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Grundschule könnte auf Parkplatz entstehen

Schulnetzplanung. In Bühlau keimt Hoffnung. Dort wird der Standort für ein neues Haus geprüft. Baubeginn wäre aber frühestens im Jahr 2010.

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Von Kay Haufe

Sie haben gekämpft, aber verloren. Die Eltern der 60. Grundschule mussten in der Diskussion um den Schulnetzplan mit anhören, dass der Bau des Gymnasiums auf der Quohrener Straße gefährdet sei, wenn sie auf ihrer Grundschule beharrten. Verhinderer wollen sie nicht sein. „Doch wir brauchen für die jüngeren Kinder eine Schule in der Nachbarschaft, um lange Wege zu vermeiden“, sagt Elternsprecherin Nicola Domenicus-Genz.

Jetzt hat sie wieder Hoffnung. Die Bündnisgrünen haben im Verwaltungsausschuss den Vorschlag eingebracht zu prüfen, ob nach der Verlegung der Gleisschleife am Ullersdorfer Platz auf dem Park&Ride-Parkplatz eine neue Grundschule gebaut werden könnte. „Das trifft genau unsere Intention. Auf lange Sicht brauchen wir hier eine Schule. Die Kinder müssen ab kommendem Schuljahr nach Rochwitz oder auf die Kurparkstraße gehen. Das heißt, dass die meisten Eltern fahren werden, weil die Wege zu unsicher sind oder gar keine direkte Busverbindung existiert“, sagt Domenicus-Genz.

Das Neubau-Projekt liegt aber, wenn es denn beschlossen würde, zeitlich noch in weiter Ferne. Im ersten Quartal des kommenden Jahres will Gerhard Ritscher, Chef der Hauptabteilung Mobilität, dem Stadtrat die Vorplanung für den Ausbau der Bautzner Straße und Landstraße vom Albertplatz bis zum Ullerdorfer Platz vorstellen. Der beinhaltet auch die Varianten zur Verlegung der Gleisschleife nördlich oder südlich der B6 in Richtung Weißig. „Beide Standorte sind nicht unproblematisch, befinden sich im Landschaftschutzgebiet oder sind aus hydrogeologischer Sicht bedenklich“, so Ritscher. Eine Entscheidung werde also nicht kurzfristig fallen.

„Selbst wenn der Stadtrat sich zum Bau der Schule positioniert und Geld in den Haushalt dafür eingestellt wird, brauchen wir mindestens drei Jahre, ehe die Gleisschleife verlegt ist“, sagt Ritscher. Erst danach könnte die Schule gebaut werden. Dass sie notwendig ist, unterstreicht Jan Kaboth von der Bürgerfraktion. „Die Schulleiter signalisieren, dass sie höhere Anmeldezahlen haben, als die Stadt für Loschwitz eingeplant hat“, sagt Kaboth. „Also fehlt uns definitiv eine Grundschule.“