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Weißwasser

Grundschule wird zur Baustelle

Während der Sommerferien werden in Boxberg die Sanitärräume erneuert. Der Brandschutz fordert das.

Jörg Schiemann und Steven Burghardt wechseln in den Toiletten Module und Leitungen aus.
Jörg Schiemann und Steven Burghardt wechseln in den Toiletten Module und Leitungen aus. © Foto: Joachim Rehle

Boxberg. Die Mädels und Jungs der Grundschule Boxberg haben den Handwerkern das Feld überlassen. Während sich Schüler und Lehrer in ihren wohlverdienten Ferien erholen, werden auf allen Etagen die Sanitärräume umfassend saniert. Die Aufträge dazu hatte der Gemeinderat im Juni für die Lose Abbruch, Fliesenleger, Elektrik, Heizung/Sanitär sowie Maler/Bodenleger einstimmig vergeben. Den Zuschlag erhielten fünf Firmen, die allesamt zwischen Boxberg und Weißwasser ansässig sind.

Das Schulgebäude in Boxberg ist immer wieder eine Baustelle. In den vergangenen Jahren waren Schulhaus und Fassade energetisch saniert und außerdem das Obergeschoss zum Begegnungszentrum umgebaut worden. Im Oktober 2018 wurde es feierlich eingeweiht, sollte ursprünglich aber schon ein Jahr eher fertig sein. Grund für die Verzögerung waren gravierende brandschutztechnische Mängel, die 2017 zutage traten. Das verlängerte nicht nur die Bauzeit, sondern ließ auch die Kosten explodieren.

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Wie das brandschutztechnische Gutachten ergab, sind auch in der Grundschule Bauarbeiten dringend erforderlich. Es hatte sich herausgestellt, dass die Rohrdurchführungen nach den brandschutztechnischen Vorgaben nicht mehr zulässig sind. „So ein Gutachten gilt natürlich für das gesamte Gebäude und nicht nur für den Teil der Freien Oberschule“, erklärt Bauamtsleiterin Cortina Kokles auf Nachfrage von TAGEBLATT. Deswegen geriet die Gemeinde Boxberg in Zugzwang, auch im Nebeneingang in der Grundschule zu bauen. Passieren soll das ab diesem Sommer in drei Jahresscheiben, wobei die lärmintensiven Arbeiten auf die Ferien verlegt sind.

Da die Leitungen zumeist in den Vorwänden versteckt sind, wurden seit Anfang Juli zunächst die Sanitärräume auf allen Etagen entkernt. Nur so kam man überhaupt an die Rohrdurchbrüche heran. Es werden sämtliche Leitungen neu verlegt, außerdem neue Installationswände errichtet, neue Heizkörper und neue Sanitärtechnik eingebaut. Ende der Sommerferien sollen die WC‘s fertig sein, verweist Norbert Reimann auf den Zeitplan. „Das ist ein sehr sportliches Ziel“, fügt er an.

Im nächsten Jahr kommen dann Speiseraum und Küche an die Reihe. 2021 sollen die Flure und Innentüren an die neuen Brandschutzvorgaben angepasst werden. „Zwischendurch werden wir die Klassenräume renovieren, in denen bereits die Rohrdurchbrüche erneuert sind“, so der Mitarbeiter der Bauverwaltung der Gemeinde. Das soll nach den bisherigen Planungen in der Schulzeit erfolgen. Anders als nach jenem großflächigen Wasserschaden 2017/18, in dessen Folge sechs Klassen der Freien Oberschule vorübergehend ausgelagert wurden und der Unterricht auch im Ratssaal in der Gemeindeverwaltung stattfand. „Mit den Grundschülern wollten wir uns darauf nicht einlassen“, so Norbert Reimann. Mit der Schulleitung habe man sich abgestimmt, dass die jeweilige Klasse für die betreffende Zeit umzieht.

Die Baumaßnahmen zur Ertüchtigung des Brandschutzes in der Grundschule kosten schätzungsweise 1,3 Millionen Euro. 75 Prozent davon – runde 942 000 Euro – bekommt die Gemeinde verteilt auf die drei Jahre aus Fördertöpfen zur Ländlichen Entwicklung.

Abgesehen davon wird noch in anderer Hinsicht in das Schulgebäude investiert. Der Gemeinderat Boxberg beschloss ebenfalls im Juni die Installation eines elektronischen Schließsystems an der Freien und der Grundschule. 47 000 Euro sind dafür veranschlagt. Einstimmig wurde der Auftrag zur Montage vergeben.

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