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Pirna

Gut-Gamig-Chefin sorgt sich um Patienten

Das Schlosscafe ist beliebt, doch verzichtbar. Inzwischen gilt aber auch für Rehabilitanden und Mitarbeiter ein Betretungsverbot.

Derzeit fällt auch Katja Frühauf das Lächeln schwer. Aber sie ist weiter für ihre Patienten und Bewohner da.
Derzeit fällt auch Katja Frühauf das Lächeln schwer. Aber sie ist weiter für ihre Patienten und Bewohner da. © Daniel Schäfer

Wer auf Gut Gamig Patient ist oder lebt, ist psychisch krank und braucht besondere Hilfe, einen festen Tagesrhythmus und Aufgaben. All dies gibt es hier seit fast 30 Jahren. Schon unter aus heutiger Sicht normalen Umständen kommen diese Menschen nicht ohne die Unterstützung anderer aus. Für viele ist eine der vielen Werkstätten eine Art Zuhause, Familie. „Ich habe Sorge, dass die Werkstatt geschlossen wird", sagte jetzt ein Rehabilitand zu Katja Frühauf. 

Sie ist die Geschäftsführerin und hat die Verantwortung für diesen Rehabilitanden und alle anderen Patienten, Bewohner und Mitarbeiter. "Sie alle sind  überwiegend sehr besonnen", sagt Katja Frühauf. Einige wenige bleiben aus Furcht vor der Verbreitung von Viren lieber zu Hause. Die Sorge um die Schließung teilt Katja Frühauf. "Wir wissen, wie wichtig die Tagesstruktur und die sozialen Kontakte - nicht nur - für psychisch kranke Menschen ist." Seit Montag ist die Befürchtung Realität. Es gibt auch für die Werkstätten ein Betretungsverbot, sodass die Rehabilitanden, die nicht auf  Gut Gamig wohnen, zu Hause bleiben müssen. 

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Ausnahmen helfen

Katja Frühauf hatte sich darauf vorbereitet und gehofft,  Rehabilitanden in kleinen Gruppen weiter betreuen können. Nicht nur, weil sie ja in der Landwirtschaft die Tiere versorgen, sondern weil eben die Tagesstruktur, eine Aufgabe für diese Menschen so wichtig sind. Um einige Rehabilitanden sorgt sich Katja Frühauf, wenn sie längere Zeit allein zu Hause sein. 

Die Tiere auf Gut Gamig werden weiter versorgt. Gemäß Verordnung dürfen Rehabilitanden, die entweder dringend für die wirtschaftliche Absicherung der Werkstätten nötig sind oder nicht anderweitig betreut werden können, von dem Verbot ausgenommen werden. Diese dürfen unter Beachtung der Sicherheitsmaßnahmen weiter kommen, wenn sie nicht zu den Risikopatienten zählen.

Nicht nur das Schlosscafe auf Gut Gamig ist jetzt geschlossen. Es besteht ein Betretungsverbot für das gesamte Objekt.
Nicht nur das Schlosscafe auf Gut Gamig ist jetzt geschlossen. Es besteht ein Betretungsverbot für das gesamte Objekt. © Daniel Schäfer

Sicherheitsgefühl stärken

Schon seit Tagen werden in allen Bereichen von Gut Gamig verschärfte hygienische Maßnahmen umgesetzt. Das beuge nicht nur Infektionen vor, sondern stärke auch das Sicherheitsgefühl von Rehabilitanden, Bewohnern und Mitarbeitern. Für externe Besucher sind die Räumlichkeiten von Gut Gamig bereits seit voriger Woche geschlossen. Dazu gehört auch das Schlosscafé. Der Hofladen ist donnerstags von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Am vergangenen Donnerstag war er es noch, jedoch durften nicht mehr als drei Kunden gleichzeitig den Laden betreten. Wie es diese Woche wird, wird noch entschieden. Die Kapelle bleibt ebenfalls geschlossen.

Für das Haus an der Kapelle wird alles vorbereitet, damit die Bewohner auch unter noch  strengeren Hygienemaßnahmen gut leben können, sagt Katja Frühauf. Das bereits  bestehende Betretungsverbot zum Beispiel für Angehörige schränkt die Lebensqualität schon stark ein und muss auch immer wieder erklärt werden. "Aber mein Eindruck ist, dass alle Verständnis dafür haben, dass diese Maßnahmen vorübergehend notwendig sind", sagt Katja Frühauf. 

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