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Grundschule soll nicht vollgestopft werden

Die Eltern wollen die geplante Auslagerung der 82. Oberschule nicht hinnehmen. Unterstützt werden sie auch vom Ortsbeirat.

Von Kathrin Kupka-Hahn

Es war Gottfried Eckes letzte Sitzung als Ortsamtsleiter in Klotzsche und sie wird dem 65-Jährigen noch lange in Erinnerung bleiben. „So voll war es hier noch nie“, sagte er. Etwa 100 Eltern, Lehrer und Horterzieher der 85. Grundschule drängten am Montagabend in den Bürgersaal des Ortsamtes auf der Kieler Straße. Ihr Anliegen war jedoch nicht auf der Tagesordnung zu finden. Dennoch wurde es zum Hauptthema der Sitzung.

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Die 82. Oberschule an der Korolenkostraße in Klotzsche soll ab 2015 saniert werden und einen großen Erweiterungsbau erhalten. Während der Bauarbeiten werden die rund 300 Schüler an der 85. Grundschule in der Radeburger Straße 168 unterrichtet. (Die SZ berichtete.) So weit der Plan. Doch dieser wurde ohne die Eltern der 85. Grundschule gemacht. Sie lehnen die komplette Auslagerung total ab. Denn die 133 Kinder, die momentan an der Grundschule lernen, müssten dann massive Einschnitte im Schulalltag hinnehmen.

So sollen beispielsweise die Horträume wegfallen und die Kinder ihre Nachmittage in Klassenzimmern verbringen. „So eine Doppelnutzung von Räumen wird an anderen Schulen auch so gehandhabt. Bisher gab es an der 85. Grundschule paradiesische Bedingungen“, rechtfertigt Michael Fücker vom Schulverwaltungsamt die Entscheidung in der Ortsbeiratssitzung.

Die Nachfrage der Ortsbeiräte, ob denn die in der 85. Grundschule befindlichen Räume für den Betrieb zweier Schulen ausreichten, bejahte Fücker. Nach seiner Rechnung gebe es in dem Schulhaus 29 nutzbare Räume. 15 davon brauche die Oberschule und die restlichen 14 würden dann der Grundschule zur Verfügung stehen. Diese Antwort wollten die Ortsbeiräte aber nicht gelten lassen. Silvana Wendt (CDU) kritisierte, dass damit die Standards des Schulnetzplanes ausgehebelt werden. Ihres Erachtens seien nicht alle Zimmer der Schule als Klassenräume geeignet. Außerdem sei nicht geklärt, wo Schulakten gelagert, Elterngespräche geführt und die Lehrerzimmer unterkommen werden. Zudem fehlen im Schulhaus Toiletten, nicht nur für die Kinder. Den rund 40 Lehrern beider Schulen stünden nur zwei Erwachsenentoiletten zur Verfügung. „Wir lehnen den Plan der Stadt ab und fordern eine erneute Prüfung, ob sich nicht eine verträglichere Regelung finden lässt“, so Wendt. Ihr Antrag an die Oberbürgermeisterin wurde mehrheitlich beschlossen.

Fücker indes appellierte an ihre Solidarität. Schließlich habe sich der Ortsbeirat lange für die Sanierung der 82. Oberschule eingesetzt. Diese könne aber nur bei einer kompletten Auslagerung durchgeführt werden. Seines Erachtens wurden alle Alternativen von der Containerlösung bis zu anderen Standorten geprüft. „Es gibt keine andere Lösung“, so Fücker.