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Gustav/Ernie oder Schinken/Schnitzel?

Ihr Schicksal schien bei der Anschaffung besiegelt. Doch die ganze Familie freut sich über die zwei Minischweine.

Ernie und Gustav sind der Familie von Tina und Rene Schubert schon sehr ans Herz gewachsen. Selbst Hund Arco sucht den friedlichen Kontakt zu den beiden Minischweinen.
Ernie und Gustav sind der Familie von Tina und Rene Schubert schon sehr ans Herz gewachsen. Selbst Hund Arco sucht den friedlichen Kontakt zu den beiden Minischweinen. © Foto: Silke Richter

Von Silke Richter

Zeißig/Hoyerswerda. Wenn es nach Tochter Neele gegangen wäre, hätten die beiden Minischweine die Namen Schinken und Schnitzel bekommen. Seit ein paar Wochen grunzen, quicken und schmatzen die beiden Tiere sehr vergnügt auf dem Hof von Familie Schubert. Wenn Nele frühmorgens erwacht, dann führt ihr erster Gang meist gleich in den benachbarten Stall, um zu schauen, ob es den beiden Ebern, die jetzt Gustav und Ernie heißen, auch gut geht.

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Oftmals ist es sogar so, dass sich die gesamte Familie mehrmals täglich im Schweinestall trifft, um die beiden Tiere beobachten zu können. Reality Kino auf dem heimischen Bauernhof. Es gäbe keinen besseren Naturfilm, meinen die Eltern Rene und Tina Schubert begeistert.

Die Entstehungsgeschichte von Minischweinen begann in den USA. Als Versuchstiere sollten die Tiere im Miniaturformat „handlicher“ im Umgang werden und aufgrund ihrer Größe auch weniger Kosten verursachen. Mittlerweile werden Minischweine scheinbar immer beliebter. In Zeißig gibt es davon, laut Familie Schubert, nur diese zwei Exemplare. Sie können in der Regel etwa zwischen 65 und 80 Kilogramm schwer werden, weiß Rene Schubert. Der 42-Jährige ist in positiver Hinsicht auch schuld daran, dass Gustav und Ernie überhaupt einziehen durften. Der Zeißiger wurde vor gut einem Jahr im Freundeskreis auf diese Tiere aufmerksam und war sofort von ihnen begeistert.

Belesen, beraten, überraschen

Es begann eine Zeit des Lesens, Informierens und Studierens. Denn eines war der gesamten Familie wie bei allen anderen Haus- und Hoftieren enorm wichtig: Eine artgerechte und gesunde Tierhaltung. Freilich ist auch auf die Tipps und Ratschläge von Opa Max Schubert Verlass. Der Senior hat Erfahrungen mit der Haltung von Hausschweinen, die sich nicht von der Haltung dieser Minischweine unterscheidet. Beste Voraussetzungen, um den Traum endlich wahr werden zu lassen. Davon wusste aber Rene Schubert noch nichts. In geheimer Mission entschied sich Ehefrau Tina mit der Familie, Bekannten und Freunden, dass zwei Minischweine das perfekte Geburtstagsgeschenk für Ehemann Rene wären. Anfang Juli war es dann endlich soweit. Bei der Geburtstagsparty wurden Ernie und Gustav „ausgepackt“. „Das war eine tolle Überraschung. Ich war ganz aus dem Häuschen“, erinnert sich Rene Schubert begeistert zurück. Der Familienvater hat Ernie und Gustav auch schon registrieren lassen. Unterliegt die Haltung von Schweinen doch einer gesetzlichen Meldepflicht, wie Mandy Noack vom Landratsamt Bautzen auf Anfrage erklärt.

Die Haltung von Schweinen müsse zudem generell der Schweinehaltungshygieneverordnung entsprechen. Kriterien, die bei Familie Schubert genauestens eingehalten werden. Auch im Hinblick auf aktuelle Gefahren, mit denen sich die Zeißiger auseinandersetzen. „Aufgrund der derzeitigen akuten Bedrohung aller Haus- und Wildschweine durch die Afrikanische Schweinepest ist besonders darauf hinzuweisen, dass jeglicher Kontakt zu Wildschweinen sicher zu vermeiden ist und Futter und Einstreu vor Wildschweinen sicher geschützt gelagert werden muss“, so Mandy Noack. Außerdem sei das Einhalten des Verbots der Verfütterung von Speiseabfällen zwingend erforderlich, weil dadurch die Möglichkeit der Übertragung von Tierseuchen-erregern, wie die Afrikanische oder klassische Schweinepest, bestehe.

Die richtige Haltung ist wichtig

Diese Erreger können, so Mandy Noack, in Schinken und Rohwurst sehr lange überleben und über Monate hinweg infektiös bleiben. „Dafür gibt es aktuell sehr negative Beispiele, wie den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Tschechien im Jahr 2017. In diesem Fall konnte der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen auf weggeworfenen Proviant an einem Rastplatz zurückgeführt werden.“

Bei all den Auflagen und möglichen Gefahren kommen der Spaß und das pure Leben bei Familie Schubert dennoch nicht zu kurz. „Ernie und Gustav sind eine wahre Bereicherung für unser Hofleben“, meint Rene Schubert. Bleibt letztlich nur noch die Frage offen: Endet das Leben von Ernie und Gustav tatsächlich als Schinken und Schnitzel? „Geplant war es ursprünglich so“, gibt Rene Schubert unumwunden zu. Wer die Familie mit den beiden Minischweinen aber jetzt im Alltag erlebt, dürfte schnell an dieser anfänglichen Entscheidung zweifeln…

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