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Gruseln im Circus Afrika

Morgen sollen sich die Zuschauer in der Vorstellung erschrecken. Den Tierschützern graust es schon vorher.

Von Jens Hoyer

Nein, die Galapremiere des Circus Afrika morgen zu Halloween wird für die Zuschauer kein Zuckerschlecken. Es soll grausig zugehen – ein bisschen jedenfalls. Der Grinch im grünen Fellkostüm bewies gestern beim Fototermin schon mal seine Scheuchwirkung. Die drei weißen Dromedare des Zirkus legten einen kurzen Sprint ein, als sie das grüne Monster kommen sahen. Artist Franz Frank, der in dem Fell steckte, kannte aber das richtige Lockmittel: nämlich Möhren. „Ich weiß, der Hunger ist größer als die Angst“, flachste er .

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Wer morgen um 17 Uhr zur Galapremiere erscheint, sollte das als Gespenst, Skelett oder Hexe tun. Die Kinder mit den besten Kostümen bekommen einen Preis und dürfen mit den Clowns auftreten, versprach Zirkuschef Ottero Weisheit. Die Clowns sind dieses Mal auch ein bisschen gruselig. „Die Zuschauer sollten auf eine Schrecksekunde gefasst sein.“ Darüber hinaus gibt es Artistik und auch einige Großtiere zu sehen. Der Zirkus hat drei Elefanten dabei, die gestern auf der Wiese an der Zschepplitzer Straße friedlich Gras rupften. Die Dickhäuter rufen die Kritik der Tierschützer hervor. „Wildtiere im Zirkus, das ist Tierquälerei“, meint Rosi Pfumpfel, Vorsitzende des Tierschutzvereins „Tiernothilfe“ in Leisnig. Allerdings in Deutschland ist das Halten von Wildtieren im Zirkus bisher auch nicht verboten. „Ein Zirkus ohne Tiere, das ist kein Zirkus, sondern Theater“, sagte Weisheit. Die Elefanten seien im Zirkus geboren worden. „Seit 45 Jahren geht es ihnen gut, sonst hätten man uns schon lange die Lizenz entzogen“, so Weisheit. „Solange der Veterinär sagt, dass es den Tieren gutgeht, können die Tierschützer nicht das Gegenteil behaupten.“ Das Landratsamt Mittelsachsen bestätigte, dass ein Tierarzt des Veterinäramtes bei jedem Zirkus Kontrollen vornimmt, der im Landkreis gastiert.

Die Wiese neben dem Autohaus Kühne ist ein ungewöhnlicher Standort für einen Zirkus. Aber das Gelände auf den Klosterwiesen, auf dem sonst die Zirkusse gastieren, ist nicht nutzbar. Auf den Freiflächen liegt noch der Schlamm vom Hochwasser, sagte Stadtsprecher Thomas Mettcher. Möglicherweise enthält der Schlamm Schadstoffe. Erst im kommenden Jahr kann die Anlage beräumt werden.

Weitere Vorstellung gibt s am Freitag um 17 Uhr, Sonnabend um 16 und 19 Uhr und Sonntag um 11 und 15 Uhr.

Freikarten

Der Döbelner Anzeiger verlost gemeinsam mit dem Circus Afrika fünfmal zwei Freikarten für die Vorstellung am Freitag um 17 Uhr. Wer gewinnen will, muss heute bis 14 Uhr unter Tel. 0137 8664421 (50 Cent pro Anruf aus dem Festnetz, Mobilfunk abweichend) anrufen. Bitte nennen Sie das Kennwort „Afrika“, Ihren Namen und Ihre Adresse. Die Namen der Gewinner werden am Freitag im DA veröffentlicht.