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Gustel von Blasewitz kommt auf Briefmarke groß raus

Die Gustel von Blasewitz wird im Juni groß herauskommen. Nämlich auf einer Briefmarke des Dresdner Briefdienstes Post Modern. Erscheinen werden vier Marken mit Motiven von Drewag-Umspannstationen sowie der Gasdruckregelanlage am Blasewitzer Ärztehaus.

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Von Peter Hilbert

Die Gustel von Blasewitz wird im Juni groß herauskommen. Nämlich auf einer Briefmarke des Dresdner Briefdienstes Post Modern. Erscheinen werden vier Marken mit Motiven von Drewag-Umspannstationen sowie der Gasdruckregelanlage am Blasewitzer Ärztehaus. Genau die ziert ein Graffito, auf dem auch die legendäre Gustel vertreten ist.

Auf die Idee dafür ist Nils Götzke gekommen. Der 50-Jährige ist Drewag-Verantwortlicher für derartige Anlagen. Seit rund 15 Jahren gestalten die Stadtwerke Betriebsgebäude in Dresden auf diese Weise. „Als wir diese Gasdruckregelanlage gestalten wollten, fiel mir sofort die Gustel von Blasewitz ein“, sagt er. Götzke recherchierte Details zu dieser historischen Figur.

Friedrich Schiller hat sie in seinem Drama „Wallensteins Lager“ verewigt. Dabei handelt es sich um die ihm offenbar nahestehende Johanne Justine Segedin. Sie war die Gastwirtstochter der ehemaligen Blasewitzer Schankwirtschaft, auf deren Gelände sich heute der Schillergarten befindet. Der später weltberühmte Dichter hatte Gustel während seines Dresden-Aufenthaltes von 1785 bis 1787 kennengelernt.

Potz Blitz!

Aus dem Ruf des Jägers „Was! Der Blitz! Das ist ja die Gustel von Blasewitz!“ im Drama Wallenstein ist später umgangssprachlich „Potz Blitz! Das ist ja die Gustel aus Blasewitz!“ geworden. Der Dresdner Künstler Christoph Hampel hat 2002 die Gasdruckregelstation mit der Gustel und anderen Motiven gestaltet. „Ich bin ein großer Graffiti-Anhänger“, gesteht Götzke. „Das ist eine Art Stadtgestaltung. Damit machen wir Dresden schöner.“

Auf Gastechnik ist Verlass

Hinter den Türen der Anlage verbirgt sich ein kompliziertes technisches System, das den Gasdruck stufenweise reduziert. Mit 14,5 bar kommt der Energieträger aus dem Dresdner Hochdruckring an. Zuerst wird das Erdgas auf einen Druck von 800 und später auf 25 Millibar reduziert, erläutert der Drewag-Spezialist. Dann kommt es in linkselbische Haushalte zwischen Blasewitz, Johannstadt und Strehlen.

Bis zu 4000 Kubikmeter stündlich durchströmen die Anlage. „Selbst im Störungsfall kann die Versorgung gesichert werden“, sagt Götzke. Normalerweise wird der Gasdruck in einer sogenannten Arbeitsschiene reduziert. Fällt dort ein Teil aus, kommt die Stunde der parallel angeordneten Reserveschiene. Die Verbraucher merken nichts davon.