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Hoyerswerda

Grundschüler eröffnen Galerie in Lohsa

Die Kinder  gestalten eine  Schau im Zejler-Smoler-Haus. Heute wird sie eröffnet.

Zum dritten Mal gestaltet die Grundschule „Am Knappensee“ Groß Särchen eine Schülergalerie als Sonderausstellung im Lohsaer Zejler-Smoler-Haus.
Zum dritten Mal gestaltet die Grundschule „Am Knappensee“ Groß Särchen eine Schülergalerie als Sonderausstellung im Lohsaer Zejler-Smoler-Haus. © Foto: Andreas Kirschke

Von Andreas Kirschke

Lebendig und ausgefüllt wirkt Neas Bild. Ihre mit Kartoffelstempeln gedruckten Figuren „tanzen“ Ballett. Sie zeigen Spagat, Brücke, Luftsprung, Drehung und Knicks. Ein sechster Tänzer streckt elegant ein Bein in die Höhe. „Alles ist in Bewegung“, meint die Elfjährige aus der Klasse 4 a der Grundschule „Am Knappensee“ Groß Särchen begeistert. Mit ihren Mitschülern widmet sie sich im Kunstunterricht dem Thema „Wir sind keine Bewegungsmuffel“. Eine Auswahl von Bildern gehört zur Schülergalerie. Diese ist ab 3. Mai im „Zejler-Smoler“-Haus Lohsa zu sehen. Zum dritten Mal bereits stellt die Grundschule dort aus. Sie arbeitet dabei intensiv mit dem Förderverein Begegnungsstätte „Zejler-Smoler“-Haus Lohsa e. V. zusammen.

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„Unsere Erfahrungen sind gut. Die Schülergalerie soll Ansporn und Motivation wecken. Dank der Präsentation können unsere Schüler ihre Talente und Fähigkeiten einer breiten Öffentlichkeit in der Heimatgemeinde zugänglich machen“, unterstreicht Karola Callies, Lehrerin für Kunst, Deutsch, Mathematik, Sachkunde und Englisch. Kurz nach den Winterferien fragte sie die Schüler nach ihren Erlebnissen. Sie erzählten begeistert, schilderten ihre unterschiedlichsten Aktivitäten. So entstand die Idee für das Rahmenthema „Mensch und Bewegung“.

Fragen über Fragen reiften heran. Wie malen und gestalten wir einen Menschen? Wie bilden wir Bewegungen ab? Welche Unterschiede gilt es, in den verschiedenen Ansichten zu beachten? „Um die Aufgabe zu vereinfachen, haben wir Kartoffelstempel verwendet. Damit konnten die Schüler die Körperteile der Menschen in richtiger Proportion zueinander darstellen und vorher unterschiedlichste Bewegungsformen erproben. Sie haben das Gestaltungsziel sehr interessiert angenommen“, sagt Karola Callies.“ So meisterten sie ein schwieriges Feld der künstlerischen Arbeit mit ihrer Lehrerin.

Nea Geike ist stolz auf ihr Ergebnis. Eigentlich wollte sie das Thema „Mobbing“ umsetzen. „Doch dort würden alle die gleiche Bewegung ausführen. Alle wären im Kreis und würden nur auf einen mit dem Finger zeigen“, meint die Schülerin. Das Thema „Ballett“ bot sich für ihr Bild eher an. Liebt sie doch Zirkus, Akrobatik und Bewegung. In der Freizeit ist sie eifrige Akrobatin auf Stute Heidi in der Kinder- und Jugendfarm Hoyerswerda.

Ideenreichtum entwickelten auch ihre Mitschüler zum Thema „Bewegung“. Bei den Arbeiten von Willya Witschas (10) und Maria Kasper (9) stehen Handballspieler im Mittelpunkt des Geschehens. Mit Wellpappe druckten die Schülerinnen vorher das „Parkett“. Sprungfreudige Stürmer ergänzen Willyas Bild ebenso wie hartnäckige Verteidiger. Im Hintergrund zeichneten beide Schülerinnen auf ihren kleinen Kunstwerken „Bandenwerbung“ mit. „Ich male sehr gern in der Freizeit“, erzählt Maria. „Am schwierigsten sind für mich Gesichter. Ich versuche, mir genau Augen, Nase und Mund zu merken.“

Marcella Hütters Bild widerspiegelt Aktivitäten in einer Schwimmhalle. Die Zehnjährige hat mit Wellpappe „Wasser“ im Hintergrund aufgedruckt. Mit einem Schwammabdruck entstand anschließend der „Sprungturm“ im Schwimmbad. Dank der Kartoffelstempel entstanden die Menschen im Bild. Drei Grundformen, Kopf sowie Körper und Gliedmaßen, fügten sich zu aktiven Figuren. „Ich ergänze jetzt noch Fenster, Türen und Sitzbänke“, verdeutlicht die Schülerin im Kunstunterricht. Mitschüler Erik Göpfert (10) stellt Feuerwehrleute dar. Drei Kameraden halten dabei einen Wasserschlauch zum Löschen. Ein Kamerad schließt die Pumpe an. Eriks Mitschüler Moritz Neumann (10) präsentiert sein Bild als Meer mit drei Tauchern. Zwei schwimmen soeben hinunter in die Tiefe. Ein anderer Taucher hat sich auf eine Insel gerettet und hofft auf Hilfe.

Kunstunterricht ist eine Herausforderung für Moritz. „Hier lernen wir, Menschen zu zeichnen, hier haben wir freien Lauf zur Gestaltung. Die Fantasie kennt kein Ende ...“ Mit diesen Worten beschreibt er das, was er gerade an diesem Unterrichtsfach mag. Erik geht es ähnlich. Ihm gefällt es, kreativ zu zeichnen, zu malen, zu drucken. „Ende des Schuljahres“, so berichtet er, „sollen wir einen Künstler vorstellen. Jeder macht sich heute schon Gedanken.“ Erik will sich mit dem Maler „Friedensreich Hundertwasser Regentag Dunkelbunt“ befassen. Auch dessen Fantasie war nahezu unbegrenzt. „Außer mit dem Arbeitsbereich Flächiges Gestalten wie bei dem aktuellen Thema zur menschlichen Figur in der Bewegung beschäftigten sich unsere 4. Klassen vorher mit dem Arbeitsbereich Plastisches Gestalten“, erläutert Karola Callies. Die Arbeit mit Aluminiumfolie als Ausgangsmaterial war eine neue Erfahrung für diese Klassenstufe. Damit konnten die Schüler formen, einpacken und umgestalten. Das Thema hieß ganz konkret „Mondlandung“. Gefragt waren Team-Arbeit und Geduld. Auch diese anspruchsvolle Aufgabe meisterten sie mit Fleiß, interessanten Ideen und Freude.

Die anderen Klassenstufen standen ihnen nicht nach. Schüler der 1. Klassen gingen mit Lehrerin Kerstin Töppel auf das Thema „Märchen“ ein. Sie entwarfen „Hutmännchen“ und ein Design für „Fantasievolle Tüten“. Die Schüler der 2. Klassen malten und dekorierten ihren jeweiligen „Lieblingsbuchstaben“. Diese Arbeiten entstanden in Zusammenhang mit dem Deutschunterricht beim Kennenlernen des Alphabets. Zusätzlich gab es eine Verbindung zwischen Kunst- und Sachkundeunterricht. Letzterer befasste sich mit den Jahreszeiten. „Daraufhin entstanden dann im Kunstunterricht Herbstbäume“, sagt Karola Callies. Sehr kreativ erwiesen sich zudem die Schüler der 3. Klassen. Unter anderem bauten sie in Partnerarbeit ein „Schloss der Farbenkönigin“. Mit Styropor, Pappe, Watte, mit Kartons, Schachteln und mit Naturmaterialien wie Holzzweigen und pflanzlichen Materialien zimmerten sie ihre imposanten Bauwerke. Darüber hinaus widmeten sich die Schüler der 3. Klassen ihren Lieblingsbeschäftigungen und Lieblingsgegenständen mit der Umsetzung des Arbeitsthemas „Lieblingsdinge im Setzkasten“. Sie zeichneten dabei mit ganz viel Geduld, Sorgfalt und Fantasie. Das breite Spektrum ihrer kleinen Kunstwerke kann sich sehen lassen.

Eröffnung der Ausstellung „Schülergalerie“ der Grundschule Am Knappensee Groß Särchen ist am heutigen Freitag um 18 Uhr im Zejler-Smoler-Haus Lohsa. Eltern, Großeltern, Einwohner, Kultur- und Kunstinteressierte sind herzlich willkommen. Die Ausstellung ist voraussichtlich bis 20. Juni zu sehen.

Öffnungszeiten des Zejler-Smoler-Hauses sind montags und donnerstags 10–12 und 13–17 Uhr oder nach Vereinbarung unter 1 035724 50256. 

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