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Gut, dass es Macher wie Stöcker gibt

Eigentlich müsste sich der Euroimmun-Gründer den Corona-Selbststest nicht antun. Matthias Klaus kommentiert.

© privat

Winfried Stöcker hat es wieder in die Schlagzeilen geschafft. Landauf, landab berichten die Medien über seinen Selbstversuch mit Teilen des Corona-Virus. "Umstritten" ist er für die einen Kollegen - einer , "der kein Blatt vor den Mund nimmt" für die anderen. Beides trifft sicherlich zu. Mit seinen Äußerungen zu politischen Themen ist der Professor deutschlandweit bekannt geworden. Nun also der Corona-Test. Muss das sein? 

Ja, es muss. Da ist allein schon der fachliche Hintergrund:  Euroimmun hat jahrzehntelange Erfahrungen mit Viren-Tests. Erinnert sich noch jemand an das Zika-Virus? An Mers? Tatsächlich schon ein paar Jahre her, als diese Viren für Schlagzeilen sorgten. Euroimmun hatte damals  Tests entwickelt. Nun macht der Ex-Chef Experimente am eigenen Körper, wie es scheint erfolgreich. Nicht nur reden, was tun, das ist offensichtlich das Credo Winfried Stöckers. Große klinische Studien über Monate und Jahre? Wohl eher nicht sein Ding.

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Eigentlich müsste sich Winfried Stöcker das alles gar nicht mehr antun. Mit dem Verkauf von Euroimmun (und schon vorher) hat er finanziell ausgesorgt. Mit 73 Jahren zählt er mit Sicherheit auch zur Corona-Risikogruppe. Er mache es ja auch gar nicht wegen des Geschäfts, sagt er in einem Zeitungsinterview über seinen Selbsttest. Es gehe ihm um die "Volksgesundheit". 

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Kann man das einem gestandenen Unternehmer abnehmen? Ja.  Winfried Stöcker macht Sachen, die andere in seiner Position vielleicht nicht machen würden:  ein Kaufhaus kaufen zum Beispiel oder einen Flughafen. Oder eben einen Selbstversuch mit Teilen des Coronavirus. Wie das Ganze am Ende ausgeht, ob tatsächlich ein Impfstoff entwickelt werden kann: abwarten. Auf jeden Fall ist es gut, dass es Macher wie Stöcker gibt. Schlaue Leute, die in den TV-Talkshows allabendlich ihr Wissen in der Theorie verbreiten, gibt es schließlich schon genug.

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