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Guck mal, was da flattert

Meißen hat seine Porzellanmanufaktur, Radebeul Karl Mays Indianer. Riesa macht als Sportstadt von sich reden. Und Großenhain? In die Kleinstadt an der Röder kommt vielleicht bald das große Krabbeln. Hildegard...

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Von Marco Mach

Meißen hat seine Porzellanmanufaktur, Radebeul Karl Mays Indianer. Riesa macht als Sportstadt von sich reden. Und Großenhain? In die Kleinstadt an der Röder kommt vielleicht bald das große Krabbeln. Hildegard und Peter Hain, die mit ihrem Schmetterlingshaus auf der Landesgartenschau 2002 schon viele Neugierige anlockten, planen ein europaweit einmaliges Insektarium mit multimedialer Schau, Museum und Insektenzoo.

„Wir wollen durch eine Auswahl besonderer, spektakulärer, nützlicher und auch schädlicher Insekten einen Einblick in die faszinierende Welt der Tiere vermitteln“, erklärt Peter Hain. Und denkt beim Stichwort „spektakulär“ als erstes an die Gottesanbeterinnen. Das sind räuberische Fangschrecken, die sich bis zur Unkenntlichkeit tarnen und so auf ihre Beute warten. Genauso aussehen wie eine Orchideenblüte oder wie trockenes Laub, ist für sie kein Problem. Auch die Monsterameise ist im Anmarsch auf Großenhain, die mit vier Zentimetern Länge größte und wohl pünktlichste Ameise überhaupt. Sie kommt nur einmal am Tag aus der Erde, aber danach kann man die Uhr stellen.

Stadt will Fördermittel

für das Millionen-Projekt

Peter Hain und seine Frau haben selbst drei Zuchtstationen in Peru, auf den Philippinen und in Südchina. Daneben vier Schmetterlingsparks in Deutschland. Natürlich wird es auch in der Großenhainer „Insektenwelt“ wie zur Landesgartenschau ein Schmetterlingshaus geben. Aber nicht nur. „Die Welt der Insekten soll wirklich erfahrbar, die Größenverhältnisse sichtbar und die vielen Arten, die es gibt, fühl- und hörbar werden“, sagt der 59-Jährige. Auf dem Gelände an der Beethovenallee ist ein ständiger Wechsel von Präparaten, lebenden Tieren, Projektionen von Filmen, Bildern und besonders von Geräuschen vorgesehen. Da zahlreiche Insekten nachtaktiv sind, werde ein Wald mit seinen vielfältigen Geräuschen und Leuchtpunkten lebendig nachgestaltet.

Ob Monsterameisen und Gottesanbeterinnen den Weg nach Großenhain finden, hängt vom Regierungspräsidium in Dresden ab. Die Stadt hat dort Fördermittel für das 3,8-Millionen-Euro-Vorhaben beantragt. Allerdings: Zurzeit wird das Ganze noch geprüft. Peter Hain rechnet im Oktober mit der Entscheidung.