen. © Dietmar Thomas

Roßwein. Stadtrat Heinz Martin (Bürgerwählergemeinschaft Niederstriegis-Roßwein) machte seinem Ärger in der Sitzung des Stadtrates Luft, nachdem er im Döbelner Anzeiger über die geplante Umleitung wegen des Baues der Brücke über die Schnauder gelesen hatte. „Das darf nicht wahr sein und das kann ich als Stadtrat auch keinem Anwohner von Grunau erklären“, sagte er. 

Die Anwohner des Roßweiner Ortsteils hatten gehofft, dass sie während der wegen der Baumaßnahme notwendigen Vollsperrung zumindest mit Pkw über Hohenlauft fahren können. Von Hohenlauft führt eine kleine von Landwirtschaftsbetrieben genutzte Straße – der Hohenlaufter Weg – nach Grunau. 

„Die Straße hätte aufgearbeitet werden müssen. Dass ein grundhafter Ausbau nicht infrage kommt, war uns klar“, sagte Heinz Martin. „Aber so, wie es jetzt laufen soll, werden die Bürger einfach nur im Stich gelassen.“

© SZ-Grafik Romy Thiel

Keine öffentliche Straße

Die Stadtverwaltung Roßwein habe den Umleitungs-Vorschlag während der Anhörung der Träger öffentlicher Belange auch eingebracht, sagte Bürgermeister Veit Lindner (parteilos). Leider ohne Erfolg. „Das wurde abgeschmettert, weil es sich um keine öffentliche Straße handelt“, so Bauamtsleiterin Petra Steurer. Eine Umleitung über den Hohenlaufter Weg sei aus verkehrsrechtlicher Sicht nicht möglich.

Etwa zehn Kilometer lang ist die offizielle Umleitung über Roßwein und Etzdorf, die das Landratsamt Mittelsachsen als Baulastträger der Straße jetzt ausgewiesen hat. „Wir sind schließlich nicht das erste Mal betroffen“, sagt Heinz Martin. Bereits nach dem Hochwasser 2013 mussten die Anlieger eine Vollsperrung der Kreisstraße nach Grunau hinnehmen. Damals hatte die Striegis den Uferbereich und ein Stück Straße weggespült.

Insgesamt 16 Monate dauerten die Bauarbeiten, bis die Kreisstraße wieder frei gegeben werden konnte.

Sauer und enttäuscht ist auch Jürgen Voigtländer, der eine Fahrzeugbau-Firma in Grunau betreibt. „Ich sehe ein, dass die Bauarbeiten notwendig sind, kann aber nicht verstehen, warum die Strecke über Hohenlauft nicht so instandgesetzt wurde, dass sie als Umleitung nutzbar ist“, sagt er. Für seine Firma bedeute der Umweg in jedem Fall eine Umsatzeinbuße. Und nicht nur das. Wegen der Umleitungsstrecke, die er mehrmals täglich zurücklegen muss, um zu seinen Kunden zu kommen, entstehen höhere Kosten für Kraftstoff.

Die Bauarbeiten an der Gewölbebrücke über die Schnauder sollen am 25. Februar beginnen und bis Ende September andauern. Sie wurden notwendig, weil die Brücke beim Hochwasser 2013 erheblich beschädigt wurde.