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Grundrecht auf schnelles Internet

Die jungen Leute der FDP kommen zur Stadtratwahl mit recht konkreten Forderungen.

Von links: Thomas Neumann, Frank Kießling, Tina Kreische, Berthold Pursche und Christoph Grießbach (Hanka Hempelt ist gerade im Babyurlaub) treten für die FDP zur Großenhainer Stadtratswahl an.
Von links: Thomas Neumann, Frank Kießling, Tina Kreische, Berthold Pursche und Christoph Grießbach (Hanka Hempelt ist gerade im Babyurlaub) treten für die FDP zur Großenhainer Stadtratswahl an. © Kristin Richter

Großenhain. Thomas Neumann ist nicht mehr allein. Der Großenhainer Stadtrat aus Skäßchen muss vielleicht schon bald nicht mehr „sein Ding“ machen, denn er hat etliche Mitstreiter, die, wie er, allesamt am 26. Mai zur Stadtratswahl antreten. Dabei sah es fast schon so aus, als hätte sich die FDP in Großenhain verabschiedet.

Einzelkämpfer Neumann saß in der CDU/FDP-Fraktion, einen Großenhainer Ortsverband gab es nicht mehr. Nun wollen Jüngere die Großenhainer Wähler wieder von sich und ihren Argumenten überzeugen.

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Damit setzen die Freien Demokraten schon jetzt einen weiteren starken Farbtupfer auf den Wahlzetteln. Was sie sagen, klingt nicht unbedingt auf Anhieb nach FDP, aber auch hier hat längst ein Generationenwechsel bei den Liberalen stattgefunden. Oder hätten Sie Aussagen wie „Kitagebühren abschaffen!“ beim ersten Lesen der FDP zugeordnet? 

Auch die Jugend- und Sozialarbeit wollen die jungen Liberalen stärken, so wie das Ehrenamt, Vereinsarbeit und -veranstaltungen. In diesem starken Fokus auf soziale Themen sind die Liberalen mit allen anderen Gruppierungen und Parteien eins.

Das ist interessant. Es scheint, ganz gleich wer am Ende von welcher Seite gewählt wird – soziale Bürgerthemen landen mehr denn je ganz weit vorn. Weiter als andere geht die junge Truppe der FDP mit konkreten Forderungen wie „Gründung eines Stadtelternrates“, „ein Pilotprojekt für Land- und Notfallärzte“ oder „nicht nur ,Großenhain aktiv’ vonseiten der Stadt einzubeziehen, sondern alle Unternehmer der Stadt“. 

Auch auf den Wohnungsleerstand, Denkmalschutz mit Augenmaß und möglichst viele Verfahren nach einfachem Baurecht legen die Liberalen ihr Augenmerk, um komplizierte Strukturen schneller und vor allem praktikabler zu machen. Apropos Bauen. 

Da ist Thomas Neumann bei Stadtbaudirektor Tilo Hönicke schon manchmal an einen wunden Punkt gestoßen, wenn es ums Bauen in den Ortsteilen geht. Neumann, bekennender Lobbyist wenn es um die Orte nördlich von Großenhain geht, möchte seit Langem neue Wohngebiete auch für die Dörfer.

„Es gibt Bedarf, wir haben als Ortschafträte sogar mit Landeigentümern gesprochen“, blickt er zurück. Aber so richtig gewollt war das im Großenhainer Rathaus nicht. Das muss sich ändern, wir müssen unsere kleinen Orte erhalten und stärken, sagt die FDP. „Nördlich von Großenhain muss etwas passieren“, bringt es Neumann auf den Punkt.

 Da die Liberalen zum ländlichen Leben stehen, sind Forderungen wie ein ordentlicher ÖPNV und Schulbusverkehr, S-Bahn-Takt und gar ein Grundrecht auf Internet nahezu zwingende Konsequenz. Mit der digitalen Zukunft in Schulen und Zuhause haben besonders die jungen Leute ohnehin ihr Thema gefunden. 

Sie fordern „das Ende der Kreidezeit in der Bildung“, ob die dann wirklich voranschreitet oder eher darunter leidet, wie eine finnische Studie jetzt behauptet – diese inhaltliche Debatte machen die Liberalen nicht auf. Sie sind auch jung und arbeiten allesamt in technisch orientierten Bereichen, die die Digitalisierung vielleicht völlig natürlich als Segen denn auch als Last sehen.

Tina Kreische ist 37 und arbeitet als Maschinenbauingenieurin in der Großenhainer Metalltechnik, ebenso wie Thomas Neumann als Konstrukteur, der mit 47 schon der Altgedienteste ist. Berthold Pursche (19) studiert an der TU Dresden Wirtschaftswissenschaften, Christoph Griesbach ist 21 und dualer Student für Handelsmanagement und E-Commerce in Riesa, und Frank Kießling (36) ist Meister der Elektrotechnik in Uebigau.

 Beim Termin nicht dabei, weil gerade im Erziehungsurlaub, ist Hanka Hempelt. Sie ist 36 Jahre und bekannt durch die Firma Karosserie- und Fahrzeugbau Hempelt in Meißen sowie ihre Vereinsarbeit im Fliegenden Museum Großenhain. Wer die jungen Liberalen kennenlernen möchte, kann das am 10. Mai, 19 Uhr in Meyers Gaststätte „Im Gespräch für Großenhain“.

www.grossenhain.freie-demokraten.de

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