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Grundschule Ost bekommt noch ein paar Jahre

In der Schule werden jetzt für 200.000 Euro die maroden Fenster aufgearbeitet. Dabei ist noch nicht klar, ob sie nicht vielleicht abgerissen wird.

Sven Jäger vom Bauamt der Stadt öffnet eines der aufgearbeiteten Fenster in der Grundschule Ost. Das geht wieder ohne Probleme. Zuvor mussten sogar Flügel der 50 Jahre alten Fenster verschraubt werden, weil sie defekt waren.
Sven Jäger vom Bauamt der Stadt öffnet eines der aufgearbeiteten Fenster in der Grundschule Ost. Das geht wieder ohne Probleme. Zuvor mussten sogar Flügel der 50 Jahre alten Fenster verschraubt werden, weil sie defekt waren. © Norbert Millauer

Döbeln. Dennis Fröbel drückt mit dem Messer die weiche Kittmasse in die umlaufende Kehle des Fensters, setzt die Scheibe ein, zieht eine saubere Fase. Klassische Handwerksarbeit, die heute selten ist. Aber nicht für die Mannschaft der Firma Auerbach und Hahn aus Wilsdruff, die gerade die alten Fenster der Grundschule Döbeln Ost aufarbeitet. Die Firma hat viel in der Sanierung und entsprechend oft mit alten Fenstern zu tun. Und da sind dann auch Scheiben einzukitten, erzählt Fröbel. 

Es ist ein außergewöhnliches Projekt, das die Stadt in Auftrag gegeben hat. Die Verbundfenster sind über 50 Jahre alt. In der Regel werden sie komplett gegen moderne Konstruktionen ausgetauscht. In Döbeln Ost ist das anders. Hier will die Stadt nicht grundlegend sanieren, sondern nur ein paar zusätzliche Jahre herausholen. 

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Sanierung oder Neubau?

Denn das Schicksal der 1968 gebauten Schule ist noch komplett unklar. Wird sie in ein paar Jahren abgerissen oder doch umgebaut und saniert? Nur eines steht fest: Mit den Fenstern kann es in der Zwischenzeit so nicht weitergehen. Seit mindestens 30 Jahren haben die weder eine Instandsetzung genossen, noch frische Farbe bekommen.

 Es zieht und der Sonnenschutz funktioniert nicht. Rund 200.000 Euro wird die Stadt für die Aufarbeitung ausgeben. Mehr darf es nicht werden, weil sich dann die Bindefrist für die verwendeten Fördermittel von fünf auf zehn Jahre erhöhen würde. Und das wäre eine zu lange Zeit für die Pläne, die die Stadt mit der Schule hat.

Vier Büros, darunter zwei aus Döbeln, sind gerade in einem sogenannten Werkstattverfahren dabei, Pläne für ein Schulzentrum in Döbeln Ost zu entwerfen. Ende August soll eine Jury den besten Entwurf herausfinden, im September wird das Ergebnis dem Stadtrat vorgestellt, sagte Baudezernent Thomas Hanns. 

Die Eckpunkte stehen. In Döbeln Ost wird eine neue Grundschule gebaut. Die Lernförderschule soll vom Schloßberg mit an den Standort umziehen. Ob sie in das alte umgebaute Schulhaus einzieht oder ob es abgerissen und neu gebaut wird, ist noch nicht klar.

Schule unter Denkmalschutz

In Dresden sind schon einige dieser alten Einheitsschulen, die als „Typ Dresden“ bekannt sind, saniert worden. Eine, die sogar unter Denkmalschutz steht, haben sich die Baufachleute der Stadt angeschaut. 

„Der Entwurf stammt von meinem Professor Helmut Trauzettel. Er zeichnet sich dadurch aus, dass die Zimmer viel Licht bekommen“, sagte Hanns.Beim Realisierungszeitraum für das Schulzentrum geht die Stadt von zehn Jahren aus. Ein paar Jahre wird die alte Schule mit ihren aufgearbeiteten Fenstern also noch mitmachen müssen. 

Vom Ergebnis dieses „aus alt mach‘ neu“ ist Hanns überrascht. „Ich hätte nicht gedacht, dass es möglich ist, die alten Fenster aufzuarbeiten“, sagte er.

Aber die Voraussetzungen sind gut. Die Fenster sind 1968 solide gefertigt worden, bestätigt Tischler Dennis Fröbel. Größere Schäden am Holz gibt es nicht. Nur die Wetterschenkel sind auszuwechseln. „Vielleicht sind sie gut vorbehandelt worden. Die Imprägnierung schützt das Holz zusätzlich“, meint er.

Erst einmal werden alle Fenster im Südflügel in zwei Geschossen der Grundschule aufgearbeitet – acht Klassen und vier Hort-räume, erklärte Sven Jäger, Mitarbeiter des Bauamtes. Sie bekommen frische Farbe. 

Auch die Dichtungen werden erneuert, was gleichzeitig auch einen spürbar besseren Schallschutz bringt. Wenn nötig, werden auch Beschläge ausgewechselt. Der alte Sonnenschutz war lange hinüber. 

Jetzt werden Außenrollos in drei Farben in die alten Kästen eingebaut. Das alles ohne elektrischen Schnickschnack. Die Rollos sind per Hand zu bedienen. Die Kästen werden wärmegedämmt, denn die alte Schule ist im Vergleich eine Energieschleuder.

Ganz werden die 200.000 Euro damit noch nicht verbraucht. Deshalb soll es im Anschluss mit der Erneuerung der Fenster im Nordflügel weitergehen. „Wir werden sehen, wie weit wir kommen“, sagte Hanns.

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 Im Südflügel werden die Arbeiten bis zum Ende der Ferien abgeschlossen. Im Nordflügel könnte es etwas länger gehen. „Das werden wir mit der Schulleitung absprechen“, so Hanns.

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