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Günti gehen die Gags nicht aus

Seit 20 Jahren ist Günther Rößler im Fernsehen als Humorist zu erleben. Zum Lachen bringt er die Leute schon viel länger.

Von Katja Schäfer

Brille ab. Karierte Mütze auf. Mit zwei Handgriffen verwandelt sich Günther Rößler vom seriösen Sohlander in Günti, den vorlauten Spaßmacher. So kennt das Publikum ihn. Aus Shows in großen Sälen, zum Beispiel dem Tournee-Programm des Oberhofer Bauernmarktes. Seit 20 Jahren auch aus Fernsehsendungen wie der Wernesgrüner Musikantenschenke oder Achims Hitparade. Mit Witzen, Gags und Liedern bringt Günti die Leute zum Lachen.

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In all der Zeit hat der 54-Jährige aber auch schon den einen oder anderen Reinfall erlebt. Mit Grausen denkt er zum Beispiel an eine Veranstaltung im Dresdner Kulturpalast zurück. „Als ich mit meinem Auftritt dran war, wurde im Foyer das Buffet eröffnet, und alle strömten nach draußen“, erinnert sich Günther Rößler. Vor leerem Saal zog er tapfer sein Programm durch. Noch schlimmer war es bei einer Veranstaltung, bei der die 100 Zuschauer während der 45-minütigen Show kaum eine Miene verzogen. Günti überlegte krampfhaft, was er wohl falsch machte. Scheinbar nichts. Denn am nächsten Morgen – Unterhalter und Publikum hatten im selben Hotel genächtigt – sagten ihn etliche Leute, wie gut ihnen das Programm gefallen habe. „Im Gegensatz dazu gibt‘s oft Auftritte, da gehe ich raus, und die Leute klatschen und lachen schon, obwohl ich noch nichts gemacht habe“, erzählt Günti.

Karriere beginnt in der Kindheit

Seine Karriere als humorvoller Unterhalter begann schon in der Kindheit. Da hörte er gern Komiker-Schallplatten, zum Beispiel von Herricht und Preil oder Eberhard Cohrs. Schnell konnte er die Gags auswendig und gab sie in der Schule, beim Skiclub und bei Feiern zum Besten. Günther Rößler erlernte den Beruf des Maschinen- und Anlagenbauers, studierte Maschinenbau und arbeitete im Stahlfensterwerk. Nebenbei absolvierte er viele Auftritte. Als er 1989 die Berufszulassung als Humorist und Sprecher erhielt, gab er den festen Job auf und war in der ganzen DDR unterwegs.

Nach der Wende blieben die Aufträge aus. Fortan verdiente sich Günther Rößler seinen Lebensunterhalt bei der Post. Aber das Spaßmachen machte ihm nach wie vor Spaß. So bewarb er sich bei der Sendung Gaudimax, die den besten Witzeerzähler suchte. Günti wurde 1993 Sieger und daraufhin von einem Manager angesprochen, der ihn unter seine Fittiche nahm. Seitdem ist der Sohlander als freiberuflicher Humorist tätig. „Ich liebe es, die Leute zu unterhalten“, benennt er, was ihm an diesem Job begeistert. „Wenn Zuschauer nach dem Auftritt zu mir kommen und sagen: ,Das war schön. Endlich konnte ich mal wieder lachen“, ist das für mich der schönste Lohn“, erzählt er. Der Vater eines Sohnes (32) und einer Tochter (26) ist in Sohland aufgewachsen, wohnte zwischenzeitlich 15 Jahre in Bautzen und lebt jetzt mit seiner Frau wieder in seinem Elternhaus. Seit zehn Jahren ist er Vorsitzender des Sohlander Skiclubs. Bei 200 Mitgliedern und vielen Wintersportanlagen, die der Verein betreibt, bringt das eine Menge Arbeit mit sich. Wenn Günther Rößler Zeit hat, kocht er leidenschaftlich gern. Zum 50. Geburtstag gönnte er sich einen Kochkurs bei Alfons Schuhbeck.

Trotz seiner langjährigen Erfahrungen ist Günti vor jedem Auftritt immer noch aufgeregt. „Ich laufe stumm hinter der Bühne auf und ab und muss immer wieder zur Toilette“, gibt er zu. Ans Aufhören denkt er noch nicht. „Solange ich meine Texte nicht vergesse oder Gags doppelt erzähle, will ich weitermachen.“ Solange setzt er die karierte Mütze auf.

Jubiläumsshow mit Günti am Sonntag um 15 Uhr im Haus Bergland in Wilthen. Mit dabei sind Olaf Berger, Gitte und Klaus sowie Heiko Harig. Der Eintritt kostet 18 Euro. Tickets gibt es in den Touristinfos Wilthen und Sohland.